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    Petition an Kardinal Woelki

    Berlin (DT/KNA) Die Reform des Erzbistums Berlin stößt weiter auf Vorbehalte. Kritiker stellten am Samstag bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt eine „Petition“ an Kardinal Rainer Maria Woelki vor. Dafür sammeln sie bis zum Jahresende Unterschriften unter den Katholiken in Berlin, Brandenburg und Vorpommern. Der Vorstoß kommt von einem Initiativkreis. Ihm gehören unter anderen Gemeinderatsmitglieder der Berliner Pfarreien Sankt Laurentius in Tiergarten und Heilige Familie in Prenzlauer Berg an. Unter den neun Mitgliedern ist der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer.

    Prominentes Beispiel für die geplante Gemeindereform im Erzbistum Berlin: Die Dompfarrei St. Hedwig. Foto: KNA

    Berlin (DT/KNA) Die Reform des Erzbistums Berlin stößt weiter auf Vorbehalte. Kritiker stellten am Samstag bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt eine „Petition“ an Kardinal Rainer Maria Woelki vor. Dafür sammeln sie bis zum Jahresende Unterschriften unter den Katholiken in Berlin, Brandenburg und Vorpommern. Der Vorstoß kommt von einem Initiativkreis. Ihm gehören unter anderen Gemeinderatsmitglieder der Berliner Pfarreien Sankt Laurentius in Tiergarten und Heilige Familie in Prenzlauer Berg an. Unter den neun Mitgliedern ist der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer.

    In dem Schreiben wenden sie sich gegen den Reformplan, die derzeit 105 Kirchengemeinden bis 2020 zu gut 30 Großpfarreien zusammenzulegen. Stattdessen sollten sie eng kooperierende Gemeinschaften von Pfarreien bilden, die in ihrem gegenwärtigen kirchenrechtlichen und finanziellen Status verbleiben. Große Strukturen führten in der Pastoral meist zu Anonymisierung, Heimatlosigkeit und Identitätsverlust, führt der Initiativkreis zur Begründung an. Zudem tritt er dafür ein, wegen des Priestermangels an Sonntagen Wortgottesdienste mit Kommunionspendung unter Leitung von Diakonen oder dazu beauftragten Laien zuzulassen. Woelki hatte die Reform unter dem Motto „Wo Glauben Raum gewinnt“ vor knapp einem Jahr eingeleitet.

    Bei der Vorstellung „Pastoraler Leitlinien“ dazu wandte sich der Kardinal vor einer Woche gegen Pfarreiengemeinschaften. Damit wäre ein größerer Verwaltungsaufwand verbunden als mit den geplanten Großpfarreien. Die Reform solle unter weitgehender Beteiligung der Gemeinden zu „klaren und schlanken Strukturen führen“. Überdies sollten unter dem Dach der neuen Großpfarreien die Gemeinden fortbestehen und eigene finanzielle Mittel erhalten. In die ebenfalls umstrittene Frage der Wortgottesdienste mit Kommunionspendung kommt indes Bewegung. „In allen Räumen, in denen ein Besuch der Eucharistie am Sonntag nicht möglich ist, kann der Erzbischof eine Sonderregelung festlegen“, heißt es in Erläuterungen zu den „Pastoralen Leitlinien“. Das geschehe jedoch „für den Einzelfall, befristet und standortbezogen“.

    In seinem Hirtenbrief zur Reform hatte Woelki hervorgehoben, die Feier der Eucharistie sei „ein so kostbares Gut, dass keine andere liturgische Form an deren Stelle treten darf und kann“. Die Autoren der Petition bitten den Kardinal, ihre Lösungen „in Betracht zu ziehen“. Zudem äußern sie den Wunsch nach einem „synodalen Prozess“ bei der Reform „im Miteinander von Gemeinden, Dekanaten und Bistumsleitung“.