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    Symbol für junge Gottsucher

    Köln (DT) Sonst wäre es wohl kein wirkliches Weltjugendtagsgedenken gewesen: Sturmböhen, Regen und Kälte bestimmten das Wetter pünktlich zur Einweihung der Gedenkstelen auf dem Papsthügel des Marienfelds bei Köln am Samstag. Die im Umkreis gelegenen Gemeinden hatten gemeinsam mit der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln dazu eingeladen, die feierliche Einsegnung gemeinsam mit dem Gastgeber des XX. Weltjugendtags 2005, dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, zu begehen.

    Köln (DT) Sonst wäre es wohl kein wirkliches Weltjugendtagsgedenken gewesen: Sturmböhen, Regen und Kälte bestimmten das Wetter pünktlich zur Einweihung der Gedenkstelen auf dem Papsthügel des Marienfelds bei Köln am Samstag. Die im Umkreis gelegenen Gemeinden hatten gemeinsam mit der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln dazu eingeladen, die feierliche Einsegnung gemeinsam mit dem Gastgeber des XX. Weltjugendtags 2005, dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, zu begehen.

    Ein sichtlich froh gestimmter Kardinal schritt den neu eingerichteten „Dreikönigsweg“ ab und segnete dabei die drei neugestalteten Stationen. Der Düsseldorfer Künstler Thomas Kesseler hatte das theologische Konzept künstlerisch umgesetzt. Die Aufgabe, die vielen Künstlern in einem Wettbewerb gestellt worden war, lautete, künstlerisch darzustellen, was vor genau vier Jahren der Papst und mehr als eine Million junger Menschen beim Weltjugendtag auf dem Marienfeld getan haben: Wie die Heiligen Drei Könige hatten sie sich auf den Weg gemacht, um Jesus Christus zu suchen, zu finden und ihn anzubeten. Jeweils drei Stelen aus Basaltlava umrahmen eine Stahlskulptur, die einen der heiligen drei Könige mit seiner Gabe darstellt. Diese Stationen sollen das Suchen gerade auch junger Menschen darstellen, wie Meisner in seiner Predigt im Rahmen des anschließenden Wortgottesdienstes erläuterte.

    Das Gold der ersten Station repräsentiere dabei besonders die Jugend, welche mit „dem Gold der Zukunft“ an Gott herantrete. Das Gold solle dazu anregen, über das Leben als Schatz nachzudenken und das Kostbare im eigenen Leben zu betrachten. Die mittlere Figur stehe für die Menschen mittleren Alters, die mitten im Leben stehend mit der Myrrhe ihre ganze Arbeitskraft dem Reich Gottes zur Verfügung stellten. Die Myrrhe rücke die Schattenseiten des Lebens in den Mittelpunkt. Sie stehe für Leiden und Tod, doch verweise sie zugleich auf ihre heilende Kraft. Die letzte Stele wiederum zeige vor allem die alte Generation, die mit ihrer Weisheit – dargestellt in Form des Weihrauchs – dem Werk Gottes dienen wolle. Der Weihrauch lade zum Gebet in Stille ein. Nach diesen Stationen des Suchens führt der neu eingerichtete Pilgerweg auf dem Hügel zu Stationen des „Findens“: etwa zur kleinen Marienkapelle, wo sich Jesus als der neugeborene König in einem Kind zeigt.

    In der Kapelle, gestiftet vom langjährigen Chefredakteur der Kirchenzeitung des Erzbistums, Prälat Erich Läufer, ist eine Kopie des Marienbilds von Loreto zu sehen, die Jugendliche aus Italien als Gastgeschenk zum XX. Weltjugendtag mitgebracht hatten. Es entspricht mittlerweile einer Tradition, dass die stets zahlreich vertretenen jungen Menschen aus Italien die Madonna von Loreto bei den Weltjugendtagen auf der ganzen Welt mit sich tragen. Von der Kapelle aus führt der Pilgerweg zu Altar und Kreuz im Zentrum des Hügels. Das Kreuz als Thron Gottes, der nicht aus Gold, sondern aus Hingabe und Liebe bestehe, stellt damit das Zentrum des neu gestalteten Hügels dar.

    In seiner Homilie wies der Erzbischof auf die Bedeutung der Erinnerung an den XX. Weltjugendtag für die Gesamtkirche hin. Dabei hob er besonders die eucharistische Anbetung im Rahmen der Vigilfeier hervor. Diese Momente der stillen Anbetung des Herrn durch Hunderttausende seien nicht nur dem Papst in guter Erinnerung geblieben, sondern auch für die Weltkirche von großer Bedeutung. So hätten die bischöflichen Mitbrüder bei der Synode zum Thema „Eucharistie“ im Oktober 2005 zahlreich auf die Erfahrung auf dem Marienfeld hingewiesen. Meisner schlussfolgerte, dass die eucharistische Anbetung das Zentrum kirchlichen Handelns darstellen müsse, wie es die Gastgeberländer der Weltjugendtage alle erfahren und gelernt hätten.

    Der Papsthügel als Ort der katholischen, Weltkirche – so wünscht es sich der Kölner Erzbischof und sieht viele Gründe dafür. Neben dem Charakter als gemeinsamer Erinnerungsort sei auch zu bedenken, dass der Hügel dadurch entstand, dass im Rahmen einer Vorbereitungskonferenz im Vorfeld des XX. Weltjugendtags Erde aus über 90 Ländern mitgebracht wurde, die an der Stelle in den Hügel eingelassen wurde, an der heute das Kreuz steht. Die Botschaft ist klar: Auf dem Fundament der Weltjugendtage kann noch viel gebaut werden.

    Von Nathanael Liminski