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    „Wie nach einem Bombardement“

    Rom (DT/KAP) Nach dem schweren Erdbeben in Italien mit mindestens 21 Toten hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz zum Gebet für die Opfer aufgerufen. Bei seiner Generalaudienz ersetzte er die übliche Auslegung einer Bibelstelle durch ein Rosenkranzgebet für die Opfer des Erdbebens in Italien. Angesichts des Erdbebens, das in Zentralitalien „ganze Gebiete zerstört und Tote und Verletzte hinterlassen hat“, verschob er die Katechese der Generalaudienz auf dem Petersplatz am Mittwoch auf kommende Woche. Franziskus versicherte alle Menschen in den betroffenen Gebieten seiner Gebete, der „Umarmung der ganzen Kirche“ sowie der „Umarmung der Menschen hier auf dem Platz“. Nach seinen Worten betete das Oberhaupt der katholischen Kirche den Rosenkranz mit den auf dem Platz anwesenden Pilgern.

    Die Trümmer einer zerstörten Kirche in Amatrice erinnern noch an die Schreckensnacht. Foto: dpa

    Rom (DT/KAP) Nach dem schweren Erdbeben in Italien mit mindestens 21 Toten hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz zum Gebet für die Opfer aufgerufen. Bei seiner Generalaudienz ersetzte er die übliche Auslegung einer Bibelstelle durch ein Rosenkranzgebet für die Opfer des Erdbebens in Italien. Angesichts des Erdbebens, das in Zentralitalien „ganze Gebiete zerstört und Tote und Verletzte hinterlassen hat“, verschob er die Katechese der Generalaudienz auf dem Petersplatz am Mittwoch auf kommende Woche. Franziskus versicherte alle Menschen in den betroffenen Gebieten seiner Gebete, der „Umarmung der ganzen Kirche“ sowie der „Umarmung der Menschen hier auf dem Platz“. Nach seinen Worten betete das Oberhaupt der katholischen Kirche den Rosenkranz mit den auf dem Platz anwesenden Pilgern.

    Es bewege ihn wirklich sehr, vom Bürgermeisters der Stadt Amatrice zu hören, dass es den Ort nicht mehr gebe und dass unter den Opfern auch Kinder seien, so Franziskus vor dem Gebet. Er dankte zudem allen Helfern für ihren Einsatz.

    Vollkommen zerstört ist unter anderem das Dorf Pescara del Tronto in der Provinz und gleichnamigen Diözese Ascoli-Piceno. Der Bischof von Ascoli-Piceno, Giovanni D'Ercole, reiste bereits im Morgengrauen in das Dorf und berichtete gegenüber Radio Vatikan und der katholischen Nachrichtenagentur SIR von einem Bild des Grauens, das sich biete. „Ich hörte die Schreie der verschütteten Menschen. Das Gebiet ist völlig zerstört, wie nach einem Bombardement.“

    In diesem Dorf befänden sich wegen der Ferien sehr viel mehr Menschen als im Winter, weil hier viele Römer einen Zweitwohnsitz hätten, sagte der Bischof. „Und es sind deshalb auch viele junge Leute hier, auch die Erdbebenopfer sind zumeist jung“, so D'Ercole. Es sei schwierig, „die Toten und Verletzten zu zählen“. Er fahre jetzt nach Ascoli zurück, um die Aufbahrung der Toten zu organisieren. „Das wird auf jeden Fall eine traurige Zeit“, sagte der Bischof. Die Diözese habe dem Krankenhaus eine große Kapelle zur Aufbahrung zur Verfügung gestellt.

    Das Erdbeben von einer Stärke von mehr als sechs und mehrere Nachbeben hatten in der Nacht die gesamte Region zwischen Umbrien, Latium und den Marken erschüttert. Das Beben war auch in Rom und an der Adria-Küste zu spüren. Das Zentrum des Bebens lag laut Erdbebendiensten in der Provinz Rieti rund 150 Kilometer nordöstlich von Rom in einer relativ geringen Tiefe von zehn Kilometern. Der Erdstoß ereignete sich um 03.36 Uhr.

    Die Zahl der Toten dürfte noch steigen, da mehrere Menschen noch vermisst werden. Wegen der großen Zahl von Verletzten haben die Behörden die Bevölkerung zum Blutspenden aufgerufen. Die Bewohner der Gemeinden um das Epizentrum wurden gebeten, dazu in Spitäler zu gehen. Laut Zivilschutz seien mindestens zehn Tote in Pescara del Tronto geborgen worden; auch im Ferienort Amatrice, in Accumoli und in Arquata gab es mehrere Todesopfer. Die Zahlen variieren je nach Quelle.

    Der Zivilschutz ist im Dauereinsatz, um den betroffenen Gemeinden Hilfe zu leisten. Die Lage ist aber unübersichtlich. Die Rettungsdienste konnten einige Orte in der bergigen Gegend nur schwer erreichen. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie warnte vor der Gefahr weiterer Erdbeben. Nachbeben könnten sich noch Tage oder sogar noch Wochen nach dem Hauptbeben ereignen.

    Die Kirchen des umbrischen Wallfahrtsortes Assisi haben wegen des Erdbebens in der Region nach bisherigen Erkenntnissen offenbar keinen Schaden genommen. Der Chefrestaurator der Basilika San Francesco, Sergio Fusetti, begutachtete nach Angaben des in Assisi ansässigen Franziskanerordens am Mittwochmorgen die Ober- und Unterkirche der Basilika „San Francesco“. Er nannte die Wirkung der Erdbebensicherungstechnik zufriedenstellend. Sie war nach dem Beben von 1997 installiert worden. Damals war die Oberkirche stark zerstört worden, und es hatte auch Tote in Assisi gegeben. In der Nacht zu Mittwoch seien zwar deutlich Erdstöße spürbar gewesen, hieß es. Nennenswerte Schäden seien aber bisher nicht bekannt.

    Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) stellt nach dem Erdbeben im Land eine Million Euro Soforthilfe bereit. Das Geld stamme aus den Abgaben der Bürger für die italienische Kirche, wie die Pressestelle der Bischofskonferenz am Mittwoch mitteilte. Sie kündigte zudem für den 18. September eine landesweite Sonderkollekte in den katholischen Kirchen des Landes für die Erdbebenopfer an.