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    Treueversprechen ist mehr als ein „Schutzwall“

    Berlin (DT/KNA) Der Hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister hat das neue Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert. In dem Teil zur Orientierungshilfe in Ehe und Familie würden biblische Stellen teilweise „verwischt oder relativiert“, sagte er der Tageszeitung „Welt“ (Freitag). Der EKD-Text schwanke manchmal von einer Deutungsmöglichkeit zur anderen. Meister äußerte sich zugleich zu seiner persönlichen Situation. Er verbinde mit der Erinnerung an das Scheitern seiner ersten Ehe das Gefühl von Schuld, sagte er. „Wir konnten das Gebot und die Verheißung dieser Ehe, die wir in Liebe eingegangen sind, nicht erfüllen. Diese Schuld braucht Vergebung.“ Er sei sehr dankbar, dass seine frühere Frau und er in einer freundschaftlichen Verbindung geblieben seien, fügte der 51-Jährige hinzu. Nach Einschätzung des Bischofs, der seit 2011 als Nachfolger von Margot Käßmann an der Spitze der hannoverschen Landeskirche steht, relativiert das Familienpapier den Stellenwert der Ehe. So heiße es in dem Text: „In diesem Sinne ist die Ehe eine gute Gabe Gottes.“ Da hätte man laut Meister „einen Punkt setzen können. Stattdessen wurde ein Komma gesetzt und angefügt: ,die aber, wie das Neue Testament zeigt nicht als einzige Lebensform gelten kann‘“. Auch sei das Treueversprechen des Ehepaars in der Kirche seiner Ansicht nach mehr als ein „Schutzwall“, wie es das EKD-Papier nahelege. Das Treueversprechen sei eine „klare Kennzeichnung, dass diese Gemeinschaft im Horizont Gottes geschlossen wird“.

    Berlin (DT/KNA) Der Hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister hat das neue Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert. In dem Teil zur Orientierungshilfe in Ehe und Familie würden biblische Stellen teilweise „verwischt oder relativiert“, sagte er der Tageszeitung „Welt“ (Freitag). Der EKD-Text schwanke manchmal von einer Deutungsmöglichkeit zur anderen. Meister äußerte sich zugleich zu seiner persönlichen Situation. Er verbinde mit der Erinnerung an das Scheitern seiner ersten Ehe das Gefühl von Schuld, sagte er. „Wir konnten das Gebot und die Verheißung dieser Ehe, die wir in Liebe eingegangen sind, nicht erfüllen. Diese Schuld braucht Vergebung.“ Er sei sehr dankbar, dass seine frühere Frau und er in einer freundschaftlichen Verbindung geblieben seien, fügte der 51-Jährige hinzu. Nach Einschätzung des Bischofs, der seit 2011 als Nachfolger von Margot Käßmann an der Spitze der hannoverschen Landeskirche steht, relativiert das Familienpapier den Stellenwert der Ehe. So heiße es in dem Text: „In diesem Sinne ist die Ehe eine gute Gabe Gottes.“ Da hätte man laut Meister „einen Punkt setzen können. Stattdessen wurde ein Komma gesetzt und angefügt: ,die aber, wie das Neue Testament zeigt nicht als einzige Lebensform gelten kann‘“. Auch sei das Treueversprechen des Ehepaars in der Kirche seiner Ansicht nach mehr als ein „Schutzwall“, wie es das EKD-Papier nahelege. Das Treueversprechen sei eine „klare Kennzeichnung, dass diese Gemeinschaft im Horizont Gottes geschlossen wird“.

    Zudem betonte Meister eine besondere Stellung der heterosexuellen Ehe gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. „Das ursprüngliche Bild zweier Menschen, die sich für ihr ganzes Leben aneinanderbinden, ist in der Bibel das Bild von Mann und Frau. Das kann man nicht weginterpretieren“, so der Bischof. Dennoch müsse es auch gottesdienstliche Formen für die Segnung für Paaren geben, die in vergleichbarer Weise ihre Gemeinschaften vertrauensvoll und verbindlich lebten. Wenn dies der Fall sei, ließen sich diese Formen theologisch konsistent würdigen, ohne die Ursprünglichkeit der Ehe zu beschädigen. Dennoch sei es keine Diskriminierung, dass diese Segnungen einen anderen Stellenwert hätten als Trauungen von Ehepaaren.