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    Tagesheiliger: 8. November: Der selige Johannes Duns Scotus

    Der selige Johannes Duns Scotus war eine große Gestalt des Mittelalters und einer der führenden franziskanischen Theologen und Philosophen seiner Zeit. Der schottische Bettelmönch hatte sich nicht nur den Beinamen „Doctor subtilis“ – der scharfsinnige Lehrer – an den Universitäten Oxford, Cambridge und Paris erworben, sondern auch den Ehrentitel des „Herolds der Jungfrau Maria“, da er als erster die Freiheit Mariens von der Erbsünde erfolgreich begründete und damit eine Bewegung initiierte, die 1854 in der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch den seligen Papst Pius IX. gipfelte.

    Johannes Duns Scotus. Foto: IN

    Der selige Johannes Duns Scotus war eine große Gestalt des Mittelalters und einer der führenden franziskanischen Theologen und Philosophen seiner Zeit. Der schottische Bettelmönch hatte sich nicht nur den Beinamen „Doctor subtilis“ – der scharfsinnige Lehrer – an den Universitäten Oxford, Cambridge und Paris erworben, sondern auch den Ehrentitel des „Herolds der Jungfrau Maria“, da er als erster die Freiheit Mariens von der Erbsünde erfolgreich begründete und damit eine Bewegung initiierte, die 1854 in der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch den seligen Papst Pius IX. gipfelte.

    „Schottland hat mich geboren, England mich aufgenommen; Gallien hat mich unterrichtet; Köln in Deutschland bewahrt meine sterblichen Reste“ lautet die Inschrift am Grab des Seligen in der Minoritenkirche in Köln und fasst damit sein Leben in kurzen Worten zusammen. Duns Scotus wurde wahrscheinlich 1266 in Duns, einem bei Edinborough in Schottland gelegenen Dorf, geboren. Bereits mit etwa 14 Jahren, nämlich um 1280, trat er dem Orden der Franziskaner bei. Nachdem er seine Gelübde abgelegt hatte, begann er seine Studien im Konvent der Franziskaner von Northampton und wurde dann nach Oxford geschickt, um dort seine Ausbildung fortzusetzen. Seine Priesterweihe empfing er 1291. Weitere theologische Studien folgten, auch in Paris. Diese umfassende intellektuelle Ausbildung, die nur einigen besonders begabten Studenten vorbehalten war, zeigt, wie sehr man die Brillanz der Geistesgaben des jungen Franziskaners schätzte. An den Hochschulen, an denen er dann schließlich lehrte, strömten die Studenten in Scharen zu seinen Vorlesungen. Der junge Mann kommentierte die Sentenzen des Petrus Lombardus und verfasste auch Kommentare über Aristoteles. 1303 brach in Paris eine schwere Krise anlässlich des Streits zwischen dem französischen König Philipp IV. dem Schönen und Papst Bonifaz VIII. aus. Duns Scotus verteidigte Bonifaz gegenüber dem König und opferte damit seine akademische Karriere, um Papst und Kirche treu zu bleiben. 80 Franziskaner, darunter auch Duns Scotus, weigerten sich, ein antipäpstliches Manifest zu unterzeichnen, und mussten sodann ins Exil gehen. „Diese Tatsache lädt uns ein“, wie Papst Benedikt XVI. in einer Audienz an den großen Franziskaner erinnerte, „daran zu denken, wie oft die Gläubigen in der Kirchengeschichte Feindseligkeiten ausgesetzt waren und sogar Verfolgungen erlitten haben aufgrund ihrer Treue und ihrer Ergebenheit gegenüber Christus, der Kirche und dem Papst. Wir alle blicken mit Bewunderung auf diese Christen, die uns lehren, den Glauben an Christus und die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und so mit der Universalkirche als kostbares Gut zu bewahren.“ 1305 konnte Duns Scotus jedoch wieder nach Paris zurückkehren. Das Generalkapitel von Toulouse sandte ihn dann im Oktober 1307 nach Köln. Dies war die letzte Station des irdischen Lebens des schottischen Minderbruders.

    Johannes Duns Scotus starb am 8. November 1308 in Köln. Er wurde am 20. März 1993 von Papst Johannes-Paul II. in das Verzeichnis der Seligen aufgenommen, der ihn „Verkündiger des menschgewordenen Wortes und Verteidiger der Unbefleckten Empfängnis“ nannte. Benedikt XVI. widmete Kardinal Meisner 2008 ein Apostolisches Schreiben, in dem er die Verdienste des Seligen würdigte: „Er selbst hat nämlich Frömmigkeit mit Forschergeist verbunden, getreu seinem Gebet: ,Das erste Prinzip der Dinge gewähre mir, das zu glauben, zu verstehen und vorzutragen, was seiner Majestät gefällt und unseren Geist zu seiner Beschauung erhebt‘; so hat er mit einer überaus scharfsinnigen Begabung tief die Geheimnisse der natürlichen wie offenbarten Wahrheit durchdrungen und ihr eine Lehre entnommen, die ihm die Namen ,Doctor Ordinis‘ (,Lehrer des Ordens‘), ,Doctor Subtilis‘ (,scharfsinniger Lehrer‘) und ,Doctor Marianus‘ (,marianischer Lehrer‘) eingetragen hat und ihn zum Führer der Franziskanischen Schule und zum Licht sowie Vorbild für das ganze Christenvolk werden ließ.“

    Von Katrin Krips-Schmidt