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    Viele Wege führen zum selben Glück

    „Assisi with Ingrid“, wirbt die Website mit verschnörkelten Lettern, „Spiritual Tours for Groups and Individuals“. Ingrid Henzler, die seit 1999 in Assisi lebt, hegt eine Passion für diesen Ort, insbesondere aber für die dortigen Mönche und Nonnen des Franziskanerordens: „Oft, wenn sie meinen Weg kreuzten, wollte ich am liebsten sofort mit ihnen ins Gespräch kommen, so als ob ich zu ihnen gehören würde, und ich zweifelte nicht im geringsten daran, dass auch sie ähnlich fühlten. Wenn ich dann wieder in meiner Wohnung war, dachte ich, dass ich verrückt sein müsse, solche Gedanken gehabt zu haben, noch dazu als verheiratete Frau, die vier erwachsene Kinder hat! Dennoch, die franziskanischen Schwestern und Brüder zogen mich weiter in ihren Bann!“ Etwas befremdlich muten solcherlei Sätze an, die sich in ihrem Buch „Gottsucher. Leben wie Franz von Assisi“ häufen. Es sind zu viele Ausrufezeichen, zu viele intensive Blicke gefolgt vom evokativen Punktpunktpunkt, zu viel Gefühlsduselei, die den Eindruck einer ehrlichen Begeisterung für die stille und schlichte Lebensweise der Franziskaner stören. Eine Begeisterung immerhin, die Ingrid Henzler dazu bewegt hat, den Mönchen Fragen zu ihrem Alltag zu stellen und deren Antworten aufzuzeichnen. Interviewbücher sind auf dem Markt gerade stark vertreten und sehr beliebt – insbesondere bei Glaubensthemen bietet es sich an, die betreffenden Personen direkt zu Wort kommen zu lassen, unverfälscht und persönlich. Für Ingrid Henzlers Buch bedeutet gerade diese Form die Rettung. Denn das, was die Schwestern und Brüder so gelassen auf die oft sentimentalen und stellenweise penetranten Fragen antworten, ist durchwegs lesenswert und bereichernd.

    „Assisi with Ingrid“, wirbt die Website mit verschnörkelten Lettern, „Spiritual Tours for Groups and Individuals“. Ingrid Henzler, die seit 1999 in Assisi lebt, hegt eine Passion für diesen Ort, insbesondere aber für die dortigen Mönche und Nonnen des Franziskanerordens: „Oft, wenn sie meinen Weg kreuzten, wollte ich am liebsten sofort mit ihnen ins Gespräch kommen, so als ob ich zu ihnen gehören würde, und ich zweifelte nicht im geringsten daran, dass auch sie ähnlich fühlten. Wenn ich dann wieder in meiner Wohnung war, dachte ich, dass ich verrückt sein müsse, solche Gedanken gehabt zu haben, noch dazu als verheiratete Frau, die vier erwachsene Kinder hat! Dennoch, die franziskanischen Schwestern und Brüder zogen mich weiter in ihren Bann!“ Etwas befremdlich muten solcherlei Sätze an, die sich in ihrem Buch „Gottsucher. Leben wie Franz von Assisi“ häufen. Es sind zu viele Ausrufezeichen, zu viele intensive Blicke gefolgt vom evokativen Punktpunktpunkt, zu viel Gefühlsduselei, die den Eindruck einer ehrlichen Begeisterung für die stille und schlichte Lebensweise der Franziskaner stören. Eine Begeisterung immerhin, die Ingrid Henzler dazu bewegt hat, den Mönchen Fragen zu ihrem Alltag zu stellen und deren Antworten aufzuzeichnen. Interviewbücher sind auf dem Markt gerade stark vertreten und sehr beliebt – insbesondere bei Glaubensthemen bietet es sich an, die betreffenden Personen direkt zu Wort kommen zu lassen, unverfälscht und persönlich. Für Ingrid Henzlers Buch bedeutet gerade diese Form die Rettung. Denn das, was die Schwestern und Brüder so gelassen auf die oft sentimentalen und stellenweise penetranten Fragen antworten, ist durchwegs lesenswert und bereichernd.

    Die Franziskaner erzählen offen und einfach von ihrem Leben, dem Alltag, von ihren Erfahrungen, den schönen wie den schlechten. Sie geben Zeugnis von ihrem Glauben, wie sie in ihrer Jugend den Ruf, ins Kloster einzutreten, verspürt haben, ihm gefolgt sind und nun ihr Glück gefunden haben. Sie zeigen Hintergründe auf: die Familiensituation zu Hause, gesellschaftliche Gegebenheiten, Freundschaften. Und sie vermitteln den Lesern ein Bild davon, was es eigentlich heißt, mit den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams zu leben.

    Zwölf Brüder und Schwestern hat Ingrid Henzler befragt und jeder von ihnen findet eigene Worte für das immer gleiche tiefe Glück, das hier aus echter Liebe, innerem Frieden und freudiger Bescheidenheit besteht. Dieser existenzielle Inhalt macht dann auch den sülzigen Rahmen des Buches, das heißt die albernen, kokett mit „I.H.“ signierten Gedichte und die sich wiederholenden Beschreibungen der eigenen Gefühlslage der Autorin, einigermaßen vergessen.

    Ingrid Henzler: Gottsucher. Leben wie Franz von Assisi. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg, broschiert, ISBN 978-3-86744-170-4, EUR 17,95