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    Verehrer des Gekreuzigten

    „Lassen Sie ihn seine Studien fortsetzen. Dieser Junge wird einmal berühmt sein.“ Mit solchen Worten ermutigte der Ortspfarrer die Mutter von Johannes Houben, der am 11. Dezember 1821 im niederländischen Munstergeleen (Provinz Limburg) zur Welt kam. Tatsächlich tat sich der kleine Johannes, der als viertes von zehn Kindern einer Müllerfamilie zur Welt gekommen war, schwer mit dem Lernen in der Schule. Das Wort des Pfarrers hatte aber gewichtig. Also bezahlten die Eltern weiter die Schulkosten, und der Junge gab nicht auf beim Büffeln des Schulstoffes. Er hielt durch mit Ausdauer und Frömmigkeit.

    „Lassen Sie ihn seine Studien fortsetzen. Dieser Junge wird einmal berühmt sein.“ Mit solchen Worten ermutigte der Ortspfarrer die Mutter von Johannes Houben, der am 11. Dezember 1821 im niederländischen Munstergeleen (Provinz Limburg) zur Welt kam. Tatsächlich tat sich der kleine Johannes, der als viertes von zehn Kindern einer Müllerfamilie zur Welt gekommen war, schwer mit dem Lernen in der Schule. Das Wort des Pfarrers hatte aber gewichtig. Also bezahlten die Eltern weiter die Schulkosten, und der Junge gab nicht auf beim Büffeln des Schulstoffes. Er hielt durch mit Ausdauer und Frömmigkeit.

    Auch beim Militär, wozu er Anfang August 1840 eingezogen wurde. Dort vollbrachte er keine Glanzleistungen. Immerhin aber hörte Johannes Houben in der Kaserne zum ersten Mal vom Orden der Passionisten, deren belgische Niederlassung nicht weit entfernt war vom Militärstandort Bergen-op-Zoom – genauer gesagt in der Stadt Ere bei Tournai. Am 5. November 1845 trat Johannes Houben in das belgische Passionisten-Noviziat ein. Er bekam den Namen Karl vom heiligen Andreas (Karel van Sint Andries) verliehen. Nachdem er am 10. Dezember 1846 die Profess ablegte, studierte Karl Theologie und Philosophie. Am 21. Dezember 1850 empfing er aus den Händen des Bischofs von Tournai die Priesterweihe.

    Wenige Monate darauf kehrte Karl vom heiligen Andreas seiner niederländischen Heimat für immer den Rücken. Er wurde nach England versetzt, wo er zunächst irische Auswanderer betreute und in der Pfarrseelsorge arbeitete. Im Sommer 1857 kam er in das neugegründete Kloster auf dem Mount Argus in Dublin. Hier vollbrachte er sein eigentliches Lebenswerk – nicht ohne Leiden. Denn das Predigen fiel Karl trotz guter Englisch-Kenntnisse schwer. Seine Stärke lag eindeutig in der Seelsorge, beim Hören der Beichte. Außerdem entfaltete sich in Dublin immer mehr sein Charisma der Krankenheilung. Die Menschen strömten in Scharen zum Kloster, um von Pater Karl geheilt zu werden. Unter dem Namen „Father Charles of Mount Argus“ wurde er, so wie es der hellsichtige Ortspfarrer von Munstergeleen vorhergesehen hatte, in der ganzen Welt (Irland, England, Amerika und Australien) berühmt. Ein Grund, wieso die inzwischen auch in London aktiven Passionisten ihn sich für acht Jahre ausliehen.

    1874 aber kehrte Pater Karl vom heiligen Andreas zurück nach Dublin, zurück zum Mount Argus. Der Dienst an den Iren ging weiter. Mit Zeichen, Wundern und Schmerzen. Vor allem seit einem Droschken-Unfall 1880 litt der Holländer in Dublin unter schweren Schmerzen im Bein. Hinzu kamen Kopfweh und Zahnschmerzen, die Pater Karl aber heroisch erduldete. Getreu seiner eigenen Devise: „Denke jeden Tag ein paar Minuten an das bittere Leiden Jesu.“

    Am 5. Januar 1893 starb der seinen Oberen gegenüber stets gehorsame Verehrer des gekreuzigten Jesus am frühen Morgen in Dublin. Die Menschen strömten in Scharen zu seiner Beerdigung und zu seinem Grab. Was sogar den Journalisten Respekt abverlangte. Der Prior des Klosters schrieb an Pater Karls Familie: „Die Menschen haben ihn schon kanonisiert.“ Am 3. Juni 2007 sprach Benedikt XVI. ihn heilig.