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    Tagesheiliger: 13. Februar: Der Prophet Agabus

    Die Apostel Petrus und Paulus kennt jeder. Über den Propheten Agabus dagegen liest man leicht hinweg, wird er doch nur an zwei Stellen der Apostelgeschichte erwähnt. Was darüber hinaus von ihm berichtet wird, ist legendarisch: Die Tradition rechnet ihn zu den 72 Jüngern, die Jesus aussandte. Als Märtyrer soll Agabus in Antiochia gestorben sein. Über seinem Grab in Antiochia wurde eine Kirche errichtet, heute ist es eine Moschee.

    Die Apostel Petrus und Paulus kennt jeder. Über den Propheten Agabus dagegen liest man leicht hinweg, wird er doch nur an zwei Stellen der Apostelgeschichte erwähnt. Was darüber hinaus von ihm berichtet wird, ist legendarisch: Die Tradition rechnet ihn zu den 72 Jüngern, die Jesus aussandte. Als Märtyrer soll Agabus in Antiochia gestorben sein. Über seinem Grab in Antiochia wurde eine Kirche errichtet, heute ist es eine Moschee.

    In den Kulturen des Ostens dienen Namen dazu, etwas über Charakter und Bestimmung eines Menschen zu sagen. Agabus bedeutet übersetzt „Heuschrecke“. Heuschreckenschwärme, die in kurzer Zeit Kornfelder leerfressen, lösten im Altertum oft Hungersnöte aus. Und tatsächlich prophezeit Agabus in der Apostelgeschichte 11, 27–30, wo er, von Jerusalem in Antiochia eingetroffen, erstmals erwähnt wird, eine Hungersnot. Der Hinweis, dass es unter Kaiser Claudius tatsächlich zu einer Hungersnot kam, wird auch von dem außerbiblischen Autor Flavius Josephus bestätigt. Interessant ist, wie die Gemeinde in Antiochia reagiert. Sie sorgt nicht erst für sich selbst vor, sondern denkt an die Gemeinde in Jerusalem, der es möglicherweise viel schlechter geht und sammelt für sie.

    Dreizehn Jahre vergehen, bis Agabus in Apg 21, 11 zum zweiten Mal erwähnt wird: Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem und macht in Cäsarea bei Philippus Halt. Da tritt Agabus ins Haus. Er geht auf Paulus zu, nimmt ihm den Gürtel ab, den er um sein Gewand gebunden hat und bindet sich mit dem Gürtel des Paulus selbst Hände und Füße. Damit knüpft Agabus an Propheten aus dem alten Israel an, die ihre Botschaften oft in Zeichenhandlungen kleideten. Dann folgt die Botschaft, die Agabus mit diesem Zeichen verbindet: „So spricht der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem ebenso fesseln und den Heiden ausliefern.“ Auch hier ist die Reaktion bemerkenswert: Paulus ist klar, dass sein Weg in Jerusalem mit Drangsalen verbunden sein wird. Schon im vorhergehenden Kapitel der Apostelgeschichte, in dem er sich in Ephesus von der Gemeinde verabschiedet, hat er gesagt: „Seht nun, im Geist gebunden, reise ich nach Jerusalem. Was mir dort begegnen wird, weiß ich nicht. Nur das versichert mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale meiner warten. Aber ich halte das Leben keines Wortes wert für mich, wenn ich nur meinen Lauf vollende und meine Aufgabe erfülle, die ich vom Herrn Jesus erhalten habe: die frohe Botschaft von der Gnade Gottes zu bezeugen.“

    Was der Heilige Geist dem Paulus vermittelt hat, wird durch die Prophetie des Agabus bestätigt. Dass er als Märtyrer gestorben sein soll, ist ein Hinweis, dass er dem Impuls Gottes bis zum Tod treu geblieben ist.