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    Riesen-Christus soll gebaut werden

    Bad Reichenhall (DT/KNA) Trotz kirchlicher Widerstände soll auf einem Gipfel der bayerischen Voralpen die „weltgrößte Christusstatue“ errichtet werden. Initiator Harry Vossberg bezeichnete die Einwände am Dienstag vor Journalisten in Bad Reichenhall als nicht nachvollziehbar. Der Stadtrat werde in Kürze über das Projekt entscheiden.

    Bad Reichenhall (DT/KNA) Trotz kirchlicher Widerstände soll auf einem Gipfel der bayerischen Voralpen die „weltgrößte Christusstatue“ errichtet werden. Initiator Harry Vossberg bezeichnete die Einwände am Dienstag vor Journalisten in Bad Reichenhall als nicht nachvollziehbar. Der Stadtrat werde in Kürze über das Projekt entscheiden.

    Die 55 Meter hohe Figur soll nach Plänen des niederbayerischen Künstlers Angerer der Ältere auf dem 1 614 Meter hohen Predigtstuhl entstehen. Das Vorhaben wird von den großen christlichen Kirchen strikt abgelehnt. Initiatorin des Projekts ist eine „Christliche Initiative Pax“ (CIP), die nach den Worten von Vossberg einen „weltökumenischen Ansatz“ vertritt. Die Kosten für die Errichtung der Figur sollen mindestens zwei Millionen Euro betragen. Über die Herkunft des Geldes wollte der aus Hamburg stammende Geschäftsmann nichts sagen. Auch über die hinter der CIP stehenden Organisationen, darunter eine gewisse Tara Foundation, äußerte er sich unklar. An der Finanzierung werde es nicht scheitern. „Es geht im Moment nur um den Standort“, sagte Vossberg. Seine Dresdener Firma ist auf die Entwicklung von Immobilienprojekten spezialisiert. Die katholische und evangelische Kirche in Bayern halten nichts von dem Mammutprojekt.

    Der für die Tourismusseelsorge zuständige Referent des Erzbistums München und Freising, Domkapitular Josef Obermaier, lehnt die Statue als zu riesig für die bayerische Gebirgslandschaft ab. Stattdessen sollte die heimische Tradition, Bergkreuze und Kapellen zu errichten, gestärkt werden. Außerdem wird den Initiatoren vorgehalten, ihr Vorhaben sei vorwiegend kommerziellen Interessen geschuldet. Auf dem Predigtstuhl, der mit einer Kabinenseilbahn erschlossen ist, befindet sich auch ein Hotel. Die Projektidee entstand bei einem Geschäftskontakt zwischen dessen Besitzer und Vossberg.

    Die am Dienstag vorgestellten Skizzen Angerers erinnern an das Wahrzeichen von Rio de Janeiro, die 1931 errichtete, 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Corcovado. Auch auf dem Predigstuhl soll Jesus mit ausgebreiteten Armen zu sehen sein. Im Sockel ist eine Kirche als Gebetsraum für Pilger geplant. Nach den Worten des Künstlers soll die Statue „in einer Zeit völliger Auflösung aller Werte“ ein unübersehbares Zeichen setzen. Vossberg sagte, ein vermögender Privatmann wolle dafür eine Reliquie des Franz von Assisi stiften.