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    Schweizer Bischöfe: Fehler im Fall Williamson

    Chur (DT/KNA) Die schweizerischen Bischöfe haben dem Vatikan Fehler im Umgang mit den vier Traditionalisten-Bischöfen um Richard Williamson vorgeworfen. „Offensichtlich war die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe zu wenig sorgfältig vorbereitet“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Schweizer Bischofskonferenz. Auch habe es „schwerwiegende Mängel bei der Information der Bischöfe, der Gläubigen und der Öffentlichkeit durch die vatikanische Kurie“ gegeben. Die Bischöfe und der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Francesco Canalini, bedauerten diese Fehler, hieß es. Die schweizerischen Oberhirten äußerten sich im Anschluss an ihre 283. Ordentliche Versammlung in Chur. Auf dem Treffen hätten sie Canalini, „ihr Befremden und die Sorgen der Gläubigen“ vorgetragen. „Zahlreiche Reaktionen zeigten die große Besorgnis vieler Menschen in- und außerhalb der Kirche über diesen Schritt, namentlich angesichts der Leugnung der Shoah durch Bischof Richard Williamson.“ Papst Benedikt XVI. hatte von dem Traditionalisten-Bischof einen öffentlichen und eindeutigen Widerruf verlangt. Dies ist bisher nicht geschehen. Die schweizerischen Bischöfe erinnerten daran, dass die Aufhebung der Exkommunikation „noch nicht die Rehabilitierung oder Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der katholischen Kirche“ bedeute, sondern „die Eröffnung eines Weges zur Versöhnung“. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Baseler Bischof Kurt Koch, äußerte Sorge insbesondere darüber, dass derzeit ein Gegensatz zwischen Benedikt XVI. und dem Zweiten Vaticanum konstruiert werde. Der Papst habe sein ganzes Lehramt auf der Grundlage des Konzils aufgebaut. Zugleich mahnte Koch zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit den Inhalten des Zweiten Vatikanums. „Indem man nur immer wieder den Geist des Konzils beschwört, kommen wir nicht aus dem derzeitigen Morast heraus.“ Nicht alle, die sich heute auf das Konzil beriefen und die Religionsfreiheit ins Feld führten, brächten zum Ausdruck, was das Konzil gemeint habe.

    Chur (DT/KNA) Die schweizerischen Bischöfe haben dem Vatikan Fehler im Umgang mit den vier Traditionalisten-Bischöfen um Richard Williamson vorgeworfen. „Offensichtlich war die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe zu wenig sorgfältig vorbereitet“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Schweizer Bischofskonferenz. Auch habe es „schwerwiegende Mängel bei der Information der Bischöfe, der Gläubigen und der Öffentlichkeit durch die vatikanische Kurie“ gegeben. Die Bischöfe und der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Francesco Canalini, bedauerten diese Fehler, hieß es. Die schweizerischen Oberhirten äußerten sich im Anschluss an ihre 283. Ordentliche Versammlung in Chur. Auf dem Treffen hätten sie Canalini, „ihr Befremden und die Sorgen der Gläubigen“ vorgetragen. „Zahlreiche Reaktionen zeigten die große Besorgnis vieler Menschen in- und außerhalb der Kirche über diesen Schritt, namentlich angesichts der Leugnung der Shoah durch Bischof Richard Williamson.“ Papst Benedikt XVI. hatte von dem Traditionalisten-Bischof einen öffentlichen und eindeutigen Widerruf verlangt. Dies ist bisher nicht geschehen. Die schweizerischen Bischöfe erinnerten daran, dass die Aufhebung der Exkommunikation „noch nicht die Rehabilitierung oder Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der katholischen Kirche“ bedeute, sondern „die Eröffnung eines Weges zur Versöhnung“. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Baseler Bischof Kurt Koch, äußerte Sorge insbesondere darüber, dass derzeit ein Gegensatz zwischen Benedikt XVI. und dem Zweiten Vaticanum konstruiert werde. Der Papst habe sein ganzes Lehramt auf der Grundlage des Konzils aufgebaut. Zugleich mahnte Koch zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit den Inhalten des Zweiten Vatikanums. „Indem man nur immer wieder den Geist des Konzils beschwört, kommen wir nicht aus dem derzeitigen Morast heraus.“ Nicht alle, die sich heute auf das Konzil beriefen und die Religionsfreiheit ins Feld führten, brächten zum Ausdruck, was das Konzil gemeint habe.