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    Tagesheilige 20. Juni: Selige Margareta Ebner

    Die erste von Johannes Paul II. seliggesprochene Frau kam um das Jahr 1291 in Donauwörth zur Welt. Die Zeitgenossin des berühmten seligen Dominikaners Heinrich Seuse (+ 1366) gehörte zu einem Zusammenschluss von Mystikern, die sich als „Gottesfreunde“ bezeichneten.

    Tagesheilige 20. Juni: Selige Margareta Ebner
    Grab der seligen Margareta in der Klosterkirche Maria Medingen in Mödingen. Foto: In

    Die erste von Johannes Paul II. seliggesprochene Frau kam um das Jahr 1291 in Donauwörth zur Welt. Die Zeitgenossin des berühmten seligen Dominikaners Heinrich Seuse (+ 1366) gehörte zu einem Zusammenschluss von Mystikern, die sich als „Gottesfreunde“ bezeichneten.

    Margareta stammte aus einer wohlhabenden Familie und erhielt eine gute Ausbildung. Nachdem sie mit fünfzehn Jahren dem Dominikanerinnen-Konvent von Maria Medingen in der Nähe von Dillingen beigetreten war, erlebte sie einige Jahre später eine Art „zweiter Bekehrung“. Kurz darauf, im Jahr 1312, wurde sie von einer schweren Krankheit heimgesucht, die sie aufgrund von Lähmungen und anhaltenden starken Schmerzen ans Bett fesselte. Da sie ihren regelmäßigen religiösen Verpflichtungen im Kloster nicht mehr nachkommen konnte, wurde sie nach Hause geschickt. Gleichzeitig empfing sie in dieser jahrelangen Zeit des Leidens spirituelle Gaben, und sie erlebte Visionen und Offenbarungen.

    Ihr geistlicher Führer, der Priester Heinrich von Nördlingen, erkannte Margaretas besondere mystische Begabung und bat sie, nachdem sie geheilt war, ihre mystischen Visionen schriftlich festzuhalten. Diese Aufzeichnungen, die auf einer Christus-zentrierten Spiritualität beruhten, berichten von mystischen Ekstasen. Heinrich von Nördlingen verbreitete diese Dokumentation in Deutschland, Italien und der Schweiz. Margareta Ebner unterhielt nicht nur mit ihm einen regen Briefwechsel, der im Übrigen die älteste noch erhaltene Korrespondenz in deutscher Sprache ist, sondern auch mit anderen Mystikern wie Johannes Tauler (um 1300–1361) und Christine Ebner (1277–1356).

    Die am 20. Juni 1351 in Mödingen verstorbene Ordensfrau wurde im Kapitelsaal des Klosters Maria Medingen in Mödingen beigesetzt. Über ihrem Grab wurde später die Margaretenkapelle errichtet. Margareta Ebner wurde am 24. Februar 1979 von Johannes Paul II. seliggesprochen.