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    „Tragischer Verlust“

    Vatikanstadt (DT/KAP) Die Zerstörung des syrisch-katholischen Klosters Mar Elian in der syrischen Kleinstadt Qaryatain durch IS-Terroristen hat weltweit scharfe Reaktionen ausgelöst. Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, forderte die Weltgemeinschaft auf, sich endlich aufzuraffen und einen „wirklichen Friedensprozess“ in Syrien zu unterstützen, um Tragödien wie jene in Qaryatain zu stoppen. Die Zerstörung des Klosters sei ein neuerlicher Ausdruck der extremistischen Denkweise der IS-Terroristen, die „nicht nur die Bekenner anderer religiöser Überzeugungen eliminieren wollen, sondern auch alle Hinweise auf deren Beitrag zu Geschichte und Kultur der Region“.

    Vatikanstadt (DT/KAP) Die Zerstörung des syrisch-katholischen Klosters Mar Elian in der syrischen Kleinstadt Qaryatain durch IS-Terroristen hat weltweit scharfe Reaktionen ausgelöst. Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, forderte die Weltgemeinschaft auf, sich endlich aufzuraffen und einen „wirklichen Friedensprozess“ in Syrien zu unterstützen, um Tragödien wie jene in Qaryatain zu stoppen. Die Zerstörung des Klosters sei ein neuerlicher Ausdruck der extremistischen Denkweise der IS-Terroristen, die „nicht nur die Bekenner anderer religiöser Überzeugungen eliminieren wollen, sondern auch alle Hinweise auf deren Beitrag zu Geschichte und Kultur der Region“.

    Die IS-Terroristen würden nicht nur Krieg gegen die Christen führen, „sondern gegen alle, die nicht in ihre kleinkarierte extremistische Weltsicht passen“, stellte Tveit nach Angaben der Stiftung „Pro Oriente“ fest. Es sei überfällig, dass die internationale Gemeinschaft den politischen Willen und die Mittel aufbringt, um die „religiöse und kulturelle Verschiedenheit Syriens und des Iraks“ gegen die Verheerungen der Terroristen zu schützen. Die künftige politische und soziale Stabilität der Region beruhe auf der Verschiedenheit. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um einen Prozess zu stoppen, der zum Verschwinden der Christen aus ihrer angestammten Heimat und von ihren heiligen Orten führen könnte“, sagte der Generalsekretär des Weltkirchenrats.

    Scharfe Worte kamen auch von der Generaldirektorin der UNESCO, Irina Bokova: „Die systematische Zerstörung des kulturellen Erbes Syriens hat eine unerhörte Intensität erreicht. Die Zerstörung von Mar Elian ist ein tragischer Verlust für die ganze Region und für die Menschen in aller Welt“, so die Expertin in einer Erklärung. Die von den IS-Terroristen betriebene „kulturelle Säuberung“ müsse gestoppt werden, so Bokova. Die Verfolgung der Minderheiten, die die große religiös-kulturelle Vielfalt Syriens spiegeln, bezeuge eine „Ideologie des Hasses und des Ausschlusses“.

    Die UNESCO-Generaldirektorin erinnerte daran, dass der UN-Sicherheitsrat die Attacken auf Angehörige von Minderheitengruppen und deren kulturelles Erbe ausdrücklich als Kriegsverbrechen bezeichnete; die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden.

    Bis zur Entführung des Priors von Mar Elian, Pater Jacques Mourad, hatten 1 800 Christen in Qaryatain gelebt. Nach der Entführung des Priors und eines Diakons am 21. Mai flüchteten viele Christen, nicht wenige von ihnen in das Kloster Der Mar Musa, das vom italienisch-syrischen Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio revitalisiert worden ist und selbst auch Ausgangspunkt für die Revitalisierung von Mar Elian gewesen war. Bei der Eroberung von Qaryatain am 5. und 6. August verhafteten die IS-Terroristen dann 160 bis 270 der noch in der Stadt lebenden Christen und verschleppten sie an einen unbekannten Ort.

    Die von den Terroristen ins Netz gestellten Fotos zeigen die Zerstörung des Glockenturms, das Herabreißen der Kreuze und die Schändung der Grablege des heiligen Elian, geht aus Angaben eines der Mönche von Der Mar Musa, Pater Jihad Yousef, gegenüber „Radio Vatikan“ hervor. Die IS-Terroristen wollten nur „die Geschichte unseres Landes auslöschen“, ohne dabei selbst über den Islam Bescheid zu wissen, erklärte Yousef. „Ihre ,Mission‘ ist die Zerstörung von allem, was gut und bedeutend ist. Was hat das mit Islam oder mit Religion zu tun?“

    Ziel der IS-Terroristen sei es, Unruhe zwischen Muslimen und Christen, aber auch unter den Muslimen zu schüren; sie hätten zudem Pater Jacques Mourad entführt, „weil er ein Zeichen der Hoffnung war“. Die Christen würden sich ihren Glauben, ihre Hoffnung und den Wunsch nach Frieden jedoch nicht nehmen lassen, trotz der momentanen Ängste. „Wir wollen nicht freiwillig Märtyrer werden. Doch das Charisma unserer Klostergemeinschaft ist es, alle zu lieben, auch Muslime. Deshalb hoffen wir weiter, dass ein Dialog zwischen Christen und Muslimen möglich ist“, so Pater Yousef.

    Der Apostolische Nuntius in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, sagte im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“, er habe Kontakt mit der zuständigen syrisch-katholischen Eparchie in Homs gesucht, aber es gebe keine präzisen Nachrichten über die Situation in Qaryatain, über das Schicksal der entführten Christen und über die Zerstörung des Klosters. Auch im Hinblick auf eine Freilassung von Pater Jacques Mourad würden „alle Fäden gezogen“, bisher gebe es aber noch keine positive Entwicklung.