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    Philosoph Spaemann beklagt „Ethikboom“

    Köln (DT/KNA) Der Stuttgarter Philosoph Robert Spaemann beklagt einen „Ethikboom“. Wenn immer mehr Kommissionen und Lehrstühle auf diesem Gebiet gegründet würden, sei das besorgniserregend, sagte er am Dienstagabend in Köln. „Denn eigentlich ist das Ethische das, was sich von selbst versteht, vor allem im Umgang mit dem menschlichen Leben.“ Ärzte seien durch den medizinischen Fortschritt in ihrem Berufsethos stark verunsichert. Die Möglichkeiten der Lebensverlängerung, Genetik und Pränataldiagnostik hätten zum „ethischen Relativismus“ geführt, so der 81-Jährige. „Es gibt auch die Tendenz, die Natur des Menschen durch genetische Manipulation optimieren zu wollen“, sagte der Philosoph mit Blick auf die Stammzellforschung. Damit aber erhalte die „Generation der Manipulateure“ Macht über die von ihr geschaffene Generation. Das widerspreche der Menschenwürde. Die Debatte um die Forschung mit embryonalen Stammzellen blende diesen entscheidenden Punkt aus, kritisierte der Philosoph. „Er wird durch einen gewaltigen Aufwand an Expertisen und Anhörungen und die stete Beschwörung der Werte verschleiert.“ Wenn Menschen „mit tödlichem Ausgang instrumentalisiert“ würden, gehe es nicht um einen „Wertekonflikt“, sagte Spaemann. Denn bei Personen handele es sich nicht um einen Wert, sondern um Subjekte von Werten, die eine Würde hätten. Daran ändere sich auch nichts durch das Argument der „Ethik des Heilens“, so der Philosoph. Spaemann sprach bei einer Veranstaltung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland (AEU) in der Antoniterkirche.

    Köln (DT/KNA) Der Stuttgarter Philosoph Robert Spaemann beklagt einen „Ethikboom“. Wenn immer mehr Kommissionen und Lehrstühle auf diesem Gebiet gegründet würden, sei das besorgniserregend, sagte er am Dienstagabend in Köln. „Denn eigentlich ist das Ethische das, was sich von selbst versteht, vor allem im Umgang mit dem menschlichen Leben.“ Ärzte seien durch den medizinischen Fortschritt in ihrem Berufsethos stark verunsichert. Die Möglichkeiten der Lebensverlängerung, Genetik und Pränataldiagnostik hätten zum „ethischen Relativismus“ geführt, so der 81-Jährige. „Es gibt auch die Tendenz, die Natur des Menschen durch genetische Manipulation optimieren zu wollen“, sagte der Philosoph mit Blick auf die Stammzellforschung. Damit aber erhalte die „Generation der Manipulateure“ Macht über die von ihr geschaffene Generation. Das widerspreche der Menschenwürde. Die Debatte um die Forschung mit embryonalen Stammzellen blende diesen entscheidenden Punkt aus, kritisierte der Philosoph. „Er wird durch einen gewaltigen Aufwand an Expertisen und Anhörungen und die stete Beschwörung der Werte verschleiert.“ Wenn Menschen „mit tödlichem Ausgang instrumentalisiert“ würden, gehe es nicht um einen „Wertekonflikt“, sagte Spaemann. Denn bei Personen handele es sich nicht um einen Wert, sondern um Subjekte von Werten, die eine Würde hätten. Daran ändere sich auch nichts durch das Argument der „Ethik des Heilens“, so der Philosoph. Spaemann sprach bei einer Veranstaltung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland (AEU) in der Antoniterkirche.