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    Tagesheiliger: 8. August: Der heilige Altmann von Passau

    Der Name des heiligen Altmann von Passau verweist nicht nur auf einen Erneuerer des Glaubens, einen Reformer des Klerus und der Klöster in stürmischen Zeiten, sondern steht auch für den glühenden Verfechter des priesterlichen Zölibats.

    Der Name des heiligen Altmann von Passau verweist nicht nur auf einen Erneuerer des Glaubens, einen Reformer des Klerus und der Klöster in stürmischen Zeiten, sondern steht auch für den glühenden Verfechter des priesterlichen Zölibats.

    Der zwischen 1010 und 1020 geborene Altmann entstammte einem westfälischen Adelsgeschlecht. Nach dem Besuch der Domschule von Paderborn setzte er seine Studien an der Pariser Universität fort. In Paderborn zum Kanonikus und zum Leiter der Domschule berufen, diente er Kaiser Heinrich III. von 1046 bis 1056 als Hofkaplan sowie als Propst am Aachener Marienstift. Nach dem Tod des Kaisers wurde er Berater von dessen Witwe Agnes, die sich fortan als seine Gönnerin erwies. 1064 ging Altmann auf Pilgerfahrt ins Heilige Land. Bei seiner Rückkehr erfuhr er, dass er auf Agnes' Fürsprache zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Passau, des heiligen Engelbert, ernannt worden war. Damit wurde er zum Oberhirten einer Diözese, die einst bis in die Steiermark und bis fast nach Wien reichte und flächenmäßig fast achtmal so groß war wie das heutige Bistum. Die Weihe spendete der heilige Gebhardt, der Erzbischof von Salzburg.

    Altmann kämpfte an der Seite Roms um die Abschaffung der Laieninvestitur und der Priesterehe. Damit war er im Gegensatz zu vielen anderen Oberhirten seiner Zeit ein Mitstreiter des Papstes Gregor VII. und betrieb wie dieser die Absetzung von Kaiser Heinrich IV. Was die Priesterehe anging, so wurde diese bereits zu Beginn des vierten Jahrhunderts auf der Synode von Elvira verworfen. Dennoch lebten etliche Geistliche in einer Ehe oder einer Beziehung mit einer Frau. Altmann wusste, was mit seinem neuen Amt auf ihn zukam: eine merklich verwahrloste Kirchenlandschaft, deren äußeres Erscheinungsbild mit heruntergekommenen hölzernen Kirchenbauten nur ein Spiegelbild ihres inneren Verfalls war – die unzureichende Bildung des Klerus, Priester, die kaum ein Wort Latein verstanden, dafür aber in ehelichen oder eheähnlichen Beziehungen lebten und sogar Kinder hatten, die Vergabe kirchlicher Ämter gegen Geld durch Laien (Simonie).

    Doch Altmann stellte sich seiner Aufgabe unerschrocken und mit großer Leidenschaft. Er nahm das Angebot der Klöster von Cluny und Hirsau an, die ihm bereitwillig Mönche für seine Aufgabe einer Reformierung zur Verfügung stellten. Besonders kümmerte er sich auch um die Augustinerchorherren, die ihm halfen, durch theologische Bildung und spirituell-asketische Erneuerung der Priester die Kirche umzugestalten. Er gründete die Stifte St. Nikolaus in Passau, Göttweig und Raitenbuch und reformierte die Abteien St. Florian, Kremsmünster und St. Pölten. Aus den hölzernen Gotteshäusern ließ er neue Pfarrkirchen aus Stein entstehen.

    Zur Unterstützung seiner Maßnahmen zur Wiederherstellung des christlichen Geistes in Kirchen und Klöstern holte er sich Schützenhilfe aus Rom. Dazu erhielt er von Papst Gregor VII. umfassende Befugnisse. Doch das blieb nicht ohne Folgen, denn unter den Geistlichen, gegen die Altmann vorgegangen war, formierte sich Widerstand. Als der Bischof in seinem Dom die päpstlichen Dekrete verkünden ließ, in denen auf die Einhaltung des priesterlichen Zölibats gepocht wurde, wäre er von seinem eigenen Klerus fast erschlagen worden – so aufgeheizt war die Stimmung. Sein Widerstand gegen den Kaiser endete 1076 darüber hinaus mit seiner Vertreibung von seinem Bischofssitz. Altmann floh zunächst nach Sachsen, dann nach Westfalen und zuletzt nach Rom. Der Papst ernannte ihn zum Legaten über ganz Deutschland. Doch – nach Passau, in der nun ein Gegenbischof regierte, konnte er nicht mehr zurück – Zuflucht fand Altmann im Stift Göttweig. Dort wurde er nach seinem Tod am 8. August 1091 auch beigesetzt.

    Die älteste Vita des Heiligen weiß über die Leistungen des kämpferischen Oberhirten folgendes zu berichten: „Den wilden Boden voll Dornhecken hat der Bischof Altmann zur fruchtbaren Erde gemacht. Vor seiner Ankunft waren fast alle Kirchen im Bistum nur von Holz und ohne allen Schmuck; so auch ihre Priester waren sozusagen hölzern, weil sie dem Eheleben und weltlichen Geschäften ergeben, in ihrem göttlichen Amt ganz unwissend waren.

    Nun aber sind durch seine Bemühungen fast alle Kirchen von Stein, mit Büchern, Gemälden und anderem Schmuck, und was noch mehr gilt, mit keuschen und unterrichteten Geistlichen wohl versehen. Zudem glänzt das Gebiet mit vielen Klöstern, wo Tag und Nacht Gott mit großem Eifer verehrt wird. Der Ruf seines Namens hat aus allen Gegenden gottselige Männer zu ihm gezogen, die er in verschiedene Klöster verteilt und für deren Unterhalt er gesorgt hat.“