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    Rom bleibt versöhnlich mit Piusbrüdern

    Vatikanstadt (DT/KNA) Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hält eine römische Aussöhnung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft weiter für möglich. Die Glaubenskongregation habe eine klare dogmatische Präambel verfasst und vorgelegt, sagte Müller kürzlich im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Diese Tür steht offen, wir schließen sie nicht“, so Müller. Es gebe jedoch auch „kein Hintertürchen“.

    Vatikanstadt (DT/KNA) Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hält eine römische Aussöhnung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft weiter für möglich. Die Glaubenskongregation habe eine klare dogmatische Präambel verfasst und vorgelegt, sagte Müller kürzlich im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Diese Tür steht offen, wir schließen sie nicht“, so Müller. Es gebe jedoch auch „kein Hintertürchen“.

    Die Glaubenskongregation begleite die Einigungsbemühungen „mit Geduld und Festigkeit“, wie es ihr Papst Franziskus aufgetragen habe.

    Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991) gegründet. Sie lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) ab. Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Die Konzilslehren hätten die Tradition der Kirche zerstört, so Lefebvre. Die Piusbruderschaft sieht sich als Bewahrerin der Tradition der „Heiligen Römischen Kirche“.

    Anfangs kirchlich anerkannt, zeigte sich die Piusbruderschaft zunehmend antikonziliar. 1975 entzog Rom ihr die kirchenrechtliche Zulassung. Nach unerlaubten Priesterweihen wurde Lefebvre 1976 die Ausübung seines Bischofsamts verboten. Indem er 1988 ohne päpstliche Zustimmung vier Priester seiner Bruderschaft zu Bischöfen weihte, zogen sich alle fünf die Exkommunikation zu.

    Unrechtmäßige, aber gültige Bischofsweihen

    Die Weihen Lefebvres sowie die der von ihm Geweihten sind nach dem Kirchenrecht zwar unrechtmäßig, aber gültig. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) ließ 2007 die alte lateinische Messe wieder allgemein zu und erfüllte damit eine Bedingung der Bruderschaft für die Aufnahme offizieller Gespräche.

    Am 21. Januar 2009 hob er als weitere Versöhnungsgeste die Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft auf. Damit haben diese die Rechte katholischer Laien; die Ausübung kirchlicher Ämter ist ihnen aber weiter von Rom untersagt.

    Seit Ende 2009 gab es im Vatikan mehrere Gesprächsrunden mit Vertretern der Bruderschaft über strittige Lehrfragen. Im September 2011 legte der Vatikan der Leitung der Piusbrüder eine „Lehrmäßige Erklärung“ über grundlegende Glaubenslehren der katholischen Kirche zur Unterzeichnung vor, von der eine mögliche Wiedereingliederung der Bruderschaft in die katholische Kirche abhängt. Seit Frühjahr 2012 ist der Prozess zum Stillstand gekommen.

    kna