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    Viel Streit am heiligen Ort

    Der Konflikt zwischen Kopten und Äthiopisch-Orthodoxe um den Zugang zur Grabeskirche herrscht seit Jahrzehnten. Nun steht auch der muslimische Hüter der Schlüssel im Zentrum eines Skandals.

    Während Pilger wie gewohnt die Heiligen Stätten besuchen, ist die Grabeskirche jedoch der Mittelpunkt konfessioneller, p... Foto: Ilia Yefimovich (dpa)

    Gemäß mittelalterlicher christlicher Auffassung liegt mitten in der Grabeskirche in Jerusalem, im Katholikon, der Nabel der Welt. In diesen Tagen, während Pilger wie gewohnt die Heiligen Stätten besuchen, ist die Grabeskirche jedoch der Mittelpunkt konfessioneller, politischer und diplomatischer Konflikte.

    Im Zentrum eines skandalösen Immobiliendeals steht der muslimische Hüter der Schlüssel zur Grabeskirche

    Während der seit Jahrhunderten bestehende Streit zwischen der äthiopisch-orthodoxen und der koptisch-orthodoxen Kirche über das zur Grabeskirche gehörende Deir-al-Sultan-Kloster neu entbrannt ist, steht der bisherige muslimische Hüter der Schlüssel zur Grabeskirche, Adeeb Joudeh, im Zentrum eines skandalösen Verkaufs eines Hauses im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt an eine jüdische Siedlerorganisation.

    Israels Premier Netanyahu kritisiert Behandlung von Christen durch Palästinensische Autonomiebehörde

    Das Bild eines von zwei israelischen Polizisten zu Boden gedrückten koptischen Mönchs verbreitete sich rasend am Morgen des 24. Oktober in den sozialen Netzwerken und kurz danach auch auf den verschiedensten Nachrichtenseiten. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine ironische Antwort der Realität auf eine Rede des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahus wenig Tage zuvor, in der er Israel als „einziges Land im Nahen Osten, in dem die christliche Gemeinschaft gedeiht und wächst“ beschrieb und gleichzeitig die Behandlung von Christen durch die Palästinensische Autonomiebehörde kritisierte.

    DT/mee

    Warum der Konflikt um die Grabeskirche weiter eskaliert lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 31. Oktober. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

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