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    Posen

    Personen achten, aber nicht die Ideologie

    Erzbischof Stanislaw Gadecki, Metropolit von Posen und Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz, hat eine Erklärung zu LGBT+ abgegeben.

    Christopher-Street-Day-Parade. (Symbolbild) Foto: Markus Scholz (dpa)

    Momentan sind in Polen Schulferien. Dennoch wendet sich Erzbischof Stanislaw Gadecki, Metropolit von Poznan (Posen) und Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz, gerade jetzt, in der „Zeit der Ruhe und Besinnung“, mit einem brisanten Thema an die Öffentlichkeit: LGBT+.

    Anlass sind einerseits die CSD-Paraden, die auch in Polen immer öfter stattfinden, andererseits die neuen Lehrpläne „von einigen lokalen Regierungen“ für das kommende Schuljahr, mit denen „neue Ansätze zur sexuellen Aufklärung“ in die Klassenräume gertragen werden sollen.

    Differenzierte Sicht

    Der Erzbischof ruft in der Erklärung zunächst zum „Respekt“ vor sexuellen Minderheiten auf, denn auch Menschen aus dem LGBT+-Milieu „sind unsere Brüder und Schwestern, für die Christus sein Leben gab“. Die Achtung vor bestimmten Personen könne jedoch nicht zur Folge haben, so Gadecki, eine Ideologie zu akzeptieren, welche „die Gesellschaft und die zwischenmenschlichen Beziehungen revolutionieren“ will.

    Appell an die Politik

    Daher appelliert Erzbischof Gadecki an die politisch Verantwortlichen, keine Entscheidungen zu treffen, die „unter dem Deckmantel, Diskriminierung entgegenzuwirken“, die LGBT+-Ideologie fördern. Insbesondere wendet er sich an die Abgeordneten des polnischen Parlaments und bittet diese, keine Gesetze zu erlassen, die die Möglichkeit einer „Homo-Ehe“ und der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare eröffnen.

    Nichtdiskriminierung für alle

    Schließlich stellt sich der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz schützend vor den in die Kritik geratenen Erzbischof von Krakau, Marek Jedraszewski, der die Gender-Ideologie als „direkten Weg zur Selbstvernichtung“ bezeichnet hatte. Auch die heftigen Reaktionen auf Unternehmen, die als Arbeitgeber „ihre Ablehnung der LGBT+-Ideologie zum Ausdruck bringen“, zeugten von ideologischem Totalitarismus.

    Deshalb appelliert Erzbischof Stanislaw Gadecki „an alle Menschen guten Willens, den Grundsatz der
    Nichtdiskriminierung in der öffentlichen Debatte nicht nur für die Befürworter der erwähnte Ideologie, sondern auch für ihre Gegner zu gewähren“.

    DT/jobo

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