• aktualisiert:

    „Wir danken dem Heiligen Vater“

    Vor zehn Jahren stellte Papst Benedikt XVI. mit dem Motu proprio Summorum pontificum die Weichen für die stärkere Verbreitung der römischen Liturgie in ihrer außerordentlichen Form. Viele junge Gläubige haben den überlieferten Ritus seitdem entdeckt. Eine Gelegenheit ist die traditionelle Wallfahrt Paris nach Chartres über Pfingsten. In der Kathedrale von Chartres wird der Schleier Mariens verehrt. Regina Einig sprach darüber mit Matthias Becker, Organisator der Kölner Pilgergruppe. Er ist 29 Jahre alt, Lehrer der Chemie und Biologie an einem Trierer Gymnasium und nimmt zum neunten Mal in Folge an der Wallfahrt teil.

    Tausende machen sich jedes Jahr auf den Weg: Der Weg nach Chartres ist eine geistliche Entdeckungsreise. Foto: Becker

    Vor zehn Jahren stellte Papst Benedikt XVI. mit dem Motu proprio Summorum pontificum die Weichen für die stärkere Verbreitung der römischen Liturgie in ihrer außerordentlichen Form. Viele junge Gläubige haben den überlieferten Ritus seitdem entdeckt. Eine Gelegenheit ist die traditionelle Wallfahrt Paris nach Chartres über Pfingsten. In der Kathedrale von Chartres wird der Schleier Mariens verehrt. Regina Einig sprach darüber mit Matthias Becker, Organisator der Kölner Pilgergruppe. Er ist 29 Jahre alt, Lehrer der Chemie und Biologie an einem Trierer Gymnasium und nimmt zum neunten Mal in Folge an der Wallfahrt teil.

    Herr Becker, was macht den Charme der Wallfahrt nach Chartres aus?

    Es ist jedes Jahr etwas Besonderes, mit über 10 000 jungen Christen hundert Kilometer gemeinsam singend und betend von Notre Dame de Paris zur Mutter Gottes von Chartres zu pilgern. Mich beeindruckt die tiefe Frömmigkeit der jungen Menschen, die große Hilfsbereitschaft – gerade auch auf den strapaziösen Wegstrecken – und die internationale/ französisch traditionell geprägte Atmosphäre. Ich freue mich aber auch, regelmäßig Pilger aus anderen deutschsprachigen Gruppen zu treffen, denn es gibt ja noch Pilgergruppen aus Stuttgart, Wigratzbad, Österreich und der Schweiz.

    Kennen die Teilnehmer den alten Ritus bereits vor der Wallfahrt?

    Unsere Kölner Gruppe ist vielfältig zusammengesetzt. Wir haben zahlreiche Teilnehmer, die die alte Form sehr gut kennen, aber auch viele, die bisher keine Erfahrungen damit gesammelt haben. Wir sind eine offene Gruppe, in der sich auch Neulinge schnell wohlfühlen. Scheinbar gibt es aber auch ein immer größeres Interesse an der Wallfahrt: 2009 starteten wir mit sieben Teilnehmern, heute füllen wir Kölner einen 90er Bus! Die Alterspanne reicht übrigens von sieben Jahren im Kinderchapitre bis über 70 Jahre, wobei unser Durchschnittsalter etwa 24 Jahre beträgt.

    In diesem Jahr ist es zehn Jahre her, dass Papst Benedikt XVI. Summorum pontificum unterzeichnet hat. Wie ist die Entscheidung von Jugendlichen angenommen worden?

    Wir schätzen die traditionelle Form der heiligen Messe sehr und danken dem Heiligen Vater für die Wiederbelebung dieser Form. Wir hoffen gleichzeitig, dass im Sinne Benedikts die alte Form die neue Form positiv befruchten kann.

    Ist die Wallfahrt ein Stück deutsch-französischer Freundschaft?

    Ich habe den Eindruck, dass Ländergrenzen für Katholiken nicht ganz so relevant sind. Man empfängt uns Deutsche jedenfalls immer mit großer Freude. Zudem erinnert uns jedes Jahr der Bischof von Chartres, mit dem wir uns für ein Gruppenfoto treffen, an den deutschen Priester Franz Stock. Er war ein Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg und ist in Chartres beerdigt.

    Worin sehen Sie den geistlichen Mehrwert im Vergleich zu anderen Jugendwallfahrten?

    Auf dem manchmal ziemlich anstrengenden Weg nach Chartres lässt man seinen Alltag hinter sich. Manche Dinge erscheinen plötzlich ganz unwichtig und man vergisst sie sogar. Je mehr man seinen Alltag dann zurücklässt, desto mehr kann man sich seiner eigenen Gottesbeziehung und den wirklich relevanten Anliegen widmen. Ich denke, viele fahren durch das positive Vorbild so vieler anderer junger Gläubigen gestärkt, zurück in die Heimat und freuen sich wieder auf die nächste Wallfahrt.

    Informationen und Anmeldung zu den Gruppen aus Köln, Stuttgart, Wigratzbad, Österreich und der Schweiz gibt es unter www.paris-chartres.info.