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    Spiritualität der Heiligen

    Mit den Heiligen hin zum Herrn, das verspricht der Titel des Bandes mit biografischen Skizzen von Paul-Werner Scheele zu bekannten wie unbekannten heiligen Männern und Frauen: Märtyrer, Missionare, Ordensgründer. Insgesamt 25 Kapitel, chronologisch geordnet, beginnend mit Maria, rücken Heilige aus allen Jahrhunderten in unseren Blick.

    Mit den Heiligen hin zum Herrn, das verspricht der Titel des Bandes mit biografischen Skizzen von Paul-Werner Scheele zu bekannten wie unbekannten heiligen Männern und Frauen: Märtyrer, Missionare, Ordensgründer. Insgesamt 25 Kapitel, chronologisch geordnet, beginnend mit Maria, rücken Heilige aus allen Jahrhunderten in unseren Blick.

    Doch warum noch ein weiteres Heiligenbuch, warum empfiehlt sich gerade dieses? Die Grundlage zu diesem Werk entstand aus Exerzitienvorträgen des Verfassers. Insofern liefert die Lektüre nicht nur informatives Wissen, sondern echten geistlichen Gewinn, geht hinein in die jeweilige authentische Spiritualität des einzelnen Heiligen. Einen weiteren, wesentlichen Zugang zu Charisma und Persönlichkeit liefern die vielen Zitate und Selbstzeugnisse, mit denen Scheele seine Skizzen angereichert hat und die zeigen, welch großer Wert darauf gelegt wurde, dass die Heiligen selbst zu Wort kommen. Dabei fehlen selbstverständlich auch nicht wichtige biografische Eckdaten. Bischöfe wie Martin von Tours, Augustinus und Albert der Große, Missionare wie Kilian, Kolonat und Totnan, Bonifatius, Franz Xaver und Petrus Canisius, Ordensgründer wie Benedikt, Franziskus, Franz von Sales und Vinzenz von Paul, großartige Frauen wie Maria, Hildegard von Bingen, Hedwig und Elisabeth, Therese von Lisieux vereint Scheele in seinem Band, wobei nur sechs heilige Frauen gegen 19 Männer stehen. Dabei sind gerade die Porträts der weiblichen Heiligen besonders einfühlsam und gelungen.

    Berührend ist auch das Kapitel über den heiligen Thomas Morus – Bischof Scheele schmückt weder aus noch arbeitet er mit Übertreibungen. Er schildert das dramatische Schicksal des englischen Märtyrers anhand der Berichte von Zeitzeugen und Selbstzeugnissen und zeichnet so den Bogen eines konsequent erfüllten Lebens nach, eines liebenden Familienvaters, der aufgrund der politischen Ereignisse zum Blutzeugen aus Gewissensgründen wurde, unverständlich nur auf den äußeren Blick: Nach der Lektüre jedoch begreifbar.

    Der Autor ist sich sehr wohl bewusst, dass sich so manche Geistliche, die Heiligenbilder aus ihrer Kirche entfernen ließen, sich zu Unrecht auf das Konzil beriefen. Deshalb weist er richtigerweise in seiner Einleitung auf die dogmatische Konstitution Lumen gentium hin, die Großartiges über die Heiligen und ihre Verehrung zu sagen weiß: „Im Leben der Heiligen ,zeigt Gott den Menschen in lebendiger Weise seine Gegenwart und sein Antlitz‘“.

    Der Theologe Joseph Ratzinger hat es in seiner Schrift „Dogma und Verkündigung“ aus dem Jahre 1973 so beschrieben:„In der Welt der Heiligen, der wir im Kirchenjahre begegnen, wird gleichsam das einfache, unanschaubare Licht Gottes zerlegt in das Prisma unserer menschlichen Geschichte hinein, sodass wir der ewigen Herrlichkeit und dem Lichte Gottes mitten in unserer menschlichen Welt, in unserem menschlichen Brüdern und Schwestern begegnen können.“

    Mit dem vorliegenden Buch von Paul-Werner Scheele wird diese Begegnung leicht gemacht, mehr noch, sie wird unmittelbar gelingen. Sein Titel „Mit den Heiligen hin zum Herrn“ ist nicht Versprechen, sondern Programm: Durch dieses Kaleidoskop blicken wir liebevoll und geistlich fruchtbringend zugleich auf diese Brüder und Schwestern und durch sie hindurch auf das Licht und die Herrlichkeit Gottes.

    Die angefügten Fußnoten kann man interessiert und zur Vertiefung mitlesen, muss dies aber nicht tun. Leider fehlt ein griffiger und geordneter Überblick über die gesamte benutzte Literatur am Ende des Buches.

    Paul-Werner Scheele: Mit den Heiligen hin zum Herrn. Biografische Skizzen, Echter-Verlag, Würzburg, 2013,

    ISBN 978-3-429-03618-8, EUR 19,90