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    „Wichtiger Besuch“

    New York/Rom (DT/KNA) Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat die offizielle Ankündigung der Reise von Papst Benedikt XVI. in den Nahen Osten begrüßt. Der Besuch in Jordanien, Israel und den Palästinensischen Gebieten komme rechtzeitig, sagte WJC-Präsident Ronald S. Lauder einer am Montag in New York veröffentlichten Erklärung zufolge. Das Kirchenoberhaupt erhalte damit eine „Gelegenheit, die nicht verpasst werden darf“. Lauder verwies auf die jüngsten jüdisch-katholischen Kontroversen um die Aufhebung der Exkommunikation für den Holocaust-Leugner Richard Williamson, das Karfreitagsgebet sowie um Papst Pius XII. Benedikt XVI. hatte am Sonntag seine Reise angekündigt, die ihn vom 8. bis 15. Mai unter anderem nach Jerusalem und Bethlehem führen soll. „Diesem wichtigen Besuch werden Israel und das jüdische Volk einen warmen Empfang bereiten“, so der WJC-Präsident. Besonders hob er die geplante Visite des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem hervor. Sie sei vor dem Hintergrund der Williamson-Debatte ein „bedeutendes“ Zeichen. Allerdings zeigte sich Lauder „tief enttäuscht“ über die Ankündigung des Vatikan, an der Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen („Durban II“) vom 20. bis 24. April in Genf teilzunehmen. Israel und jüdische Organisationen wehren sich insbesondere gegen den Entwurf einer Abschlusserklärung, die Israel eine rassistische Behandlung der Palästinenser vorwirft. Italien, die USA und Kanada haben deshalb ihre Teilnahme abgesagt.

    New York/Rom (DT/KNA) Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat die offizielle Ankündigung der Reise von Papst Benedikt XVI. in den Nahen Osten begrüßt. Der Besuch in Jordanien, Israel und den Palästinensischen Gebieten komme rechtzeitig, sagte WJC-Präsident Ronald S. Lauder einer am Montag in New York veröffentlichten Erklärung zufolge. Das Kirchenoberhaupt erhalte damit eine „Gelegenheit, die nicht verpasst werden darf“. Lauder verwies auf die jüngsten jüdisch-katholischen Kontroversen um die Aufhebung der Exkommunikation für den Holocaust-Leugner Richard Williamson, das Karfreitagsgebet sowie um Papst Pius XII. Benedikt XVI. hatte am Sonntag seine Reise angekündigt, die ihn vom 8. bis 15. Mai unter anderem nach Jerusalem und Bethlehem führen soll. „Diesem wichtigen Besuch werden Israel und das jüdische Volk einen warmen Empfang bereiten“, so der WJC-Präsident. Besonders hob er die geplante Visite des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem hervor. Sie sei vor dem Hintergrund der Williamson-Debatte ein „bedeutendes“ Zeichen. Allerdings zeigte sich Lauder „tief enttäuscht“ über die Ankündigung des Vatikan, an der Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen („Durban II“) vom 20. bis 24. April in Genf teilzunehmen. Israel und jüdische Organisationen wehren sich insbesondere gegen den Entwurf einer Abschlusserklärung, die Israel eine rassistische Behandlung der Palästinenser vorwirft. Italien, die USA und Kanada haben deshalb ihre Teilnahme abgesagt.

    Die Teilnahme an der Anti-Rassismus-Konferenz bedeute keine Zustimmung zu dem betreffenden Text, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi der Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge. Andernfalls wäre eine Diskussion sinnlos. Die aktuelle Fassung des Abschlussdokuments wirft Israel Rassismus und Apartheid gegenüber den Palästinensern vor. Der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Maria Tomasi, wies im „Corriere“ darauf hin, die geplante Schlusserklärung sei bereits mehrfach geändert worden. In den nächsten Tagen werde eine nochmals gekürzte und „weniger polemische“ Version erstellt. „Es ist klar, dass wir gegen jeden Antiisraelismus sind, so wie wir auch keine Form von Diskriminierung hinnehmen können“, sagte Tomasi. Ein Urteil über das Schlussdokument scheine ihm aber verfrüht.