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    Tschechien: Diskussion um Sprachwahl des Papstes

    Prag (DT/KAP) In der Tschechischen Republik wird die Sprachwahl des Papstes bei seiner bevorstehenden Pastoralreise nach Böhmen und Mähren diskutiert. Die Entscheidung, bei dem Besuch vom 26. bis 28. September weitgehend auf Deutsch zu verzichten, stößt in einigen Medien auf Verwunderung. Einer der tschechischen Organisatoren der Reise hatte im Gespräch mit dem Prager Nachrichtenportal „idnes.cz“ erklärt, das Umfeld von Benedikt XVI. wolle mit dieser Entscheidung auf die historisch sensiblen deutsch-tschechischen Beziehungen Rücksicht nehmen. Man befürchte, dass Deutsch bei den Tschechen auf Ablehnung stoßen würde. Daher werde der Papst überwiegend Englisch und während der Messen Italienisch sprechen. Lediglich Staatspräsident Vaclav Klaus werde auf der Burg mit dem Papst Deutsch sprechen, hieß es in dem Bericht von „idnes.cz“. Laut einem Kommentar der liberalen Prager Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ lässt der Vatikan in diesem Punkt zu große Vorsicht walten. Die Gewitter zwischen Tschechen und Deutschen seien längst abgezogen: „Der Papst ist ein Deutscher, in seinem Ausweis steht Joseph Ratzinger, und zu seinen Messen kommen sehr viele ältere Menschen, die besser Deutsch als Englisch verstehen.“ Zudem würden deutsche Politiker mittlerweile auch in Israel, wo die Sprache Goethes immer noch viele erschrecke, in ihrer Muttersprache reden, so der Kommentar. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und die Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten dies selbst im israelischen Parlament getan: „Der Papst hätte die Chance, mit seinem Deutsch zu bestätigen, dass die bösen Zeiten vorbei sind“, kommentierte die „Mlada fronta Dnes“. Der Papst wird sich in Tschechien am Gedenktag des böhmischen Nationalheiligen, König Wenzel (Vaclav), aufhalten, der vermutlich am 28. September 935 in Altbunzlau von seinem Bruder Boleslav erschlagen wurde. An diesem Tag wird er in Stara Boleslav eine Messe zelebrieren. Außerdem wird der Heilige Vater in Prag Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Angehörigen der Laienbewegungen begegnen. Weitere Informationen über die Papstreise sind im Internet abrufbar unter: www.navstevapapeze.cz.

    Prag (DT/KAP) In der Tschechischen Republik wird die Sprachwahl des Papstes bei seiner bevorstehenden Pastoralreise nach Böhmen und Mähren diskutiert. Die Entscheidung, bei dem Besuch vom 26. bis 28. September weitgehend auf Deutsch zu verzichten, stößt in einigen Medien auf Verwunderung. Einer der tschechischen Organisatoren der Reise hatte im Gespräch mit dem Prager Nachrichtenportal „idnes.cz“ erklärt, das Umfeld von Benedikt XVI. wolle mit dieser Entscheidung auf die historisch sensiblen deutsch-tschechischen Beziehungen Rücksicht nehmen. Man befürchte, dass Deutsch bei den Tschechen auf Ablehnung stoßen würde. Daher werde der Papst überwiegend Englisch und während der Messen Italienisch sprechen. Lediglich Staatspräsident Vaclav Klaus werde auf der Burg mit dem Papst Deutsch sprechen, hieß es in dem Bericht von „idnes.cz“. Laut einem Kommentar der liberalen Prager Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ lässt der Vatikan in diesem Punkt zu große Vorsicht walten. Die Gewitter zwischen Tschechen und Deutschen seien längst abgezogen: „Der Papst ist ein Deutscher, in seinem Ausweis steht Joseph Ratzinger, und zu seinen Messen kommen sehr viele ältere Menschen, die besser Deutsch als Englisch verstehen.“ Zudem würden deutsche Politiker mittlerweile auch in Israel, wo die Sprache Goethes immer noch viele erschrecke, in ihrer Muttersprache reden, so der Kommentar. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und die Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten dies selbst im israelischen Parlament getan: „Der Papst hätte die Chance, mit seinem Deutsch zu bestätigen, dass die bösen Zeiten vorbei sind“, kommentierte die „Mlada fronta Dnes“. Der Papst wird sich in Tschechien am Gedenktag des böhmischen Nationalheiligen, König Wenzel (Vaclav), aufhalten, der vermutlich am 28. September 935 in Altbunzlau von seinem Bruder Boleslav erschlagen wurde. An diesem Tag wird er in Stara Boleslav eine Messe zelebrieren. Außerdem wird der Heilige Vater in Prag Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Angehörigen der Laienbewegungen begegnen. Weitere Informationen über die Papstreise sind im Internet abrufbar unter: www.navstevapapeze.cz.