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    Seherkinder von Fatima bald heilig

    Rom (DT) Der Besuch von Papst Franziskus im portugiesischen Marienerscheinungsort Fatima am 12. und 13. Mai erhält einen weiteren Höhepunkt: Vor Kardinälen in Rom, die am Donnerstag zu einem ordentlichen Konsistorium mit dem Papst zusammengekommen waren, ließ Franziskus bekannt geben, dass er die beiden Hirtenkinder und Geschwister Francisco und Jacinta Marto heiligsprechen wird.

    Rom (DT) Der Besuch von Papst Franziskus im portugiesischen Marienerscheinungsort Fatima am 12. und 13. Mai erhält einen weiteren Höhepunkt: Vor Kardinälen in Rom, die am Donnerstag zu einem ordentlichen Konsistorium mit dem Papst zusammengekommen waren, ließ Franziskus bekannt geben, dass er die beiden Hirtenkinder und Geschwister Francisco und Jacinta Marto heiligsprechen wird.

    Der zehnjährige Francisco erlag am 4. April 1919 der spanischen Grippe, einer Krankheit, an der auch seine zehnjährige Schwester Jacinta am 20. Februar 1920 verstarb. Mit den neuen Heiligen waren im Jahr 2000 von Johannes Paul II. – ebenfalls an einem 13. Mai in Fatima – zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche Kinder seliggesprochen worden, die nicht Märtyrer waren. Sowohl beim Seligsprechungs- wie auch bei dem Heiligsprechungsverfahren für die Hirtenkinder hatten die Marienerscheinungen des Jahres 1917 selbst keine ausschlaggebende Rolle gespielt. Vielmehr hatte die Kirche das mustergültige Verhalten der Kinder beurteilt. So hielt sich etwa der kleine Francisco trotz Todesdrohungen an das ihm von der Madonna auferlegte Schweigegebot über den Inhalt der Offenbarungen.

    „Die Kirche in Mexiko

    verehrt die drei

    jugendlichen Märtyrer schon seit Jahrhunderten“

    Das für die bevorstehende Heiligsprechung erforderliche Wunder betraf ein sechsjähriges Kind aus Brasilien, das 2013 vom dritten Stock auf die Straße gefallen war und sich Hirn- und Schädelverletzungen zugezogen hatte. Es wurde völlig geheilt.

    Der Seligsprechungsprozess für die beiden Seherkinder von Fatima begann 1952. Das dritte Hirtenkind, Lucia dos Santos, erreichte als einziges der drei das Erwachsenenalter. Sie wurde Ordensfrau, zeichnete die von der Gottesmutter den drei Kindern gezeigten Geheimnisse auf und starb erst 2005 im Alter von 98 Jahren. Für sie rückt eine Seligsprechung näher. Franziskus besucht den zweitgrößten Wallfahrtsort Europas zum hundertsten Jahrestag der Marienerscheinungen, die von Mai bis Oktober 1917 stattfanden und deren Höhepunkt damals das sogenannte „Sonnenwunder“ war.

    Bei dem Konsistorium am Donnerstag gab der Präfekt der Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, die Heiligsprechung von drei weiteren Kindern bekannt. Es handelt sich um die mexikanischen Indios Cristoforo, Antonio und Giovanni. Der erste wurde 1527 von seinem Vater, einem Fürsten der Indios, umgebracht, die beiden anderen zwei Jahre später von Einwohnern von Tlaxcala. Die Kirche in Mexiko verehrt die drei jugendlichen Märtyrer schon seit Jahrhunderten, Johannes Paul II. hatte sie 1979 zusammen mit Juan Diego in Mexiko-Stadt seliggesprochen. Ihre Aufnahme in das Buch der Heiligen wird am kommenden 15. Oktober auf dem Petersplatz in Rom gefeiert. Am gleichen Tag, so hieß es ebenfalls im Konsistorium am Donnerstag, werden zwei Diözesanpriester, der 1645 verstorbene Brasilianer Andrea de Soveral und dessen im selben Jahr ermordeter Landsmann Ambrogio Francesco Ferro, der brasilianische Laie Matteo Moreira und 27 Gefährten, sowie der spanische Priester und Ordensgründer Faustino Míguez und der Priester des Minoritenordens, Angelo da Acri aus Neapel, heiliggesprochen.