• aktualisiert:

    Verabredung im Pfarrhaus

    Wenn sich ein Paar zur kirchlichen Eheschließung entscheidet, führt ein Weg – oft der letzte, nachdem alle anderen Fragen bereits geklärt sind – ins Pfarrhaus. Mit dem Pfarrer, dem Kaplan oder einem pastoralen Mitarbeiter wird abgesprochen, ob zum gewünschten Termin eine Trauung in der Pfarrei möglich ist und gewöhnlich wird ein Treffen vereinbart, um gemeinsam das sogenannte Ehevorbereitungsprotokoll auszufüllen. Sofern das Formular nicht schon vom zuständigen Seelsorger vorher ausgefüllt wurde, könnte das Traugespräch, das der Beantwortung der Fragen des Ehevorbereitungsprotokolls dient, ein erster Schritt der unmittelbaren Vorbereitung auf die Eheschließung in der Kirche sein. Oft ist es leider der einzige.

    Für den Start in die Ehe brauchen Paare Papiere, Formalitäten, vor allem aber eine gute geistliche Vorbereitung. Foto: dpa

    Wenn sich ein Paar zur kirchlichen Eheschließung entscheidet, führt ein Weg – oft der letzte, nachdem alle anderen Fragen bereits geklärt sind – ins Pfarrhaus. Mit dem Pfarrer, dem Kaplan oder einem pastoralen Mitarbeiter wird abgesprochen, ob zum gewünschten Termin eine Trauung in der Pfarrei möglich ist und gewöhnlich wird ein Treffen vereinbart, um gemeinsam das sogenannte Ehevorbereitungsprotokoll auszufüllen. Sofern das Formular nicht schon vom zuständigen Seelsorger vorher ausgefüllt wurde, könnte das Traugespräch, das der Beantwortung der Fragen des Ehevorbereitungsprotokolls dient, ein erster Schritt der unmittelbaren Vorbereitung auf die Eheschließung in der Kirche sein. Oft ist es leider der einzige.

    Im Ehevorbereitungsprotokoll werden zunächst einmal alle erforderlichen Daten der Brautleute festgehalten. Wenn beide Christen sind, haben sie eine Taufbescheinigung vorzulegen. Sodann wird geklärt, ob einer der Partner eventuell vorher schon einmal verheiratet war, ob diese Ehe durch den Tod des Ehegatten beendet oder für nichtig erklärt wurde, ob aus dieser Ehe Kinder hervorgegangen sind und wie die eventuellen Verpflichtungen aus dieser Ehe in Zukunft geregelt werden.

    Ehehindernisse und Trauverbote

    Ein wichtiger Bestandteil des Ehevorbereitungsprotokolls sind die Fragen nach eventuellen Ehehindernissen (zum Beispiel, wenn die Brautleute zu jung sind, anderweitig gebunden, ob sie zu eng miteinander verwandt sind, einer von ihnen zum Diakon oder Priester geweiht wurde beziehungsweise in einem Orden die ewigen Gelübde abgelegt hat) oder Trauverboten (zum Beispiel bei Menschen, die offensichtlich vom Glauben abgefallen sind, bei Wohnsitzlosen, bei Minderjährigen, deren Eltern gegen die Eheschließung sind). Danach folgt die Frage nach der Bereitschaft zur Schließung einer kirchlichen Ehe: „Wollen Sie eine Ehe nach dem Willen Gottes und der Lehre der Kirche als volle Lebensgemeinschaft eingehen, in der Sie Einheit und Unauflöslichkeit sowie die Hinordnung auf das beiderseitige Wohl und auf Elternschaft bejahen?“

    Am besten vorher vorbereiten

    Wenn diese Frage nicht gut erklärt wird, wissen die Brautleute unter Umständen nach dem Traugespräch nicht, worauf sie sich einlassen. Dieser Teil wird abgeschlossen mit der Frage, ob jemand die Partner zur Eheschließung zwingt beziehungsweise ob die Eltern von Minderjährigen mit der Eheschließung einverstanden sind.

    Des Weiteren ist im Vorbereitungsprotokoll anzugeben, ob Erlaubnisse (etwa bei einer nur kirchlichen Trauung) oder sogenannte Dispensen (beispielsweise bei konfessionsverschiedenen Ehen oder Ehen mit Ungetauften) einzuholen sind. Ferner wird entschieden, ob die Trauung im Rahmen einer Eucharistiefeier (sogenannte Brautmesse) oder im Rahmen eines Wortgottesdienstes stattfindet, wer der trauende Geistliche ist und wer die Trauzeugen sein sollen. Im Grunde genommen ist auch der trauende Geistliche nur ein qualifizierter Zeuge des Ehesakramentes, das sich die Brautleute gegenseitig spenden. Er nimmt lediglich ihren Konsens, ihr Eheversprechen, entgegen, und bestätigt im Namen Gottes und der Kirche den Bund, den die beiden miteinander eingehen.

    Ist das Traugespräch in einen wirklichen Prozess der Ehevorbereitung eingebettet, so stellen die Angaben, die zum Ausfüllen des Ehevorbereitungsprotokolls erforderlich sind, eine gute Zusammenfassung dar, denn die Fragen bringen das auf den Punkt, was wichtig ist. Sie sind aber nicht hinreichend, um eine echte Vorbereitung zu gewährleisten, denn diese soll sicherstellen, dass die Brautleute verstehen, was das Sakrament der Ehe in der Kirche und für sie persönlich bedeutet, damit sie es wirklich feiern und später leben können.

    Der Verfasser ist Professor für Grundfragen und Geschichte des Kirchenrechts an der Universität der Salesianer in Rom und Richter an der Rota Romana