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    Venezuela: Vatikan will vermitteln

    Caracas (DT/KNA) Rund 70 Studenten haben in der venezolanischen Stadt Maracaibo ein Protestcamp vor einer katholischen Kirche errichtet. Wie der Fernsehsender Globovision (Dienstag Ortszeit) berichtete, fordern sie eine Freilassung politischer Gefangener und die Entwaffnung der sogenannten Colectivos, paramilitärischer Gruppen, die gezielt gegen die Protestbewegung in Venezuela vorgehen. Nach Angaben erwarten die Studenten in Kürze Verstärkung von 300 weiteren Demonstranten. Das Camp werde erst dann wieder geräumt, wenn alle inhaftierten Oppositionellen in Freiheit seien, erklärte ein Sprecher. Bei den seit mehr als zwei Monaten andauernden Protesten gegen die sozialistische Regierung Nicolas Maduros sind nach offiziellen Angaben bislang fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrationen richten sich gegen die Lebensmittelknappheit, die hohe Kriminalität, Polizeigewalt und staatliche Zensur. Die Regierung bezeichnete die Proteste als Putschversuch und ließ zahlreiche Oppositionspolitiker unter dem Vorwurf verhaften, für die Gewalt verantwortlich zu sein. Menschenrechtsorganisationen erheben indes schwere Anschuldigungen gegen Sicherheitskräfte. Inzwischen hat die Justiz mehrere Dutzend Polizisten wegen Mordes und Folter angeklagt. Die katholische Kirche hatte beide Seiten in den vergangenen Wochen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen. Auf Bitten der venezolanischen Regierung vermittelt der Vatikan in einem Dialog zwischen der Staatsführung und Teilen der Opposition.

    Caracas (DT/KNA) Rund 70 Studenten haben in der venezolanischen Stadt Maracaibo ein Protestcamp vor einer katholischen Kirche errichtet. Wie der Fernsehsender Globovision (Dienstag Ortszeit) berichtete, fordern sie eine Freilassung politischer Gefangener und die Entwaffnung der sogenannten Colectivos, paramilitärischer Gruppen, die gezielt gegen die Protestbewegung in Venezuela vorgehen. Nach Angaben erwarten die Studenten in Kürze Verstärkung von 300 weiteren Demonstranten. Das Camp werde erst dann wieder geräumt, wenn alle inhaftierten Oppositionellen in Freiheit seien, erklärte ein Sprecher. Bei den seit mehr als zwei Monaten andauernden Protesten gegen die sozialistische Regierung Nicolas Maduros sind nach offiziellen Angaben bislang fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrationen richten sich gegen die Lebensmittelknappheit, die hohe Kriminalität, Polizeigewalt und staatliche Zensur. Die Regierung bezeichnete die Proteste als Putschversuch und ließ zahlreiche Oppositionspolitiker unter dem Vorwurf verhaften, für die Gewalt verantwortlich zu sein. Menschenrechtsorganisationen erheben indes schwere Anschuldigungen gegen Sicherheitskräfte. Inzwischen hat die Justiz mehrere Dutzend Polizisten wegen Mordes und Folter angeklagt. Die katholische Kirche hatte beide Seiten in den vergangenen Wochen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen. Auf Bitten der venezolanischen Regierung vermittelt der Vatikan in einem Dialog zwischen der Staatsführung und Teilen der Opposition.

    Am Montag hatte der Botschafter des Vatikan in Venezuela, Erzbischof Aldo Giordano, überraschend protestierende Studenten im Büro der Vereinten Nationen in der Hauptstadt Caracas besucht. Nach einem Bericht der Tageszeitung „El Nacional“ traf der päpstliche Nuntius dort mit Demonstranten zusammen, die schon seit zehn Tagen im UN-Gebäude ausharren, vier von ihnen im Hungerstreik. Die rund 200 Aktivisten übergaben Giordano ein Schreiben mit ihren Forderungen. Der Nuntius sagte nach dem Besuch laut der Zeitung, die Kirche wolle „helfen, ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden, und stattdessen Räume schaffen, in denen es möglich ist, sich den wahren Problemen des Landes zu stellen“. Die Aktivisten hofften auf eine Vermittlung der katholischen Kirche in ihren Anliegen, zitierte der TV-Sender „Globovision“ einen der Studenten. Eine Hauptforderung ist die Zulassung einer UN-Kommission, die die Gewalt während der Proteste der vergangenen Wochen untersuchen soll. Giordano hatte in vergangenen Donnerstag als Vertreter des Vatikan an einem ersten Dialog der Regierung von Präsident Nicolas Maduro und Teilen der Opposition teilgenommen. Der Vatikan ist wie eine Gruppe von Außenministern des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR als Vermittler in die Gespräche eingebunden, die tiefe politische Krise des Landes beenden soll. Bei den seit fast zwei Monaten andauernden Protesten gegen die sozialistische Regierung Maduros sind nach offiziellen Angaben bislang fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrationen richten sich gegen die Lebensmittelknappheit, die hohe Kriminalität, Polizeigewalt und staatliche Zensur. Die Regierung bezeichnete die Proteste als Putschversuch und ließ zahlreiche Oppositionspolitiker unter dem Vorwurf verhaften, für die Gewalt verantwortlich zu sein. Menschenrechtsorganisationen erheben dagegen schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Die katholische Kirche rief beide Seiten in den vergangenen Woche wiederholt zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auf.