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    Über das Glück im Bund zu Dritt

    Es gibt Bücher, die kann man nicht aus der Hand legen, wenn man begonnen hat, sie zu lesen. Ein solches Buch ist die Geschichte der Liebe von Maria und Stephan Schmidt, die Maria Schmidt nach dem Tod ihres Ehemannes veröffentlicht hat. „Ich liebe dich so, wie ich bin“ ist der Titel und auch das Motto dieses autobiographischen Berichtes, die Geschichte der großen Liebe ihres und auch seines Lebens.

    Es gibt Bücher, die kann man nicht aus der Hand legen, wenn man begonnen hat, sie zu lesen. Ein solches Buch ist die Geschichte der Liebe von Maria und Stephan Schmidt, die Maria Schmidt nach dem Tod ihres Ehemannes veröffentlicht hat. „Ich liebe dich so, wie ich bin“ ist der Titel und auch das Motto dieses autobiographischen Berichtes, die Geschichte der großen Liebe ihres und auch seines Lebens.

    Die Autorin berichtet darin von ihrer Kindheit und Jugend und von ihrer Sehnsucht, den Mann zu finden, mit dem sie für immer verheiratet sein möchte. Sehr persönlich, berührend und offen erzählt sie von ihren Eltern und Geschwistern und von einer glücklichen Kindheit im Kreis vieler Geschwister. Aber der Clou kommt, als sie dreißig Jahre alt ist und noch immer nicht ihren Traummann kennengelernt hat. Auf Anraten eines Geistlichen schreibt sie eine lange Liste mit den Eigenschaften des ersehnten Mannes und betet für ein Kennenlernen. Ihre Freundin hat per Anzeige erfolgreich geheiratet und ermutigt sie, einen Versuch zu starten. Offenherzig, spritzig und humorvoll beschreibt die Verfasserin, wie sie auf diese Weise ihren Stephan fand. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte beginnt, an der die Autorin ihre Leser sehr persönlich teilnehmen lässt. Eine Verlobungszeit, in der die beiden sich kennenlernen, sich mit Hilfe eines befreundeten Paters geistlich sehr gründlich auf die Hochzeit vorbereiten. Ehe als geistlicher Weg, als ein völliges Sich-Verschenken an den Anderen, in dem man Christus begegnet, wird spürbar. Das Bemühen um eine gute Einheit in der Ehe, von dem die Autorin authentisch und offen berichtet, ist dafür wesentlich.

    Das deutsche KidsNET aufgebaut

    Die Ehe bleibt kinderlos und in der Auseinandersetzung mit diesem Schicksal wird wieder einmal der „katholische Instinkt“ der Verfasserin spürbar, der sich nicht mit vorschnellen Antworten zufriedengibt, sondern bei allem zuerst nach dem Willen Gottes fragt. Die Arbeitsstellen, die Maria Schmidt annimmt, wechselt sie so lange, bis sie als Kinderlose für viele Kinder und Familien das deutsche KidsNET aufbaut, ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder spielerisch zum Glauben hinzuführen. Ein Wort, das Kardinal Meisner zu dem jungen Ehepaar sagte, bewahrheitet sich für sie: „Es gibt auch eine geistige Vaterschaft und Mutterschaft!“

    Der Journalist Stephan Schmidt wird nach einigen beruflichen Stationen der Pressesprecher des Erzbistums Köln und Chef des Bistumsblattes. Die Autorin berichtet von zahlreichen guten Freundschaften zu Priestern und Laien, die sich aus dieser Tätigkeit für das Paar ergeben und Zeugnis sind für die Weite und den Reichtum eines Lebens in der katholischen Kirche. Sie zeichnet auch den geistlichen Weg ihres Mannes nach und lässt die Leser manche Briefe, die ihr Mann ihr geschrieben hat, lesen. So wird die reiche Persönlichkeit ihres Mannes für den Leser sehr deutlich.

    Als ihr Leben nach zwölf fruchtbaren, ereignisreichen und schönen Ehejahren, in denen beide innerlich wachsen und äußerlich in immer neue Aufgaben gestellt werden, eine unerwartete Wendung erhält, beginnt die letzte und sehr intensive Phase dieses Zusammenlebens. Bei Stephan Schmidt wird ein Hirntumor diagnostiziert. In der Lebensmitte, in einer glücklichen Ehe und in seiner wichtigen Aufgabe für die Kirche muss er lernen, sein Leben jeden Tag Gott in die Hände zu legen und ihm die Zukunft ganz zu übergeben. Nach zwei Operationen und fünf Jahren Krankheit stirbt er zuhause, wo seine Frau ihn mehrere Monate gepflegt hat. Es ist berührend, die Schilderung der letzten Zeit zu lesen, denn die beiden sind weit davon entfernt zu verzweifeln und gehen ihren schweren Weg gemeinsam im Vertrauen auf Gott. So kann der Kranke seinen Besuchern Zuversicht und Hoffnung mitgeben. Die Ehe erreicht eine Tiefe, von der die Autorin überzeugt ist, dass diese eine Frucht der lebensbedrohlichen Krankheit ihres Mannes ist.

    Ein Glaubenszeugnis für die sakramentale Ehe

    Diese Biografie ist ein Glaubenszeugnis und ein konkretes Zeugnis des Weges der Heiligkeit, den die Ehe als Sakrament und als Wirklichkeit, die das ganze Leben umfasst, darstellt. Sehr bereichert und dankbar legt man das Buch aus der Hand. Es ist jedem zu empfehlen, der vorhat, ein Leben aus der Kraft des Ehesakraments zu führen – sowie allen Paaren, die sich neu der Gnade und der Kraft vergewissern möchten, die aus einer gelebten Ehe entstehen kann und ihr von oben geschenkt wird. Die Voraussetzung dafür beschreibt Maria Schmidt ganz konkret: Es gilt, wahrzunehmen und zu pflegen, dass Eheleute nicht nur zu zweit, sondern mit Christus im Bund zu dritt ihr Leben gestalten können.

    Maria Elisabeth Schmidt: Ich liebe Dich so, wie ich bin! Eine Liebeserklärung an das Leben. Mit einem Vorwort von Kardinal Joachim Meisner. Christiana-Verlag, Kisslegg-Immenried 2017, 301 Seiten, EUR 12,80.