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    Schönborn: Wahrheit erweist sich in der Liebe

    Salzburg (DT/KAP) Die gegenwärtig verbreitete Resignation hinsichtlich der Wahrheit und ihrer Erkennbarkeit bilde den Kern der geistigen Krise Europas, sagte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, unter Verweis auf den Papst bei der Österreichischen Pastoraltagung in Salzburg am Samstag: „Wo keine Wahrheit ist, kann der Mensch auch nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.“ Mit dem christlichen Wahrheitsanspruch sei aufgrund geschichtlicher Erfahrungen oftmals die Angst vor Intoleranz verbunden, räumte Schönborn ein. Demgegenüber gelte es auf Christus zu schauen, der den Menschen am Beginn seines Lebens als hilfloses Kind und an dessen Ende als wehrloser Gekreuzigter begegne. Recht verstandene Wahrheit sei somit demütig und vertraue auf innere statt auf äußere Macht. Sie sei kein „Besitz“, sondern erweise sich in der Liebe. Dies ist nach den Worten des Kardinals auch Grundlage jeder Mission. Schönborn erinnerte an die Apostelgeschichte des Neuen Testaments. „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“, hätten Petrus und Johannes auf das „Missionsverbot“ durch den Hohen Rat in Jerusalem geantwortet. Dies führt laut Schönborn zur Anfrage an heutige Christen: „Was haben wir zu bezeugen? Wovon ist unser Herz so voll, dass der Mund davon übergeht?“

    Salzburg (DT/KAP) Die gegenwärtig verbreitete Resignation hinsichtlich der Wahrheit und ihrer Erkennbarkeit bilde den Kern der geistigen Krise Europas, sagte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, unter Verweis auf den Papst bei der Österreichischen Pastoraltagung in Salzburg am Samstag: „Wo keine Wahrheit ist, kann der Mensch auch nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.“ Mit dem christlichen Wahrheitsanspruch sei aufgrund geschichtlicher Erfahrungen oftmals die Angst vor Intoleranz verbunden, räumte Schönborn ein. Demgegenüber gelte es auf Christus zu schauen, der den Menschen am Beginn seines Lebens als hilfloses Kind und an dessen Ende als wehrloser Gekreuzigter begegne. Recht verstandene Wahrheit sei somit demütig und vertraue auf innere statt auf äußere Macht. Sie sei kein „Besitz“, sondern erweise sich in der Liebe. Dies ist nach den Worten des Kardinals auch Grundlage jeder Mission. Schönborn erinnerte an die Apostelgeschichte des Neuen Testaments. „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“, hätten Petrus und Johannes auf das „Missionsverbot“ durch den Hohen Rat in Jerusalem geantwortet. Dies führt laut Schönborn zur Anfrage an heutige Christen: „Was haben wir zu bezeugen? Wovon ist unser Herz so voll, dass der Mund davon übergeht?“