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    Von der Politik in die Klause

    Erst einflussreicher Politiker, dann Bischof – bis es ihn schließlich doch in die Einsamkeit des Eremitendaseins zog, so lässt sich das Leben des heiligen Arnulf von Metz in kurzen Worten beschreiben.

    Erst einflussreicher Politiker, dann Bischof – bis es ihn schließlich doch in die Einsamkeit des Eremitendaseins zog, so lässt sich das Leben des heiligen Arnulf von Metz in kurzen Worten beschreiben.

    Arnulf kam um 582 als Sohn vornehmer Eltern aus fränkischem Adelsgeschlecht in Lay-Saint-Christophe bei Nancy zur Welt. Als Hausmeier und enger Vertrauter von Theudebert II. von Austrasien (dem östlichen Teil des Frankenreichs) erreichte er Macht und Ansehen, heiratete und war Vater von zwei Söhnen. 614 trat seine Frau in ein Kloster ein, und der fromme Arnulf wurde zum Priester geweiht. 614 erfolgte seine Berufung auf den Bischofsstuhl von Metz – gleichzeitig diente er noch immer am fränkischen Hof als Ratgeber, nun unter König Clothar II. Nach dessen Tod erfüllte er sich seinen lang gehegten Wunsch und lebte fortan als Einsiedler bei Remiremont in den Vogesen, wo er sich aufopferungsvoll um Aussätzige kümmerte und sie mit Mehlfladen und Bier versorgt haben soll.

    Arnulf gilt als Stammvater der Karolinger, da sein Sohn Ansegisel die Tochter Pippins des Älteren heiratete, aus deren Ehe Pippin der Mittlere hervorging. Dessen Sohn wiederum war Karl Martell, der Großvater Karls des Großen.

    Der heilige Arnulf ist der Patron der Bierbrauer, Müller und zum Finden verlorener Gegenstände. Die Legende berichtet von mehreren Bierwundern im Zusammenhang mit dem Heiligen. Eines trug sich beim Leichenzug nach Arnulfs Tod am 18. Juli 640 zu. Es war so heiß, dass die Trauergemeinde fast verdurstete, doch nur ein einziger Krug Bier aufzutreiben war. Auf die Fürbitte des bereits hoch verehrten Arnulf von Metz hielten plötzlich alle 5 000 Männer, dazu Frauen und Kinder, einen Humpen Bier in ihren Händen.

    Die Reliquien des Heiligen werden in der Abtei Sankt Arnulf in Metz aufbewahrt, die von Karl dem Großen zur Grablege der Karolinger bestimmt worden war. Karls Ehefrau Hildegard, seine Schwestern und sein Sohn Ludwig der Fromme wurden hier bestattet.