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    Staatengemeinschaft hat verfolgte Christen verraten

    Vatikanstadt (DT/KNA) Kurienkardinal Leonardo Sandri wirft der internationalen Gemeinschaft „Verrat“ an den verfolgten Christen im Irak vor. Sie habe viel zu lange geschwiegen, sagte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation laut Radio Vatikan am Montag bei einem Besuch in Dohuk in der autonomen Kurdenregion im Norden des Landes. Das werde als Verrat wahrgenommen, ebenso wie der Rückzug der nationalen und regionalen Kräfte, die anfangs ihren Schutz zugesagt hätten, so Sandri bei einem Gottesdienst mit christlichen Flüchtlingen, die vor den Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ geflohen sind. Der Kurienkardinal war am Sonntag in Bagdad zu Gesprächen mit Staatspräsident Fuad Masum und Ministerpräsident Haider Al-Abadi zusammengetroffen. Sandri hält sich seit Freitag im Irak auf. An diesem Dienstag wird er im Vatikan zurückerwartet.

    Kardinal Leonardo Sandri. Foto: dpa

    Vatikanstadt (DT/KNA) Kurienkardinal Leonardo Sandri wirft der internationalen Gemeinschaft „Verrat“ an den verfolgten Christen im Irak vor. Sie habe viel zu lange geschwiegen, sagte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation laut Radio Vatikan am Montag bei einem Besuch in Dohuk in der autonomen Kurdenregion im Norden des Landes. Das werde als Verrat wahrgenommen, ebenso wie der Rückzug der nationalen und regionalen Kräfte, die anfangs ihren Schutz zugesagt hätten, so Sandri bei einem Gottesdienst mit christlichen Flüchtlingen, die vor den Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ geflohen sind. Der Kurienkardinal war am Sonntag in Bagdad zu Gesprächen mit Staatspräsident Fuad Masum und Ministerpräsident Haider Al-Abadi zusammengetroffen. Sandri hält sich seit Freitag im Irak auf. An diesem Dienstag wird er im Vatikan zurückerwartet.

    Dem irakischen Staatspräsidenten Fuad Masum bot Sandri die Unterstützung der katholischen Kirche beim Wiederaufbau des Landes an. Wie der Vatikan am Sonntagabend mitteilte, traf der vatikanische Verantwortliche für die katholischen Ostkirchen am gleichen Tag in Bagdad mit dem Präsidenten zu einem Gespräch zusammen. Sandri habe Masum für Schutz und Versorgung der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ verfolgten Christen und anderer Minderheiten gedankt. Der irakische Präsident bekräftigte demnach, dass die Christen vollberechtigte Bürger des Landes seien.

    Beide hätten zudem die Bedeutung christlicher Schulen bekräftigt. Vor seiner Weiterreise nach Erbil in die autonome Kurdenregion traf Sandri am Sonntag nach vatikanischen Angaben auch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider Al-Abadi zusammen. Hauptgesprächsthema sei die „große Herausforderung“ des Landes durch die vorrückenden Kämpfer des „Islamischen Staats“ gewesen. In der autonomen Kurdenregion wollte Sandri am Montag mit verfolgten Christen zusammentreffen. Nach seiner Begegnung mit Staatspräsident Masum besuchte Sandri auch das Irakische Nationalmuseum in Bagdad.