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    „Selbstloser Zeuge des Evangeliums“

    Würzburg (DT/KAP/KNA) Papst Benedikt XVI. hat seine tiefe Trauer über die Ermordung von Bischof Luigi Padovese in der Türkei bekundet. Padovese sei ein „selbstloser Zeuge des Evangeliums“ gewesen, heißt es in einem am Samstag vom Vatikan verbreiteten Beileidstelegramm. Er habe sich stets nachdrücklich für Dialog und Versöhnung eingesetzt. Der Papst sei allen Bischöfen, Priestern und Gläubigen in der Türkei, die um Padovese trauerten, im Gebet verbunden. Zur Vorbereitung der bevorstehenden Nahostsynode im Oktober habe der Bischof viel beigetragen und wäre ein „kostbares Element“ bei dieser Versammlung gewesen, sagte Benedikt XVI. auf seiner Zypernreise.

    Würzburg (DT/KAP/KNA) Papst Benedikt XVI. hat seine tiefe Trauer über die Ermordung von Bischof Luigi Padovese in der Türkei bekundet. Padovese sei ein „selbstloser Zeuge des Evangeliums“ gewesen, heißt es in einem am Samstag vom Vatikan verbreiteten Beileidstelegramm. Er habe sich stets nachdrücklich für Dialog und Versöhnung eingesetzt. Der Papst sei allen Bischöfen, Priestern und Gläubigen in der Türkei, die um Padovese trauerten, im Gebet verbunden. Zur Vorbereitung der bevorstehenden Nahostsynode im Oktober habe der Bischof viel beigetragen und wäre ein „kostbares Element“ bei dieser Versammlung gewesen, sagte Benedikt XVI. auf seiner Zypernreise.

    Seine Trauer über den gewaltsamen Tod von Padovese bekundete auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. In einem Beileidstelegramm an Papst Benedikt XVI., das am Freitag vom Vatikan veröffentlicht wurde, würdigte das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen den ermordeten Geistlichen als exzellenten Bischof, der seiner Kirche und dem ganzen Volk Gottes einen „äußerst wertvollen Dienst“ erwiesen habe.

    Bestürzt reagierte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick auf die Ermordung von Padovese. „Das ist eine ganz furchtbare und schreckliche Tat“, sagte Schick am Freitag in Bamberg. Gleichzeitig sprach er den Angehörigen, dem Kapuzinerorden, in dem Padovese Mitglied war, und den Katholiken in der Türkei sein Beileid aus. Der Würzburger Generalvikar Karl Hillenbrand zeigte sich ebenfalls tief betroffen über die Todesnachricht. Padovese hatte unter anderem in Würzburg studiert und hielt regen Kontakt nach Unterfranken. Hillenbrand erinnerte daran, dass der Kapuziner über Jahre hinweg als Urlaubsvertretung auf dem Würzburger Käppele ausgeholfen habe. Nach Angaben der Erzbischöflichen Pressestelle in Bamberg war Padovese eng mit dem Erzbistum verbunden. In der fränkischen Domstadt hatte er vor 40 Jahren Deutsch gelernt. Danach kam er noch lange zur Ferienaushilfe in die Erzdiözese. Der Geistliche war Ehrenbürger der Gemeinde Stegaurach vor den Toren Bambergs. Erst vor wenigen Tagen sei der Bischof erneut in Deutschland gewesen und habe Jugendlichen in Fürth das Sakrament der Firmung gespendet, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei dieser Gelegenheit hätten Schick und Padovese über die bevorstehende Reise des Papstes nach Zypern gesprochen.

    Türkei soll Koexistenz der Religionen ermöglichen

    Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) hat die Ermordung von Bischof Luigi Padovese verurteilt. Nach einer Serie von Angriffen gegen Christen in der Türkei mit mehreren Toten gebe dies Anlass zum Nachdenken über deren Sicherheit, erklärte CV-Präsident Manfred Speck am Freitag in einer Erklärung. Die Akzeptanz anderer Religionen als der in einem Land vorherrschenden sei ein konstituierendes Element einer modernen Demokratie, betonte Speck. Die türkische Regierung sei daher aufgefordert, sich mit „argumentativen und administrativen Maßnahmen“ für eine friedliche Koexistenz der Religionen einzusetzen.

    Unterdessen wurden weitere Details um die Ermordung Padoveses bekannt. Die Berliner Zeitung „Die Welt“ berichtete am Samstag, der geständige Mörder Murat Altun – er war langjähriger Chauffeur Padoveses – habe dem Bischof von hinten den Hals durchgeschnitten und dabei „Allahu Akbar“ gerufen. Nach Berichten einiger türkischer Medien hat der Tatverdächtige vor dem Haftrichter vom „Antichristen“ gesprochen, den er bekämpfen wollte, und den islamischen Gebetsruf angestimmt. Sein Anwalt Cihan Önal erklärte, sein Mandant sei entgegen erster Informationen Moslem, doch habe das mit der Tat nichts zu tun.

    Im Gespräch mit der „Welt“ verneinte allerdings der Apostolische Vikar in Istanbul, Bischof Louis Pelatre, einen politischen oder religiösen Hintergrund.

    Am Montag fand im südtürkischen Iskenderun eine Trauerfeier für den aus Mailand stammenden Vorsitzenden der Türkischen Bischofskonferenz und Apostolischen Vikar von Anatolien statt. Die Totenmesse hielt der Erzbischof von Izmir, Ruggero Franceschini. Die Beisetzung von Padovese findet am Mittwoch in Mailand statt. Nähere Angaben lagen bei Redaktionsschluss nicht vor.