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    „Unbeschreiblicher Trost“

    Vatikanstadt (DT/KAP) An der Seligsprechung des syrisch-katholischen Bischofs Mar Flavian Michael Melki (1858–1915) am Samstag in der Charfetkloster-Basilika im libanesischen Harissa haben Patriarchen, Oberhäupter der Ostkirchen aus dem Libanon, Syrien und dem Irak sowie Kurienvertreter teilgenommen und auf die aktuelle Christenverfolgung insbesondere durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hingewiesen. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Yousef III. Younan stand dem Gottesdienst vor. Der syrische Bischof war im Zuge der genozidalen Verfolgungen des Osmanischen Reichs gegen Armenier und andere christliche Minderheiten ermordet worden. Patriarch Younan bezeichnete die Seligsprechung des Märtyrer-Bischofs als „unbeschreiblichen Trost“, gerade in diesen schwierigen Zeiten für die orientalischen Christen. Denn ihre Situation sei gekennzeichnet von großem Leid, von Massakern im Irak und in Syrien, von Menschenrechtsverletzungen, von Entführungen und Vertreibungen.

    Vatikanstadt (DT/KAP) An der Seligsprechung des syrisch-katholischen Bischofs Mar Flavian Michael Melki (1858–1915) am Samstag in der Charfetkloster-Basilika im libanesischen Harissa haben Patriarchen, Oberhäupter der Ostkirchen aus dem Libanon, Syrien und dem Irak sowie Kurienvertreter teilgenommen und auf die aktuelle Christenverfolgung insbesondere durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hingewiesen. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Yousef III. Younan stand dem Gottesdienst vor. Der syrische Bischof war im Zuge der genozidalen Verfolgungen des Osmanischen Reichs gegen Armenier und andere christliche Minderheiten ermordet worden. Patriarch Younan bezeichnete die Seligsprechung des Märtyrer-Bischofs als „unbeschreiblichen Trost“, gerade in diesen schwierigen Zeiten für die orientalischen Christen. Denn ihre Situation sei gekennzeichnet von großem Leid, von Massakern im Irak und in Syrien, von Menschenrechtsverletzungen, von Entführungen und Vertreibungen.

    Kurienkardinal Angelo Amato verwies auf Parallelen zwischen der Situation von 1915 und heute. Viele Christen müssten auch heute in Nahost und andernorts den „Untergang einer menschlichen Gesellschaft und eines friedlichen Zusammenlebens“ erleiden. Heute wie vor hundert Jahren „senkt sich die Dunkelheit über die antike christliche Kultur des Nahen Ostens“.

    Wörtlich erklärte Amato: „Wie vor hundert Jahren zur Zeit des Märtyrer-Bischofs Mar Flavian Melki wird den Christen jede Freiheit vorenthalten. Sie sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, zu konvertieren oder zu sterben. Der Tod dominiert im Geist der Täter. Sie ertragen die Freiheit und die Brüderlichkeit der christlichen Zivilisation, die Nächstenliebe, die Gerechtigkeit und die Hilfsbereitschaft nicht.“ Heute bräuchten die Christen im Nahen Osten die Solidarität und das Gebet der ganzen Christenheit, so Amato. Die Seligsprechung von Mar Flavian Melki sei eine Gabe von Papst Franziskus an die Kirche im Nahen Osten, vor allem an die so schwer betroffene syrisch-katholische Kirche. Zugleich sei die Seligsprechung eine Einladung, die von Melki vertretenen menschlichen und christlichen Werte überall bekannt zu machen, „um Mut zu verbreiten“ und den „erniedrigten Glaubensgeschwistern, die unter den täglichen Unterdrückungen leiden, Hoffnung zu schenken“.

    Der 1858 geborene Melki war Bischof der syrisch-katholischen Eparchie der Dschazira und wurde 1915 – ebenso wie der chaldäisch-katholische Bischof von Mardin, Jaqub Abraham, mit weiteren Priestern und katholischen Laien – von osmanischen Staatspolizisten festgenommen. Als die beiden Bischöfe den geforderten Übertritt zum Islam verweigerten, wurden sie getötet.