• aktualisiert:

    Rehabilitierung von Teilhard de Chardin?

    Rom (DT/KNA) Ein Wort des Papstes hat Spekulationen um eine Rücknahme der kirchenamtlichen Vorbehalte gegen den Wissenschaftler und Mystiker Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) geweckt. Bei einer frei gehaltenen Predigt am Freitagabend in Aosta hatte Benedikt XVI. von einer „kosmischen Liturgie“ gesprochen und dabei zustimmend auf „die große Vision“ von Teilhard de Chardin verwiesen. Der Mailänder Theologieprofessor Vito Mancuso bezeichnete daraufhin in der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Sonntag) die päpstliche Würdigung als überraschend und von hoher Bedeutung. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte hingegen nach Angaben der Zeitung, man dürfe nicht meinen, Teilhard de Chardin sei ein Abweichler, dessen Schriften zu studieren verboten sei. Wegen der von ihm versuchten Verbindung von Evolutionstheorie und Theologie kam der französische Jesuit zu Lebzeiten mehrere Male mit dem kirchlichen Lehramt in Konflikt. Er wurde mit Lehr- und Publikationsverboten belegt und nach China versetzt. Das römische Heilige Offizium, Vorgänger der heutigen römischen Glaubenskongregation, warnte vor„Irrtümern und Begriffsverwirrungen“ in den Schriften des Jesuiten. Diese Beurteilung wurde nie aufgehoben.

    Rom (DT/KNA) Ein Wort des Papstes hat Spekulationen um eine Rücknahme der kirchenamtlichen Vorbehalte gegen den Wissenschaftler und Mystiker Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) geweckt. Bei einer frei gehaltenen Predigt am Freitagabend in Aosta hatte Benedikt XVI. von einer „kosmischen Liturgie“ gesprochen und dabei zustimmend auf „die große Vision“ von Teilhard de Chardin verwiesen. Der Mailänder Theologieprofessor Vito Mancuso bezeichnete daraufhin in der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Sonntag) die päpstliche Würdigung als überraschend und von hoher Bedeutung. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte hingegen nach Angaben der Zeitung, man dürfe nicht meinen, Teilhard de Chardin sei ein Abweichler, dessen Schriften zu studieren verboten sei. Wegen der von ihm versuchten Verbindung von Evolutionstheorie und Theologie kam der französische Jesuit zu Lebzeiten mehrere Male mit dem kirchlichen Lehramt in Konflikt. Er wurde mit Lehr- und Publikationsverboten belegt und nach China versetzt. Das römische Heilige Offizium, Vorgänger der heutigen römischen Glaubenskongregation, warnte vor„Irrtümern und Begriffsverwirrungen“ in den Schriften des Jesuiten. Diese Beurteilung wurde nie aufgehoben.