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    Tagesheiliger: 19. April: Der heilige Papst Leo IX.

    Der erste Papst, der die Grenzen Italiens überschritt und den das katholische Volk außerhalb Roms kennenlernen konnte, lebte im Mittelalter, es war der heilige Leo IX. Zwei Drittel seines Pontifikats verbrachte er mit langen Visitationsreisen durch ganz Europa, in denen er Klöster wiederherstellte und viele Kirchen, so auch in Augsburg und Regensburg, weihte.

    Der erste Papst, der die Grenzen Italiens überschritt und den das katholische Volk außerhalb Roms kennenlernen konnte, lebte im Mittelalter, es war der heilige Leo IX. Zwei Drittel seines Pontifikats verbrachte er mit langen Visitationsreisen durch ganz Europa, in denen er Klöster wiederherstellte und viele Kirchen, so auch in Augsburg und Regensburg, weihte.

    Der einem elsässischen Grafengeschlecht entstammende Leo wurde am 21. Juni 1002 in Egisheim geboren und auf den Namen Bruno getauft. Bereits mit 24 Jahren wurde er zum Bischof der französischen Stadt Toul geweiht. Kaiser Heinrich III., mit dem Bruno verwandt war, bestimmte ihn auf dem Wormser Reichstag 1048 zum Pontifex Maximus. Bruno bestand jedoch darauf, die Wahl erst dann anzunehmen, wenn das Volk und der Klerus von Rom ihn einstimmig zu ihrem Bischof wählten. Was auch geschah, so dass der 46-Jährige am 12. Februar 1049 als Nachfolger von Damasus II., der nach einer nur 24-tägigen Amtszeit verstorben war, den Stuhl Petri bestieg.

    Als Papst setzte sich Papst Leo IX. entschlossen für die von Cluny ausgehende Reform der Kirche ein, was unter anderem bedeutete, dass er dem Ämterkauf, der Laieninvestitur und der Priesterehe den Kampf ansagte. Um seine Ziele in die Tat umzusetzen, reiste er selbst an die wichtigen Orte des Geschehens, womit er sich den Beinamen „Peregrinus Apostolicus“ (Apostolischer Pilger, Reisender) erwarb. An den Synoden nahm er nun selbst teil und konnte auf die dort zu treffenden Entscheidungen Einfluss nehmen, so in Pavia, Reims und Mainz (1049), Siponto, Salerno und Vercelli (1050), Mantua und Bari (1053). So wies er etwa die Eucharistielehre des Berengar von Tours zurück, der zufolge nach der Wandlung Brot und Wein sich in der Substanz nicht geändert hätten, und Christus in ihnen nur symbolisch präsent sei. Darüber hinaus berief Leo sich einen Stab von Mitarbeitern und beteiligte die Kardinäle stärker an seinen Entscheidungen. Daraus ging das spätere Kardinalskollegium als beratende Institution der Kirchenverwaltung hervor.

    In politischer Hinsicht war Leo IX. jedoch nicht so viel Erfolg beschieden. In der Schlacht gegen die Normannen, die die Bevölkerung in Unteritalien bedrohten, musste das päpstliche Heer am 18. Juni 1053 bei der Schlacht von Civitate eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Leo geriet in eine mehrmonatige Gefangenschaft, aus der er krank und gebrochen zurückkehrte.

    Des Weiteren ist mit dem Namen Leos IX. die Kirchenspaltung zwischen der Ost- und der Westkirche verbunden, obwohl er zu dem Zeitpunkt, als der von ihm eingesetzte Legat Humbert von Silva Candida am 16. Juli 1054 die päpstliche Bannbulle auf dem Altar der Hagia Sophia niederlegte, bereits seit drei Monaten verstorben war (am 19. April 1054).

    Seine letzte Ruhestätte fand der Reformpapst im Petersdom links neben dem Josefsaltar. Der Patron der Musiker und Organisten ist der einzige deutsche Papst, der bisher heiliggesprochen wurde.