• aktualisiert:

    „Tut Gutes, Brüder!“

    Der Granatapfel dient als Symbol für den Orden der „Barmherzigen Brüder“, der auf Johannes von Gott zurückgeht. Einerseits veranschaulicht er die Stadt Granada in Südspanien, wo Johannes von Gott lebte und wirkte. Andererseits symbolisiert er den Heiligen selbst: so wie die Kerne aus der reifen Frucht fallen, so wollte auch er Hilfe, Zuneigung und Liebe weitergeben.

    Der Granatapfel dient als Symbol für den Orden der „Barmherzigen Brüder“, der auf Johannes von Gott zurückgeht. Einerseits veranschaulicht er die Stadt Granada in Südspanien, wo Johannes von Gott lebte und wirkte. Andererseits symbolisiert er den Heiligen selbst: so wie die Kerne aus der reifen Frucht fallen, so wollte auch er Hilfe, Zuneigung und Liebe weitergeben.

    Johannes von Gott kommt wahrscheinlich am 8. März 1495 in Montemor-o-Novo in Portugal zur Welt. Als Achtjähriger läuft er von zu Hause weg und verdient von da an seinen Lebensunterhalt selbst. Daher ist er auch Soldat im Kampf gegen die Osmanen, was ihn als Landsknecht bis vor die Tore Wiens bringt. Er kehrt aber 1533 wieder nach Spanien zurück, um als Tagelöhner, Devotionalienhändler und schließlich Buchhändler in der südspanischen Stadt Granada zu arbeiten. Bis zum 20. Januar 1539, denn an diesem Tag passierte etwas seltsames: Der 43-Jährige hört eine Predigt des heiligen Johannes von Avila (1499/1500–1569). Dessen Worte rühren ihn an, sodass er beginnt, selbst über die Barmherzigkeit zu predigen. Er reißt sich seine Kleider vom Körper und teilt sie mit den Armen. Schließlich wird er im Hospital interniert, weil man ihn für verrückt hält. Dort erfährt Johannes von Gott die schlechten Umstände der Pflege am eigenen Leib.

    Nach der Diagnose der behandelnden Ärzte wird Johannes von Gott gefesselt und ausgepeitscht, weil man hofft, so den Dämon, dem man die Verhaltensauffälligkeit zuschreibt, aus ihm zu vertreiben. Johannes von Gott sieht aber auch die anderen Kranken, die es noch schlechter haben als er. Nachdem er aus dem Hospital entlassen wird, beginnt er damit, Arme und Kranke in den Straßen Granadas zu sammeln und im Hof des Palastes einer wohltätigen Adelsfamilie zu pflegen. Er handelt nach der eingängigen Devise, die über der Hofeinfahrt steht: „Das Herz befehle!“ Im Herbst des Jahres 1539 kann er dann sein eigenes Hospital einrichten. Die Armen und Kranken nimmt er selbst oft auf seinem Rücken in sein neues Krankenhaus mit. Um die Pflegebedürftigen versorgen zu können, sammelt er unter dem Ruf „Tut Gutes, Brüder“ Geld und Lebensmittel. Dadurch beeindruckt er seine Mitmenschen, von denen sich einige ihm freiwillig anschließen. Der Bischof von Tuy empfiehlt ihm, den Beinamen „von Gott“ anzunehmen und ein Ordenskleid für seine Gemeinschaft einzuführen. Das ist die Geburtsstunde der Ordensgemeinschaft der „Barmherzigen Brüder“, die bis heute in der Alten- und Krankenpflege tätig sind. Das Wirken des heiligen Johannes von Gott führt zu einer großen Veränderung im damaligen Hospitalswesen. Erstmals werden die Kranken von den Bettlern und den Pilgern getrennt, gibt es eigene Abteilungen für Waisenkinder, Behinderte und Schwangere.

    Johannes von Gott stirbt wie er gelebt hat: im Dienst des Nächsten. Im Frühjahr 1550 sieht er einen Jungen, der im Fluss Genil zu ertrinken droht. Selbstlos springt er in das kalte Wasser. Doch der Knabe geht unter und Johannes von Gott wird schwer krank. Am 8. März 1550, seinem Geburtstag, verstirbt er im Kreise seine Gefährten. 1571 erkennt Papst Pius V. den Orden der „Barmherzigen Brüder“ an, der sich in der Folge rasch über ganz Europa und die Welt ausbreitet. Schon um 1600 gibt es in den großen europäischen Städten Hospitäler, die der Idee Johannes von Gotts entsprechen. 1622 kommen die „Barmherzigen Brüder“ nach Bayern durch die Stiftung eines Hospitals in Neuburg an der Donau. Heute sind sie mit zahlreichen Einrichtungen zur Kranken- und Behindertenpflege unter anderem in München, Regensburg und Straubing tätig. Johannes von Gott wird 1690 von Papst Alexander VIII. heiliggesprochen und zum Patron der Hospitäler, Kranken und Krankenpfleger bestimmt. Sein Fest ist der 8. März.