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    Tagesheilige: 20. September: Heilige Märtyrer von Korea

    In gewisser Weise einzigartig in der Geschichte stellt sich die Gründung der katholischen Kirche in Korea dar. Die erste Gemeinde entstand dort allein durch Laien und trotzte einer Vielzahl von immer wieder aufflammenden Verfolgungswellen in den Jahren 1791, 1801, 1827, 1839, 1846 und 1866, denen Tausende von Märtyrern zum Opfer fielen.

    In gewisser Weise einzigartig in der Geschichte stellt sich die Gründung der katholischen Kirche in Korea dar. Die erste Gemeinde entstand dort allein durch Laien und trotzte einer Vielzahl von immer wieder aufflammenden Verfolgungswellen in den Jahren 1791, 1801, 1827, 1839, 1846 und 1866, denen Tausende von Märtyrern zum Opfer fielen.

    Einer davon ist der heilige Bischof Siméon Berneux, der mit seinen Gefährten, Priestern wie Laien, Männern wie Frauen, Armen und Reichen, zu den 103 Blutzeugen von Korea gehört, die am 6. Mai 1984 in Seoul von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurden, nachdem 79 von ihnen bereits von Papst Pius XI. 1925, und 24 weitere Märtyrer im Jahre 1968 von Papst Paul VI. seliggesprochen worden waren.

    Die erste Kunde des Evangeliums erreichte das Land von Peking aus durch Schriften in chinesischer Sprache des italienischen Jesuiten Matteo Ricci, der im 17. Jahrhundert China missionierte. So existierte der katholische Glaube in Korea bereits, bevor 1785 der erste Priester aus China nach Korea gelangte, und nach langem Bitten der Gläubigen die ersten französischen Missionare 1836 ins Land kamen.

    Der katholische Glaube stand von Anfang an in Konflikt mit dem damals in dem ostasiatischen Land herrschenden Neokonfuzianismus, er lehnte dessen Ahnenkult ab, aber auch sein stark gegliedertes hierarchisches Kastensystem. Außerdem war den Bewohnern jeder Kontakt mit Ausländern streng verboten; die jeweiligen Machthaber der Joseon- oder Yi-Dynastie (1392–1910) hatten daher mehrere Gründe, die Christen zu verfolgen.

    Einer der Blutzeugen der Verfolgung von 1866 ist der heilige Siméon Berneux. Er wurde am 14. Mai 1814 in Château-du-Loir in eine arme Familie hineingeboren.

    In den Monaten nach Berneux' Enthauptung wurden 10 000 weitere Gläubige getötet

    Zunächst als Missionar in Phuc-Nhac auf dem Gebiet des heutigen Vietnam eingesetzt, wurde er 1841 schon einmal verhaftet und zum Tode verurteilt, zwei Jahre später jedoch nach Intervention eines französischen Generals wieder freigelassen. 1844 gelangte er in die Mandschurei und war in Singapur und Macao missionarisch tätig. 1854 wurde er zum Titularbischof von Capsa ernannt. 1856 traf er in Korea ein, wo er die Landessprache lernte und zwei Druckereien einrichtete, die Schriften für die Evangelisierung der Konvertiten vervielfältigten. 1855 wurde ein Priesterseminar errichtet, und innerhalb von zehn Jahren bekehrten sich mehrere tausend Koreaner zum katholischen Glauben, so dass es am 23. Februar, als man Berneux festnahm und ihn der Folter unterwarf, in Korea bereits 23 000 Christen gab.

    Am 8. März 1866 wurde Berneux enthauptet. Man vermutet, dass in den darauffolgenden Monaten etwa zehntausend weitere Gläubige getötet wurden.

    Die Gebeine Siméon Berneux‘ ruhen heute in der Kathedrale von Seoul. Eine Reliquie aus dem Oberschenkel des Heiligen befindet sich zudem im Berliner Institut St. Philipp Neri.

    In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erinnert das „Heiligtum der koreanischen Märtyrer“ an die zur Ehre der Altäre erhobenen Söhne und Töchter der katholischen Kirche, darunter 93 Koreaner und zehn französische Missionspriester. Es wurde 1966/67 errichtet, also genau hundert Jahre nach der Exekution der Heiligen an der öffentlichen Hinrichtungsstelle – einem felsigen Flussufer, dem „Enthauptungsberg“.