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    Vorbild der Nächstenliebe

    Niepokalanow (DT) Er ist nicht nur ein großer polnischer Heiliger, ein Patron von mehr als 300 Kirchen des Landes, der laut Beschluss des polnischen Parlaments in diesem Jahr 2011 als „Verteidiger der Menschenrechte“ und „Patron einer schwierigen Zeit“ geehrt wird, er ist auch zu einer Brücke zwischen Deutschland und Polen geworden, zu einer Gestalt der Nächstenliebe und der Versöhnung für die Wunden des Zweiten Weltkriegs: Der polnische Franziskanerpater Maximilian Kolbe war vor 70 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz freiwillig anstelle eines polnischen Familienvaters in den Tod gegangen. Im sogenannten „Hungerbunker“ wurde er nach zwei Wochen ohne Nahrung am 14. August 1941 durch eine Giftspritze ermordet.

    Niepokalanow (DT) Er ist nicht nur ein großer polnischer Heiliger, ein Patron von mehr als 300 Kirchen des Landes, der laut Beschluss des polnischen Parlaments in diesem Jahr 2011 als „Verteidiger der Menschenrechte“ und „Patron einer schwierigen Zeit“ geehrt wird, er ist auch zu einer Brücke zwischen Deutschland und Polen geworden, zu einer Gestalt der Nächstenliebe und der Versöhnung für die Wunden des Zweiten Weltkriegs: Der polnische Franziskanerpater Maximilian Kolbe war vor 70 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz freiwillig anstelle eines polnischen Familienvaters in den Tod gegangen. Im sogenannten „Hungerbunker“ wurde er nach zwei Wochen ohne Nahrung am 14. August 1941 durch eine Giftspritze ermordet.

    Genau dort, am Ort des Martyriums in Auschwitz, fand eine der beiden großen Gedenkveranstaltungen in Polen für Kolbe statt. Hier legte der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz am vergangenen Sonntag in Gedenken an Maximilian Kolbe Blumen nieder, um nachher auf dem einstigen Appellplatz des Lagers mit wichtigen Vertretern der polnischen und deutschen Kirche, unter anderem mit dem Bamberger Erzbischof und deutschen Vorsitzenden der Kontaktgruppe beider Bischofskonferenzen, Ludwig Schick, eine Messe zu feiern. In seiner Predigt würdigte Dziwisz den Heiligen Maximilian als „Vorbild der Nächstenliebe“, dessen Martyrium Hoffnung gebe und, so Dziwisz, „den Weg, die Richtung und den Sinn unseres irdischen Lebens“ zeige.

    Während der Generalobere der Franziskaner, Marco Tasca, bei seinem Besuch in Auschwitz die franziskanische Modellhaftigkeit Kolbes unterstrich. „Pater Maximilian ist das Vorbild eines modernen Franziskaners, denn er hatte den Mut und das Talent, das franziskanische Charisma in der heutigen Zeit zu leben und zu verwirklichen.“

    Tags darauf schließlich, an Maria Himmelfahrt, war es der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz, der während der offiziellen Gedenkmesse für Maximilian Kolbe in Niepokalanow („Stadt der Unbefleckten“), dem von Kolbe gegründeten Kloster bei Warschau, die missionarische Bedeutung des Heiligen hervorhob: „Für die Neuevangelisation in Europa brauchen wir denselben apostolischen Eifer, wie ihn der Heilige Maximilian besaß.“ Nycz unterstrich dabei, dass Kolbe für seinen Glauben nicht „gestorben“ sei, sondern „sein Leben gegeben“ habe.

    Ein spiritueller Aspekt, den der polnische Präsident Bronislaw Komorowski in seiner offiziellen Grußbotschaft zum Todestag von Maximilian Kolbe etwas vermissen ließ, indem lediglich das „schöne Gesicht der Humanität“ Maximilian Kolbes gewürdigt und der „Sieg des Guten über das Böse“ hervorgehoben wurde.

    Bleibt nur zu wünschen, dass bei den Feierlichkeiten in fünf Jahren zum 75. Todestag von Maximilian Kolbe, der 1982 von Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde, neben dem heroischen Tod noch stärker die spirituelle Basis dieses Heroismus herausgestellt und, gerade auch auf deutscher Seite, verstanden wird: Maximilian Kolbes großer christlicher Missionseifer, sein Kampf gegen die internationale Freimaurerei und seine große Verehrung der Immaculata, der Unbefleckten, die sozusagen sein Lebensprogramm war. Nur so werden auch in Zukunft die vielen Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprogramme mit jungen Leuten aus Polen und Deutschland im Namen Maximilian Kolbes sinnvoll, zielführend und nachhaltig sein. In einer Zeit, die keine Kopie des Nationalsozialismus ist, aber dennoch schwierig bleibt.