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    Psychologe verteidigt Vatikan-Aufklärung

    Berlin (DT/KNA) Der Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, Hans Zollner, hat die Linie der katholischen Kirche bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle verteidigt. Die Aufklärungsarbeit sei von allen wichtigen Ministerien im Vatikan unterstützt worden, sagte der Psychologe und Jesuitenpater am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. „Das heißt, dass in vielen Bereichen der Kirche das Bewusstsein da ist. Und auch die Schritte getan werden, um zu systemischen Veränderungen zu kommen“, so Zollner. Die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre habe alle Bischofskonferenzen dazu angehalten, Leitlinien für den Umgang mit Missbrauchsfällen zu entwickeln, sagte Zollner. Der Präfekt der Kongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, unterstütze die Arbeit des Zentrums für Kinderschutz. „Das ist in Deutschland nicht bekannt oder wird nicht so wahrgenommen“, betonte Zollner, der zugleich Direktor des Instituts für Psychologie der Gregoriana ist. Leitlinien zu entwickeln, wie mit Missbrauchsfällen umzugehen ist, sei in vielen Teilen der Welt eine „Pionieraufgabe“, so Zollner weiter. Die katholische Kirche sei ein komplexes Gebilde, und in der Weltkirche gebe es Widerstände: „Es gibt Leute, die nicht verstehen – zum Beispiel in Afrika oder Asien – warum wir uns hier im Westen so sehr mit dem Thema beschäftigen. ,Wir hätten doch andere Probleme in diesen Ländern‘, sagen die“, erklärte Zollner. Der Jesuit hob hervor: „Es ist halt ein Prozess, der mit einem Riesentanker, wie die katholische Kirche das ist, nicht so einfach von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist.“ Ende Januar 2010 hatte der damalige Leiter der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg, Klaus Mertes, öffentlich gemacht, dass Schüler durch Geistliche sexuell missbraucht worden waren.

    Berlin (DT/KNA) Der Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, Hans Zollner, hat die Linie der katholischen Kirche bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle verteidigt. Die Aufklärungsarbeit sei von allen wichtigen Ministerien im Vatikan unterstützt worden, sagte der Psychologe und Jesuitenpater am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. „Das heißt, dass in vielen Bereichen der Kirche das Bewusstsein da ist. Und auch die Schritte getan werden, um zu systemischen Veränderungen zu kommen“, so Zollner. Die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre habe alle Bischofskonferenzen dazu angehalten, Leitlinien für den Umgang mit Missbrauchsfällen zu entwickeln, sagte Zollner. Der Präfekt der Kongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, unterstütze die Arbeit des Zentrums für Kinderschutz. „Das ist in Deutschland nicht bekannt oder wird nicht so wahrgenommen“, betonte Zollner, der zugleich Direktor des Instituts für Psychologie der Gregoriana ist. Leitlinien zu entwickeln, wie mit Missbrauchsfällen umzugehen ist, sei in vielen Teilen der Welt eine „Pionieraufgabe“, so Zollner weiter. Die katholische Kirche sei ein komplexes Gebilde, und in der Weltkirche gebe es Widerstände: „Es gibt Leute, die nicht verstehen – zum Beispiel in Afrika oder Asien – warum wir uns hier im Westen so sehr mit dem Thema beschäftigen. ,Wir hätten doch andere Probleme in diesen Ländern‘, sagen die“, erklärte Zollner. Der Jesuit hob hervor: „Es ist halt ein Prozess, der mit einem Riesentanker, wie die katholische Kirche das ist, nicht so einfach von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist.“ Ende Januar 2010 hatte der damalige Leiter der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg, Klaus Mertes, öffentlich gemacht, dass Schüler durch Geistliche sexuell missbraucht worden waren.

    kna