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    Salut, Gebet und Rosenblüten

    Bogotá (DT) Tausende Gläubige haben am Samstag morgen in der Kathedrale von Bogotá an der feierlichen Begrüßung des Gnadenbildes der Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá teilgenommen. Anlässlich des Papstbesuchs war das Bild per Helikopter aus dem 130 Kilometer von Bogotá entfernten Nationalheiligtum Kolumbiens, das von Dominikanern betreut wird, in die Hauptstadt gebracht worden. Papst Franziskus wird die Kathedrale am Donnerstag besuchen und dort die Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá verehren.

    Die Präsidentengarde spielt zur Begrüßung des Gnadenbildes vor der Kathedrale.

    Bogotá (DT) Tausende Gläubige haben am Samstag morgen in der Kathedrale von Bogotá an der feierlichen Begrüßung des Gnadenbildes der Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá teilgenommen. Anlässlich des Papstbesuchs war das Bild per Helikopter aus dem 130 Kilometer von Bogotá entfernten Nationalheiligtum Kolumbiens, das von Dominikanern betreut wird, in die Hauptstadt gebracht worden. Papst Franziskus wird die Kathedrale am Donnerstag besuchen und dort die Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá verehren.

    Mit dem Papst soll eine Zeit des Segens beginnen

    In den frühen Morgenstunden warteten Gläubige, den Rosenkranz betend und mit weißen Blumen in den Händen, in einer achthundert Meter langen Schlange auf Einlass in die Domkirche. Die Präsidentengarde spielte auf dem Platz vor der Kathedrale Marienlieder und die Nationalhymne, ehe Dominikanerpatres das in ein gläsernes Reliquiar gefasstes Bild unter Salut und Applaus durch ein Ehrenspalier in die Kathedrale trugen. In dem Gotteshaus fielen minutenlang Rosenblüten aus der Kuppel auf das Gnadenbild herab. Erzbischof Rubén Kardinal Salazar Gómez zelebrierte das Pontifikalamt als „Inthronisationsmesse für die Patronin und Königin Kolumbiens“. Mit dem Papstbesuch solle eine Zeit des Segens für das Land beginnen. Mit Nachdruck forderte er die Gläubigen zur geistlichen Vorbereitung und Teilnahme an der Gebetsvigil auf, die von Samstag auf Sonntag landesweit für den Heiligen Vater gehalten wurde. „Tausende kennen Gott heute nicht mehr“, sagte der Kardinal in seiner Predigt. Maria sei das Vorbild, das die Gläubigen als missionarische Jünger vor Augen haben sollten. Er forderte die Menschen auf, „den Bruderkrieg, Parteiungen und Spaltungen endlich hinter sich zu lassen und gemeinsam für das Gemeinwohl einzustehen“. Aufgabe der Gläubigen sei die Neuevangelisierung, damit Familien und Institutionen von innen heraus erneuert würden.

    Vor Journalisten erklärte der Kardinal nach dem Pontifikalamt: „Für Kolumbien ist die Marienverehrung ein klares Zeichen dafür, dass unser Volk fähig ist, auf das Wort Gottes zu hören und sich zu ändern und zu bekehren. Mit dem Besuch des Heiligen Vaters sind wir auch imstande, den ersten Schritt zu machen, um alle Ungerechtigkeit, Gewalt, Tod und Zerstörung hinter uns zu lassen.“

    Das Gnadenbild der Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá war zuletzt 1999 anlässlich eines Friedensgebets in die Hauptstadt gebracht worden. Es besteht aus einem rechteckigen bemalten, teilweise mit Goldfäden bestickten Baumwolltuch, dessen Mitte die Muttergottes als Rosenkranzkönigin mit Kind zeigt. An ihrer Seite sind der Apostel Andreas und der heilige Antonius von Padua zu sehen. Das Bild wurde 1560–62 im Auftrag des spanischen Bevollmächtigten Antonio de Santana und des Dominikaners Andrés Jadraque für eine Kapelle der Dominikanermission in Sutamarchán gemalt. Nachdem die Dominikaner die Missionsstation aufgegeben hatten, kam das verwitterte Bild in eine Kapelle in Chiquinquirá. Dort wurde es von einer frommen spanischen Hausangestellten namens María Ramos sehr verehrt.

    Da leuchteten Stoff und Farbe wie strahlendes Licht

    Am 26. Dezember geschah das „Wunder von Chiquinquirá“: Eine getaufte Indianerin namens Isabel und ihr fünfjähriger Sohn Miguel kamen an der Kapelle vorbei und wurden auf ein strahlendes Licht aufmerksam, das von dem Bild ausging. Isabel holte María Ramos und beide fanden das leuchtende Gnadenbild völlig verwandelt vor: Stoff und Farbe wirkten wie frisch restauriert. Damit begann die Wallfahrt zur Rosenkranzkönigin von Chiquinquirá, der zahlreiche Wunder und Gebetserhörungen zugeschrieben werden. Papst Pius VII. erklärte sie 1829 zur Patronin Kolumbiens.1919 wurde das Gnadenbild gekrönt. Papst Johannes Paul II. besuchte das Nationalheiligtum 1986 anlässlich der 400-Jahrfeiern des „Wunders von Chiquinquirá“.