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    Standhaft beten und geduldig netzwerken

    Warum um alles in der Welt hat sie das bloß ertragen? Die Frage drängt sich jedem auf, der sich heute mit dem Leben Teresas auseinandersetzt. Denn Treue ist in unserer Zeit kein Wert mehr, auf den es ankommt. Das Aushalten von Schwierigkeiten kann man so nicht einüben. Allerdings ist es enorm hilfreich, bei diesem Abenteuer nicht allein zu sein. Wer Pater Antonio Sagardoys Buch liest, lernt eine lebendige, vielschichtige, humorvolle und unermüdlich liebende Frau kennen, die eine ideale Begleiterin für das Leben in der Kirche von heute ist. Die Probleme sind nämlich im Kern dieselben. Heute wie damals trifft man auch Menschen, deren geistige Enge oder deren Neid die Entfaltung von Leben behindert haben, an dessen Förderung man gerne mitgewirkt hätte.

    Warum um alles in der Welt hat sie das bloß ertragen? Die Frage drängt sich jedem auf, der sich heute mit dem Leben Teresas auseinandersetzt. Denn Treue ist in unserer Zeit kein Wert mehr, auf den es ankommt. Das Aushalten von Schwierigkeiten kann man so nicht einüben. Allerdings ist es enorm hilfreich, bei diesem Abenteuer nicht allein zu sein. Wer Pater Antonio Sagardoys Buch liest, lernt eine lebendige, vielschichtige, humorvolle und unermüdlich liebende Frau kennen, die eine ideale Begleiterin für das Leben in der Kirche von heute ist. Die Probleme sind nämlich im Kern dieselben. Heute wie damals trifft man auch Menschen, deren geistige Enge oder deren Neid die Entfaltung von Leben behindert haben, an dessen Förderung man gerne mitgewirkt hätte.

    Genau dies passierte auch Teresa von Avila. Sie lebte zwar in einer Zeit und in einem Land, das Frauen restriktiv behandelte, tatsächlich aber erlebten ihre männlichen Mitstreiter, sofern sie dieselbe geistige Freiheit und innere Begnadung erlebten, dieselbe Gängelung, denselben Neid und dieselbe Missgunst wie Teresa selbst. Oder wie sonst soll man es verstehen, dass Johannes vom Kreuz neun Monate lang in einen Kerker im Kloster eingesperrt wurde?

    Teresas Hauptproblem war nicht, dass ihre Bewegungsfreiheit aufgrund ihres Geschlechtes eingeschränkt wurde, obwohl sie keineswegs einsehen wollte, dass man ihr als Frau nur mündliches Beten, sprich geistfreies Nachplappern gestatten wollte. Hier war sie sich sicher, dass der meditative Nachvollzug und die betrachtende Vertiefung des Gebetes der einzig gangbare Weg war. Ihre lebendige Beziehung zu Jesus Christus bestärkte sie, wenn allzu menschliche Kirchenvertreter sie hier auf rein mechanisches Rezitieren beschränken wollten.

    Was sie quälte war, wenn die Beichtväter, denen sie sich anvertraute, ihre Erlebnisse aufgrund ihrer geringen eigenen Erfahrung und ihrer ebenso geringen Bildung als teuflische Vorspiegelungen verurteilten und, was noch weit schlimmer für sie war, wenn ihre Freunde unter ihren Aktivitäten zu leiden hatten.

    Lebenshilfe für uns Heutige bietet der realitätsbezogene und humorvolle Umgang an, den sie mit all diesen Widrigkeiten pflegte. Zum einen gab Teresa nie die Hoffnung auf, dass sie einen einmal im Gebet als richtig erkannten Weg würde beschreiten können, wenn sie nur beharrlich um Unterstützung warb. Sie war nicht nur eine ausgesprochen charmante Frau, sondern auch eine hochbegabte Netzwerkerin und setzte mit viel Geduld manches ins Werk, wo andere schon lange aufgegeben hätten. Zum anderen verlor Teresa nie aus dem Blick, wer wirklich die Kirche ist: Jesus Christus. Darum kam es ihr nie in den Sinn wegzugehen. Davon können wir lernen.

    Pater Antonio Sagardoy: Teresa von Ávila. Trotzdem liebe ich die Kirche. Styria premium, Wien, 2015, 153 Seiten, ISBN 978-3-222-13464-7, EUR 14,99