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    Tagesheilige: 20. Juni: Die selige Margaret Ball

    Die Katholikenverfolgung breitete sich während der protestantischen Reformation in England auch in Irland aus, nachdem das irische Parlament 1536 den kirchlichen Supremat von König Heinrich VIII. anerkannt hatte. Diese Verfolgung zeichnete sich durch besondere Grausamkeit gegenüber denjenigen Gläubigen aus, die sich weiterhin zum Papst in Rom und zum katholischen Glauben bekannten. In der Zeit zwischen 1579 bis 1654 starben Hunderte von Menschen als Blutzeugen für Christus. Am 27. September 1992 wurde eine repräsentative Gruppe unter ihnen von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Bei diesen irischen Märtyrern handelt es sich um den Erzbischof von Cashel, Dermot O'Hurley, sowie um 16 weitere Personen, unter denen sich drei Bischöfe, sechs Priester, ein Ordens-Laienbruder und sechs Laien befinden. Zu den Laien gehörte die um 1515 geborene irische Witwe Margaret Ball, deren Märtyrervita umso mehr erschüttert, als einer ihrer Söhne an ihrer Gefangennahme mitwirkte.

    Die Katholikenverfolgung breitete sich während der protestantischen Reformation in England auch in Irland aus, nachdem das irische Parlament 1536 den kirchlichen Supremat von König Heinrich VIII. anerkannt hatte. Diese Verfolgung zeichnete sich durch besondere Grausamkeit gegenüber denjenigen Gläubigen aus, die sich weiterhin zum Papst in Rom und zum katholischen Glauben bekannten. In der Zeit zwischen 1579 bis 1654 starben Hunderte von Menschen als Blutzeugen für Christus. Am 27. September 1992 wurde eine repräsentative Gruppe unter ihnen von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Bei diesen irischen Märtyrern handelt es sich um den Erzbischof von Cashel, Dermot O'Hurley, sowie um 16 weitere Personen, unter denen sich drei Bischöfe, sechs Priester, ein Ordens-Laienbruder und sechs Laien befinden. Zu den Laien gehörte die um 1515 geborene irische Witwe Margaret Ball, deren Märtyrervita umso mehr erschüttert, als einer ihrer Söhne an ihrer Gefangennahme mitwirkte.

    Mit sechzehn Jahren heiratete Margaret Bartholomew Ball einen Ratsherrn von Dublin. Das Ehepaar hatte zehn Kinder, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichten. Als ihr Mann zum „Lord Mayor“ von Dublin, zum Oberbürgermeister erkoren wurde, bedeutete dies zugleich eine Rangsteigerung seiner Frau. Ihr hoher Status in der Gesellschaft konnte jedoch nicht verhindern, dass sie zum Opfer perfider Anklagen wurde. Denn ihr ältester Sohn Walter, der dem Druck des Zeitgeistes nicht standgehalten hatte, zum Protestanten und damit zu einem erbitterten Gegner der katholischen Kirche geworden war, lieferte seine Mutter der Gerichtsbarkeit aus. Margaret und ihr Mann gewährten den verfolgten Priestern in ihrem Haus Unterschlupf – eine gefährliche Tätigkeit, die Margaret auch dann nicht aufgab, als Lord Mayor Ball 1573 starb.

    Margaret hoffte auf eine Rekonversion ihres Sohnes. Sie lud ihn häufig zu sich zum Essen ein, wo er natürlich mitbekam, welche Gäste seine Mutter beherbergte. Doch Walter dachte gar nicht daran, wieder katholisch zu werden. Er wollte wie sein Vater selbst Bürgermeister der Stadt werden. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, musste er Elisabeth I., die Königin von England, als Oberhaupt der Kirche von England und der Kirche von Irland anerkennen, was er auch tat.

    In seiner Mutter sah er das Haupthindernis für eine erfolgreiche politische Karriere. Nur kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Bürgermeister ließ er seine Mutter im Jahr 1580 inhaftieren. Die Anklage begründete er damit, dass sie unerlaubterweise einen verfolgten Priester bei sich versteckt hatte. Margaret Ball war Mitte Sechzig, als sie auf einem Karren durch die ganze Stadt Dublin gefahren und dem Gespött des Volkes ausgesetzt wurde. Mehrere Jahre verbrachte sie mit sechzehn weiteren Märtyrern unter unhygienischen Verhältnissen in einem Gefängnis. Sie wurden alle gefoltert, schworen ihrem Glauben jedoch nicht ab. Der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Monsignore John Hanly, stellte später dazu Folgendes fest: „Alle sind gestorben, weil sie nicht auf die heilige Messe (deren Feier unter Todesstrafe verboten war) und auf die Sakramente verzichten wollten und weil sie sich den Reformatoren widersetzten.“

    Margaret Ball starb 1584 im Gefängnis Dublin Castle. Der Gedenktag der Seligen wird wie auch der gemeinsame Gedenktag der irischen Märtyrer am 20. Juni begangen.