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    Tagesheiliger: 1. September: Der heilige Ägidius

    Der heilige Ägidius (französisch: Gilles) wurde vermutlich in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts in Athen geboren. Er entstammte einer adligen Familie und machte sich auf den Weg nach Südfrankreich in die Provence, wo er das Leben eines Einsiedlers führte. Die Legende berichtet von fast märchenhaften Motiven und von Wundern, die sein Leben kennzeichneten. So gab er sein Obergewand einem kranken Bettler, der sofort wieder genas, als er das Kleidungsstück berührte. Ebenso heilte er einen durch einen Schlangenbiss verletzten Mann, indem er über die Wunde ein Gebet sprach. Und wie Jesus beruhigte er einen Sturm auf dem Meer.

    Der heilige Ägidius, dargestellt mit Hirschkuh in der Basilika Vierzehnheiligen. Foto: KNA

    Der heilige Ägidius (französisch: Gilles) wurde vermutlich in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts in Athen geboren. Er entstammte einer adligen Familie und machte sich auf den Weg nach Südfrankreich in die Provence, wo er das Leben eines Einsiedlers führte. Die Legende berichtet von fast märchenhaften Motiven und von Wundern, die sein Leben kennzeichneten. So gab er sein Obergewand einem kranken Bettler, der sofort wieder genas, als er das Kleidungsstück berührte. Ebenso heilte er einen durch einen Schlangenbiss verletzten Mann, indem er über die Wunde ein Gebet sprach. Und wie Jesus beruhigte er einen Sturm auf dem Meer.

    Als Ägidius auf der Suche nach der Einsamkeit seine Heimat Griechenland verließ, kam er zunächst nach Rom und gelangte dann ins Languedoc in die Nähe von Nîmes. Dort lebte er mehrere Jahre in einer Höhle im Wald und verbrachte die Zeit im Zwiegespräch mit Gott. Damit er nicht verhungerte, erschien durch Gottes Fügung eine Hirschkuh und nährte ihn jeden Abend mit ihrer Milch.

    Eines Tages veranstaltete der Westgotenkönig Wamba eine Jagd auf die Hirschkuh, die sich zu Ägidius flüchtete. Die Jäger und Hunde des Königs verfolgten sie. Schließlich löste sich ein Pfeil aus der Jagdgesellschaft, der das sich im Gestrüpp versteckte Tier treffen sollte. Die Jäger fanden jedoch Ägidius mit dem Pfeil in der Brust, die Hirschkuh zu seinen Füßen. Der König, den sein schlechtes Gewissen plagte, pflegte Ägidius und kehrte täglich zu ihm zurück, um mit ihm zu sprechen. Um seine Schuld abzubüßen, bot er Ägidius Gold und Schmuck an, doch der Eremit erklärte ihm, dass diese Schätze ohne Wert für das Heil seiner Seele seien. Und so entstand auf Betreiben des Königs ein Kloster: die Benediktinerabtei von Saint-Gilles, der Ägidius bis zu seinem Lebensende als Abt vorstand.

    Ägidius starb an einem 1. September zwischen 710 und 724, wahrscheinlich im Jahr 720. Nach seinem Tod wurde sein Grab zum Ziel von vielen Pilgern, die aus ganz Europa anreisten.

    Im Mittelalter war der Kult um den heiligen Ägidius weit verbreitet, die Patronate zahlreicher Orte und Gemeinden zeugen noch heute davon. So tragen etwa Sankt Gilgen am Wolfgangsee und Sankt Aegidi in Oberösterreich den Namen des Stadtpatrons von Osnabrück, Nürnberg, Braunschweig, Graz, Klagenfurt und Edinburgh.

    Der Heilige wird zudem in vielfältigen Anliegen und Notlagen angerufen. So ist er der Fürsprecher der stillenden Mütter (weil er sich von der Milch der Hirschkuh ernährte), der Bettler und Krebskranken und wird um seinen Beistand für eine gute Beichte gebeten. Zudem zählt Ägidius zu den vierzehn Nothelfern. Er ist der einzige unter ihnen, der nicht als Märtyrer starb.

    Von Katrin Krips-Schmidt