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    Piusbrüder kündigen Erklärung an

    Bonn/Econe (DT/KNA) Das Generalkapitel der traditionalistischen Piusbrüder endete wie eine stille Messe: mit Schweigen. Aus dem schweizerischen Econe erging am Wochenende eine knappe Mitteilung. Darin dankte der Generalobere Bernard Fellay „für die tiefe Einheit“ der gut 40 Delegierten und kündigte „eine allgemeine Erklärung an Rom“ an. Ob diese eine Einwilligung in die Forderungen des Vatikan enthält oder noch einmal Zugeständnisse verlangt, lässt sich aus den Zeilen nicht herauslesen. Im September 2011 hatte der Vatikan der ultrakonservativen „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ eine „Lehrmäßige Erklärung“ vorgelegt. Falls die Piusbrüder diesen grundlegenden Glaubenslehren zustimmten, könnten Gespräche über eine mögliche Wiederaufnahme in die katholische Kirche beginnen. Eigentlich ein Ultimatum.

    Bonn/Econe (DT/KNA) Das Generalkapitel der traditionalistischen Piusbrüder endete wie eine stille Messe: mit Schweigen. Aus dem schweizerischen Econe erging am Wochenende eine knappe Mitteilung. Darin dankte der Generalobere Bernard Fellay „für die tiefe Einheit“ der gut 40 Delegierten und kündigte „eine allgemeine Erklärung an Rom“ an. Ob diese eine Einwilligung in die Forderungen des Vatikan enthält oder noch einmal Zugeständnisse verlangt, lässt sich aus den Zeilen nicht herauslesen. Im September 2011 hatte der Vatikan der ultrakonservativen „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ eine „Lehrmäßige Erklärung“ vorgelegt. Falls die Piusbrüder diesen grundlegenden Glaubenslehren zustimmten, könnten Gespräche über eine mögliche Wiederaufnahme in die katholische Kirche beginnen. Eigentlich ein Ultimatum.

    Seitdem allerdings sind etliche Monate ins Land und diverse Textvarianten hin- und hergegangen. Nun schwirren Gerüchte. Ein Traditionalisten-Blog wollte am Sonntag wissen, das Generalkapitel habe sich auf ein Nein an den Vatikan verständigt. Das werde der Piusbrüder-Obere für Spanien und Portugal, Juan Maria Montagut, am Montag bekannt geben. Andere Quellen unkten, der Holocaust-Leugner Richard Williamson, der die Gemeinschaft arg in Misskredit gebracht hatte, sei offiziell ausgeschlossen worden. Das Statement der Bruderschaft schweigt zu all dem. Es betont aber vielsagend, man habe „um das Grab von Seiner Exzellenz Erzbischof Marcel Lefebvre vereint“ zur Einhelligkeit gefunden. Lefebvre, der 1988 gegen die Einigungsbemühungen des damaligen Chefunterhändlers Kardinal Joseph Ratzinger die Gemeinschaft auf den Sonderweg führte, bleibt weiter Patron und Leitstern.

    Die ersten Antworten auf den römischen Text, die aus dem Pius-Mutterhaus kamen, waren in Rom nicht auf Zustimmung gestoßen. Im April schließlich ließ Vatikansprecher Federico Lombardi ein „viel besser“ verlauten. Seitdem wiesen die Zeichen auf Einigung – inklusive der (je nach Standpunkt) vorweggenommenen Freude über eine künftige Neubekehrung Roms, Warnungen davor, in eine angebliche „römische Falle“ zu tappen, und Klagen, der Vatikan setze für ein paar versprengte „Ewiggestrige“ den Glaubensschatz des Zweiten Vatikanischen Konzils aufs Spiel. Ende Juni predigte Fellay in Econe vor versammelten Würdenträgern und Gläubigen der Bruderschaft. Er brach damit in gewisser Weise ein Schweigen – denn offizieller Stellungnahmen hatte er sich zuletzt, von zwei Interviews abgesehen, tatsächlich enthalten. Was er nun predigte, reiht sich ein in kräftige Bilder, die die Piusbrüder als standhaft und Rom als wankelmütig und zerstritten darstellen. Erneut zeichnete Fellay das Bild einer widersprüchlichen römischen Kirche, in der einige „ziehen, um immer weiter auf dem Weg des Progressismus zu gehen“, andere dagegen, wie Papst Benedikt XVI., „Korrekturen vornehmen“ wollten. Die Piusbruderschaft sei in die Mitte geraten, „wie ein Tischtennisball, auf den alle Welt einschlagen“ könne. „Der Teufel ist von allen Seiten von der Kette gelassen“, so der Generalobere. Das klang weniger werbend und versöhnlich als noch Mitte Mai, als Fellay der amerikanischen Nachrichtenagentur CNS sagte: „Wir wollen nicht aggressiv sein, wir wollen nicht provozieren.“ In der Predigt zum Fest Peter und Paul sagte er, die Verhandlungen seien „an einem toten Punkt“. Ähnlich ein durchgesickertes Rundschreiben seines Generalsekretärs Christian Thouvenot: Die Vorlage des Vatikan sei für die Bruderschaft „eindeutig inakzeptabel“.

    Rom stellte klar, dass in der Sache kein Spielraum besteht: Verlangt wird die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils mit seinen Beschlüssen zur Liturgiereform, Religionsfreiheit und Ökumene.