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    US-Kardinal O'Malley: Missbrauchsopfern Gehör schenken

    Der Erzbischof von Boston betont, dass die Missbrauchskrise nur dann angemessen aufgearbeitet werden könne, wenn man die Berichte der Opfer in den Mittelpunkt stelle.

    US-Kardinal O'Malley will Missbrauchsopfern mehr Gehör schenken
    Anderen Tätigkeitsfelder der Kirche wie etwa die Evangelisierung litten darunter, wenn die Missbrauchskrise nicht richti... Foto: Esteban Felix (AP)

    Die katholische Kirche muss den Berichten der Opfer sexuellen Missbrauchs Gehör schenken. Diese Ansicht äußerte der US-Kardinal Sean O'Malley. Nur so könne sie angemessen auf die Missbrauchskrise antworten. „Die Stimme der Überlebenden an führende Vertreter der Kirche heranzutragen ist von allerhöchster Bedeutung, wenn die Menschen verstehen sollen, wie wichtig es für die Kirche ist, stets schnell und angemessen zu antworten, wenn es zu Missbrauch kommen könnte“, erklärte der Erzbischof von Boston im Gespräch mit dem vatikanischen Nachrichtenportal „Vatican News“.

    O'Malley: Fokus auf die Opfer muss Priorität haben

    Der Fokus auf die Opfer müsse nun Priorität haben, so O'Malley, der den Vorsitz der Kinderschutzkommission des Vatikan innehat. Diese soll den Papst darin beraten, wie Kinder und verletzliche Erwachsene vor sexuellem Missbrauch bewahrt werden können. Im Licht der aktuellen Situation sehe man, wie die anderen Tätigkeitsfelder der Kirche, wie etwa die Evangelisierung, darunter litten, wenn die Missbrauchskrise nicht richtig aufgearbeitet würde.

    Gläubige fürdern zügige und klare Antwort

    Die jüngsten Ereignisse hätten dazu geführt, so O'Malley, dass die Gläubigen zügig klare Antworten forderten. Der Kardinal betonte zudem, dass sich die Kinderschutzkommission nun auf die die Erfahrungsberichte von Missbrauchsopfern konzentrieren wolle. Die Aufgabe der Kommission sei es jedoch grundsätzlich, Missbrauch vorzubeugen, nicht, Ermittlungen im Missbrauchsfällen anzustellen. „Wir versuchen, die Zukunft zu ändern, sodass sich diese traurige Geschichte nicht wiederholt“, so der Erzbischof von Boston.

    DT/mlu

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