• aktualisiert:

    Wille zur Aufklärung bekräftigt

    Berlin/Bonn/Hannover (DT/KNA) Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, hat den Willen der Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen bekräftigt. „Wir wollen Aufklärung, weil wir in der Schuld der Opfer stehen und alles tun wollen, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“, sagte der Jesuit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Wir können nicht wollen, dass die christliche Botschaft und die Glaubwürdigkeit vieler kirchlich Engagierter wegen der Verfehlungen mancher zugrunde gehen.“

    Berlin/Bonn/Hannover (DT/KNA) Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, hat den Willen der Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen bekräftigt. „Wir wollen Aufklärung, weil wir in der Schuld der Opfer stehen und alles tun wollen, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“, sagte der Jesuit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Wir können nicht wollen, dass die christliche Botschaft und die Glaubwürdigkeit vieler kirchlich Engagierter wegen der Verfehlungen mancher zugrunde gehen.“

    Auch sei das moralische Urteil der Kirche in Fragen der Bioethik oder des Lebensschutzes sehr oft gefragt. In dieser Woche hatte die Bischofskonferenz bekanntgegeben, dass das Thema Missbrauch kurzfristig auf die Tagesordnung der Frühjahrsvollversammlung Ende Februar in Freiburg gesetzt wird. Langendörfer sagte weiter, die katholische Morallehre betone besonders die Achtung vor dem anderen. „Umso erschütternder ist da jeder Fall sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch einen Priester.“ Bei diesem Thema habe die Gesellschaft und damit auch die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten einen Lernprozess durchgemacht. „Wir haben gelernt, künftig aufmerksamer hinzuschauen und gut begründete Erkenntnisse zum Schutz der Opfer wie zum Umgang mit den Tätern umzusetzen“, so der Pater. Er verwies auf die 2002 verabschiedeten Leitlinien der Bischofskonferenz für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch, die unter anderem in den Diözesen den Einsatz von Ansprechpartnern vorsehen, an die sich Betroffene wenden können. Zudem werde Tätern der Gang zur Staatsanwaltschaft nahegelegt. Damit hätten die Bischöfe gezeigt, dass sexueller Missbrauch nicht nur nach staatlichem, sondern auch nach kirchlichem Recht eine Straftat sei, so der Sekretär.

    Papst Johannes Paul II. habe „nach den fürchterlichen Missbrauchsfällen in den USA schon vor neun Jahren eine umfassende Aufklärung und das Ende der Vertuschung“ gefordert. Benedikt XVI. setze diese Linie „unbeirrt fort“, hob Langendörfer hervor.

    Das Erzbistum Berlin will unterdessen Konsequenzen aus dem Skandal um sexuellen Missbrauch im Canisius-Kolleg ziehen. „Wir denken darüber nach, eine ständige Kommission einzurichten, die sich mit Missbrauchsvorwürfen befasst“, sagte der zuständige Beauftragte des Erzbistums, Stefan Dybowski, am Freitag der „Berliner Zeitung“. Auch eine Frau solle dabei sein. „Und wir müssen mehr Aufklärung betreiben, im Erstkommunionsunterricht, in Gemeindeversammlungen.“ Am Donnerstag wurde auch in Bonn ein Missbrauchsfall an einer Einrichtung des Jesuitenordens bekannt. Der Rektor des dortigen Aloisiuskollegs, Pater Theo Schneider, sagte, diese Vorwürfe bezögen sich ausschließlich auf die Vergangenheit und nicht auf aktive Jesuiten und Mitarbeiter. Von diesem Fall habe er bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Kenntnis gehabt, betonte Schneider. Mögliche Opfer von Missbrauch ermutigte Schneider zum Gespräch.