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    Signale der Entspannung auf der Synode

    Rom (DT) „Politische Korrektheit ist nicht prophetisch.“ Mit diesem Schlusswort hat Kardinal Wilfrid Fox Napier am Dienstag in Rom ein Pressegespräch zur laufenden Bischofssynode beendet. Der fast imposant wirkende Erzbischof aus dem südafrikanischen Durban zeigte sich dabei zufrieden und zuversichtlich, was die in dieser Woche endenden Beratungen der Synodalen angeht. Die afrikanischen Bischöfe sähen dem Ausgang der Versammlung „wegen der Güte Gottes, aber auch wegen des Zeugnisses von Papst Franziskus und der Art und Weise, wie er die Kirche führt, mit Optimismus entgegen“. Der Kardinal hatte bei der außerordentlichen Synode des vergangenen Jahres Aufsehen erregt, weil er damals im Plenum wie auch vor den Berichterstattern deutliche Kritik an der Präsentation des Verlaufs der Arbeiten geübt hatte. Die Veröffentlichung des zusammenfassenden Berichts nach der ersten Woche mit den Wortbeiträgen der Väter in der Synodenaula hatte er vor einem Jahr im vatikanischen Pressesaal als „keinen guten Tag für die katholische Kirche“ bezeichnet.

    Kardinal Wilfried Fox Napier unterstreicht, dass die Synode für das Wohl der Kirche arbeite. Foto: KNA

    Rom (DT) „Politische Korrektheit ist nicht prophetisch.“ Mit diesem Schlusswort hat Kardinal Wilfrid Fox Napier am Dienstag in Rom ein Pressegespräch zur laufenden Bischofssynode beendet. Der fast imposant wirkende Erzbischof aus dem südafrikanischen Durban zeigte sich dabei zufrieden und zuversichtlich, was die in dieser Woche endenden Beratungen der Synodalen angeht. Die afrikanischen Bischöfe sähen dem Ausgang der Versammlung „wegen der Güte Gottes, aber auch wegen des Zeugnisses von Papst Franziskus und der Art und Weise, wie er die Kirche führt, mit Optimismus entgegen“. Der Kardinal hatte bei der außerordentlichen Synode des vergangenen Jahres Aufsehen erregt, weil er damals im Plenum wie auch vor den Berichterstattern deutliche Kritik an der Präsentation des Verlaufs der Arbeiten geübt hatte. Die Veröffentlichung des zusammenfassenden Berichts nach der ersten Woche mit den Wortbeiträgen der Väter in der Synodenaula hatte er vor einem Jahr im vatikanischen Pressesaal als „keinen guten Tag für die katholische Kirche“ bezeichnet.

    Auf die Frage eines Pressevertreters sagte er jetzt dazu, wiederum im Pressesaal des Vatikans: „Auf der damaligen Synode haben einige besondere Themen zu Sorgen geführt, eins davon war die Bekanntgabe des Zwischenberichts, der als Beschlussfassung der Synode vorgestellt wurde, was aber nicht wahr war. Wir haben das Dokument damals eine Stunde nach den Medien erhalten und dieses Dokument behauptete Sachen, die nur zwei oder drei Personen in der Aula vorgetragen hatten. Das erweckte den Eindruck, als würde die Synode einen bestimmten Verlauf nehmen. Auch ich saß in der Kommission für die Abfassung des Schlussberichts, und es schien, als wollte man in eine gewisse Richtung gehen, als gäbe es eine Ideologie oder besondere Agenda.“ Im Gegensatz zur Synode vor einem Jahr, erklärte Napier jetzt wesentlich zuversichtlicher, arbeite man nun „mit Synodalität und Kollegialität – ein Wort, das dem Papst sehr teuer ist –, wir gehen zusammen für das Wohl der Kirche“. Ein Grund der Zufriedenheit in diesem Jahr sei „die neue Methode der Synode“. Sie stelle eine große Hilfe dar, „da sie uns viel Zeit lässt, in den Sprachgruppen nachzudenken und sich mit Personen aus unterschiedlichen Weltgegenden wie auch mit den Laien-Beratern und den brüderlichen Delegierten auseinanderzusetzen“.

    Neben Napier nahmen am Dienstag die Kardinäle Lluís Martinez Sistach aus Barcelona und Alberto Suarez Inda aus dem mexikanischen Morella teil. Alle drei äußerten sich positiv über das vor kurzem veröffentlichte Motu proprio des Papstes zur Beschleunigung der Eheannullierungsverfahren. Es „harmonisiert im ganzen Umfang die Treue und Unauflöslichkeit der Ehe mit der Barmherzigkeit der Kirche“, sagte Sistach. Die Bischöfe, so Napier, seien sich bewusst, dass diese Reform eine Herausforderung sei, sicherzustellen, dass das Personal für die Ehegerichte „angemessen ist und der Prozess respektiert wird“. Alle drei Kardinäle gaben weiter zu Protokoll, dass die Notwendigkeit einer gründlicheren Ehevorbereitung in den Beiträgen der Synodenväter breiten Raum eingenommen habe. Paaren müssten die Heirat und Familiengründung stärker als lebenslange, göttliche Berufung verdeutlicht werden. Damit habe die Kirche schon bei den Teenagern zu beginnen.

    Nachdem die Synodenteilnehmer gestern einen beratungsfreien Tag hatten, um der zehnköpfigen Redaktionskommission Zeit zur Arbeit am Abschlussbericht, der „Relatio finalis“, zu geben, biegt die Versammlung heute auf die Zielgerade ein: Im Plenum wird der Entwurf des Synodenberichts für den Papst vorgestellt und – nach einem weiteren Ruhetag morgen – dann am Samstag abschließend diskutiert und verabschiedet. Befürworter einer Kommunionzulassung der zivil Wiederverheirateten saßen vor allem im viel beobachteten deutschen Sprachzirkel, der diese Frage in seiner letzten Sitzungsrunde zu Teil drei des „Instrumentum laboris“ beraten hatte.

    Erstaunlicherweise beginnt der Text der Deutschsprachigen mit einer vehementen Klage: „Mit großer Betroffenheit und Trauer haben wir die öffentlichen Äußerungen einzelner Synodenväter zu Personen, Inhalt und Verlauf der Synode wahrgenommen. Dies widerspricht dem Geist des Zusammengehens, dem Geist der Synode und ihren elementaren Regeln. Die gebrauchten Bilder und Vergleiche sind nicht nur undifferenziert und falsch, sondern verletzend. Wir distanzieren uns entschieden“, heißt es im dritten und letzten Zwischenbericht des deutschen Zirkels, ohne Namen und oder nähere Inhalte zu nennen. Positiv heißt es dann weiter: „In der deutschen Sprachgruppe war es ein gemeinsames Anliegen, den Titel der Relatio finalis ,Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute? durch den Untertitel ,Überlegungen und Vorschläge für den Heiligen Vater, Papst Franziskus? zu ergänzen, um so die Einordnung des Textes klar zum Ausdruck zu bringen, der kein Beschlussdokument darstellt. Für die Einleitung regen wir an, auf die weltweiten Umfragen Bezug zu nehmen und Dank und Wertschätzung für sie zum Ausdruck zu bringen.“

    Als zentrale Aussage hält der deutsche Bericht dann fest: „Im Sinn einer deutlicheren Betonung der Familie als Subjekt der Pastoral soll benannt werden, dass christliche Familien berufen sind, das Evangelium von der Ehe, das ihnen anvertraut ist, durch ihr Leben zu bezeugen. Die christlichen Eheleute und Familien sind damit Teil der neuen Familie Christi, seiner Kirche. So dürfen die Eheleute Sakrament sein für die Welt. Die ,neue Familie Jesu Christi?, die Kirche, soll die Eheleute zu diesem Zeugnis ermutigen, stärken und befähigen.“

    Zur Zulassung der zivil Wiederverheirateten zu den Sakramenten heißt es dann, die Debatten der beiden Synoden 2014 und 2015 hätten gezeigt, dass es hier keine einfachen und generellen Lösungen gibt. „Wir Bischöfe haben die mit diesen Fragen verbundenen Spannungen ebenso erlebt wie viele unserer Gläubigen, deren Sorgen und Hoffnungen, Warnungen und Erwartungen uns in unseren Beratungen begleitet haben.“ Über einen Weg der Umkehr, den Wiederverheiratete mit einem Seelsorger gehen können, formuliert der deutsche Sprachzirkel: „Ein solcher Weg der Besinnung und der Buße kann im forum internum, im Blick auf die objektive Situation im Gespräch mit dem Beichtvater, zur persönlichen Gewissensbildung und zur Klärung beitragen, wie weit ein Zugang zu den Sakramenten möglich ist. Jeder muss sich selber prüfen, gemäß dem Wort des Apostels Paulus, das für alle gilt, die sich dem Tisch des Herrn nähern: ,Jeder soll sich selber prüfen: erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wenn ihr davon isst und trinkt ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt ... Gingen wir mit uns selbst ins Gericht, dann würden wir nicht gerichtet‘ (1 Kor 11, 28–31)“.