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    Pilgeransturm auf Reliquie

    Moskau (DT/KNA) In der größten orthodoxen Kirche Moskaus ist in der Nacht zum Donnerstag die Ausstellung der Reliquien des heiligen Nikolaus zu Ende gegangen. Die von der katholischen Basilika im süditalienischen Bari ausgeliehenen Gebeine hatten in Russland einen enormen Pilgeransturm ausgelöst. Mehr als 1,8 Millionen Menschen suchten nach Angaben eines Kirchensprechers binnen der siebeneinhalb Wochen die Reliquien in der Christ-Erlöser-Kathedrale auf. Teils hätten sie bis zu elf Stunden in der Schlange gewartet. Am Donnerstag brachte ein Flugzeug den Goldschrein von Moskau nach Sankt Petersburg. Dort sollen die Reliquien ab dem späten Nachmittag in der Dreifaltigkeitskathedrale des Alexander-Newski-Klosters ausgestellt werden.

    Moskau (DT/KNA) In der größten orthodoxen Kirche Moskaus ist in der Nacht zum Donnerstag die Ausstellung der Reliquien des heiligen Nikolaus zu Ende gegangen. Die von der katholischen Basilika im süditalienischen Bari ausgeliehenen Gebeine hatten in Russland einen enormen Pilgeransturm ausgelöst. Mehr als 1,8 Millionen Menschen suchten nach Angaben eines Kirchensprechers binnen der siebeneinhalb Wochen die Reliquien in der Christ-Erlöser-Kathedrale auf. Teils hätten sie bis zu elf Stunden in der Schlange gewartet. Am Donnerstag brachte ein Flugzeug den Goldschrein von Moskau nach Sankt Petersburg. Dort sollen die Reliquien ab dem späten Nachmittag in der Dreifaltigkeitskathedrale des Alexander-Newski-Klosters ausgestellt werden.

    In dem Kloster residiert der orthodoxe Metropolit der zweitgrößten Stadt Russlands. Bis zum 27. Juli können die Gebeine in Sankt Petersburg täglich von 7 Uhr bis 22 Uhr besucht werden. Nicht nur aus ganz Russland, sondern auch aus dem Ausland seien viele Gläubige nach Moskau gekommen, um den goldenen Reliquienschein zu küssen und vor ihm zu beten, sagte Kirchensprecher Alexander Wolkow. „Die meisten ausländischen Pilger reisten aus Weißrussland, der Ukraine, Kasachstan, Litauen, Lettland und den USA an.“ In den vergangenen Tagen pilgerten besonders viele Menschen zu den Gebeinen. Allein am 6. Juli waren es nach offizieller Zählung 59 300 – der Tagesrekord.

    Die Nikolaus-Reliquie war auf Bitten des orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I. und von Papst Franziskus am Sonntag erstmals von Italien nach Russland gebracht worden. Nikolaus, im vierten Jahrhundert Bischof von Myra (Demre) in der heutigen Türkei, ist einer der meistverehrten Heiligen der Christenheit. Orthodoxe Christen bezeichnen ihn als „Wundertäter“, in der katholischen Kirche wird er häufig als „Nothelfer“ angerufen. Für viele Russen ist er der wichtigste Heilige; ein Hoffnungsträger, den sie um Beistand und Schutz bitten. Reliquienverehrung spielt in der orthodoxen Kirche eine sehr große Rolle. Im Januar 2014 hatten in Moskau und Sankt Petersburg nach offiziellen Angaben 585 000 Menschen die Gaben Weihrauch, Gold und Myrrhe aufgesucht, die das Jesuskind laut der Überlieferung von den Heiligen Drei Königen bekommen hatte. Die Reliquien stammen aus der Mönchsrepublik Athos im Norden Griechenlands. 2011 hatte ein anderes Athos-Kloster die Reliquie des Gürtels der Jungfrau Maria nach Russland ausgeliehen. Zu ihr pilgerten damals 3,5 Millionen Menschen.

    kna