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    Synode: Marx formuliert Erwartungen

    München (DT/KNA) Die anstehende Familiensynode im Herbst muss nach den Worten von Kardinal Reinhard Marx Türen öffnen, anstatt diese zu schließen. Auch Jesus habe nicht über die Menschen geurteilt, sondern versucht, diese mit all ihren Nöten und Schwächen zu verstehen, sagte Marx am Freitagabend bei einem Requiem zum 39. Todestag von Kardinal Julius Döpfner in München. „Die Wahrheit und das Evangelium verändern sich nicht, aber sie werden tiefer verstanden.“ Dieser Prozess sei nie zu Ende, werde aber davon gestört, wenn die Menschen meinten, schon alles verstanden zu haben.

    München (DT/KNA) Die anstehende Familiensynode im Herbst muss nach den Worten von Kardinal Reinhard Marx Türen öffnen, anstatt diese zu schließen. Auch Jesus habe nicht über die Menschen geurteilt, sondern versucht, diese mit all ihren Nöten und Schwächen zu verstehen, sagte Marx am Freitagabend bei einem Requiem zum 39. Todestag von Kardinal Julius Döpfner in München. „Die Wahrheit und das Evangelium verändern sich nicht, aber sie werden tiefer verstanden.“ Dieser Prozess sei nie zu Ende, werde aber davon gestört, wenn die Menschen meinten, schon alles verstanden zu haben.

    Vom 4. bis 25. Oktober tagt im Vatikan die Weltbischofssynode zum Thema Ehe und Familie. Sie steht unter dem Titel „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“. Dabei geht es auch um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen. „Es geht um eine Verheutigung des Evangeliums, nicht um eine Verfälschung oder Anpassung“, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Es sei die Verantwortung jedes Einzelnen, auch die der Bischöfe, Priester und der gesamten Kirche, das Evangelium im Leben und in der Praxis der Kirche zu erschließen. Anstelle zu schimpfen, die Leute hätten immer noch nichts kapiert, gehe es darum, „den Kern der Wahrheit neu freizulegen“. Auch deshalb gebe es Konzile und Synoden, so Marx. Der Erzbischof von München und Freising nannte seinen Amtsvorgänger Döpfner in dieser Frage ein Vorbild. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) sei er „ein entscheidender Akteur“ gewesen. „Ohne ihn wäre möglicherweise vieles anderes gekommen.“ Die Themen Ehe und Familie hätten schon damals eine große Rolle gespielt. „Wir spüren, dass große Impulse des Konzils aufgegriffen werden müssen“, erklärte der Kardinal mit Blick auf die Familiensynode im Oktober.

    kna