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    Was ist Benedikts eigentlicher Job?

    Freiburg (DT) „Freuen Sie sich auf den Papst?“, lautete eine Frage der Podiumsdiskussion in Freiburg, zu der die Generation Benedikt am vergangenen Samstag einlud. Dabei diskutierten die Vorsitzende des BDKJ Freiburg, Andrea Heim, der Freiburger Dominikanerpater Thomas Brogl, der Chefredakteur der Bistumszeitung „Konradsblatt“, Klaus Nientied, sowie Andreas Fritsch von der Initiative „Nightfever“ vor etwa vierzig Zuhörern über ihre Erwartungen an den Papstbesuch in Freiburg. Moderiert wurde die Diskussion unter dem Titel „Papstbesuch ohne Folgen?“ von Martin Hinzmann. Anlass war die Aussage der Diözesanratsvorsitzenden Martina Kastner, sie erwarte einen „Papstbesuch ohne Folgen“. Dabei berief sie sich auch auf die ihrer Aussage zufolge weitgehend folgenlos gebliebenen vergangenen Besuche Papst Benedikts XVI. in Deutschland, 2005 und 2006.

    Freiburg (DT) „Freuen Sie sich auf den Papst?“, lautete eine Frage der Podiumsdiskussion in Freiburg, zu der die Generation Benedikt am vergangenen Samstag einlud. Dabei diskutierten die Vorsitzende des BDKJ Freiburg, Andrea Heim, der Freiburger Dominikanerpater Thomas Brogl, der Chefredakteur der Bistumszeitung „Konradsblatt“, Klaus Nientied, sowie Andreas Fritsch von der Initiative „Nightfever“ vor etwa vierzig Zuhörern über ihre Erwartungen an den Papstbesuch in Freiburg. Moderiert wurde die Diskussion unter dem Titel „Papstbesuch ohne Folgen?“ von Martin Hinzmann. Anlass war die Aussage der Diözesanratsvorsitzenden Martina Kastner, sie erwarte einen „Papstbesuch ohne Folgen“. Dabei berief sie sich auch auf die ihrer Aussage zufolge weitgehend folgenlos gebliebenen vergangenen Besuche Papst Benedikts XVI. in Deutschland, 2005 und 2006.

    Einen lebendigen Widerspruch zu dieser Aussage bildete die Vorstellung der Nightfever-Aktion, die Andreas Fritsch übernahm. Die Idee der Anbetungsnächte entwickelte sich 2005 in Köln beim ersten Besuch Benedikts XVI. Doch dieses Mal wird es kein Jugendtreffen sein, zu dem der Papst nach Deutschland kommt, sondern ein Staatsbesuch. So erhofft sich Klaus Nientied, dass Papst Benedikt den richtigen Ton findet, wenn er im Bundestag vor den deutschen Abgeordneten spricht. Die Verzahnung der Kirche in der Gesellschaft sieht er als eine wichtige Aufgabe, der der Papst in seinem Besuch nachgehen sollte. Auch an weiteren Erwartungen an den Besuch des Oberhirten der Kirche mangelte es dem Chefredakteur nicht. Obwohl er ein Eingehen des Papstes auf die Forderungen des Theologen-Memorandums für unwahrscheinlich hält, so erhofft er sich doch, dass der Papst den Fragen der deutschen Christen zuhört. Erinnert wurde an ein Ereignis beim Papstbesuch Johannes Pauls II. von 1980, bei dem die damalige Vorsitzende des BDKJ entgegen dem Protokoll vor dem Papst ihre Kritik an der Sexualmoral der Kirche und an der Rolle der Frauen anbrachte. „Wenn ich höre, dass der Papst in den drei Tagen, in denen er da ist, allein siebzehn Reden halten wird, finde ich das kein gutes Zeichen für einen Dialog“, kritisierte Nientied.

    Er wie auch Andrea Heim vom BDKJ Freiburg forderten gleichberechtigte Gespräche. Bei einem offenen Dialog dürfe, so Nientied, das Bild des Papstes nicht das des umjubelten Mannes in weißer Soutane an der Spitze des Schiffs auf dem Rhein sein, sondern es müsse klar werden, dass er lediglich der Bischof von Rom ist, der mit besonderen Aufgaben ausgestattet ist.

    Während der Redakteur nicht glaubt, dass „wenige Tage die Welt verändern werden“ und von zu großen Erwartungen abrät, berichtete Andreas Fritsch von seiner Bekehrung zum Christentum. Die Vigilfeier mit dem Papst beim Kölner Weltjugendtag hatte entscheidenden Einfluss auf seinem Weg zum Katholizismus.

    „Die Dinge, die wir vom Papst erwarten und worauf wir uns freuen“, so Fritsch, „sind nicht Lösungen für Strukturfragen der Kirche, sondern Impulse für unsere persönliche Spiritualität.“ „Denn das ist“, so der Theologiestudent, „doch der eigentliche Job des Papstes. Der Heilige Vater kann uns inspirieren, wieder häufiger in die Messe zu gehen, oder das Sakrament der Beichte zu empfangen.“ Andrea Heim, die in die Organisation des Papstbesuches stark eingebunden ist, erwartet hingegen positive Ergebnisse des Events nicht vom Papst ausgehend, sondern von den Gesprächen und Begegnungen der Menschen untereinander. Eine andere Art der Vorbereitung und Begleitung des Papstbesuches ist die, die Fritsch und Brogl sich vorgenommen haben. Durch gemeinsames Gebet für den Papst soll das Erzbistum auf den Besuch des Stellvertreters Christi vorbereitet werden. In Freiburg wird im September auch ein „Nightfever“ stattfinden, das den Papst durch Gebet in seinem Besuch unterstützen soll. Den ökumenischen Akzent, den der Heilige Vater im Rahmen seiner Deutschlandreise setzen will, sahen alle Diskussionsteilnehmer als ein wichtiges Signal, wobei, so Brogl „der Schwerpunkt der ökumenischen Arbeit unseres Papstes eher bei den Orthodoxen liegt“.

    So verschieden wie die Erwartungen und Stimmungen im Erzbistum Freiburg waren auch die der Diskutierenden. Während Andrea Heim und Klaus Nientied dem Papstbesuch zwar interessiert entgegenblickten, in den erwarteten Folgen aber keine Erfüllung ihrer Wünsche für die Kirche sehen, unterstrich Thomas Brogl vor allem die Wichtigkeit der eigenen Vorbereitung auf den Besuch des Heiligen Vaters. Die Erwartungen an einen Strukturwandel der Kirche durch den Papstbesuch, so ein Fazit der Diskussion, sind sehr gering, besonders die Jugend erhofft sich aber vielmehr von ihrem Heiligen Vater Impulse für ihr geistliches Leben. „Ich freue mich auf den Papst!“, antwortet der Student Andreas Fritsch. „Der Besuch des Heiligen Vaters wird nicht folgenlos bleiben! Der Papst hat Schlagkraft, er verändert etwas, er setzt Impulse. Der Papst spricht die Menschen an mit seiner wortgewaltigen Demut!“