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    Personalien

    Ein neues Gremium im Vatikan soll Missbrauchsverfahren an der Glaubenskongregation beschleunigen. Zu dessen Leiter ernannte Papst Franziskus einer Mitteilung vom Mittwoch zufolge den maltesischen Weihbischof Charles Scicluna (55). Er war von 2002 bis 2012 bereits vatikanischer Chefermittler in Missbrauchsfällen und gilt als führender Experte auf diesem Gebiet. Zu den sieben weiteren Mitgliedern zählen unter anderem der Leiter den vatikanischen Justizministeriums, Kardinal Francesco Coccopalmerio, sowie sein Vorgänger Kardinal Julian Herranz, ferner der Präfekt der Bildungskongregation Zenon Grocholewski und der frühere Leiter des vatikanischen Güterverwaltung Attilio Nicora. Die Mitgliedschaft in dem Gremium ist nebenamtlich. Franziskus hatte das Gremium bereits im November ins Leben gerufen; seine Besetzung wurde aber erst jetzt bekannt gegeben. Der Ausschuss soll Einsprüche gegen Entscheidungen der Glaubenskongregation behandeln. Dies soll nach vatikanischen Angaben die bislang damit befassten Kardinäle der Glaubenskongregation bei ihren monatlichen Sitzungen entlasten. Die Zahl der Fälle liegt bei vier bis fünf pro Monat. Seit dem Jahr 2001 ist die Glaubenskongregation für alle „schwerwiegenden Straftaten“ („delicta graviora“) zuständig, zu denen neben sexuellem Missbrauch von Minderjährigen auch der Bruch des Beichtgeheimnisses zählt. Damals hatte eine Welle von Vergehen von Klerikern insbesondere in den USA die Kirche stark belastet. Der seinerzeitige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, hatte sich für eine härtere Verfolgung und umfassende Aufklärung solcher Taten eingesetzt. Das neue Gremium kann nach vatikanischen Angaben im Fall von einfachen Priestern eigene Entscheidungen treffen. Für Untersuchungen gegen Bischöfe bleibt indessen die reguläre Kardinalssitzung zuständig. Das Kollegium werde die Kongregation in gewissen Abständen informieren.

    Ein neues Gremium im Vatikan soll Missbrauchsverfahren an der Glaubenskongregation beschleunigen. Zu dessen Leiter ernannte Papst Franziskus einer Mitteilung vom Mittwoch zufolge den maltesischen Weihbischof Charles Scicluna (55). Er war von 2002 bis 2012 bereits vatikanischer Chefermittler in Missbrauchsfällen und gilt als führender Experte auf diesem Gebiet. Zu den sieben weiteren Mitgliedern zählen unter anderem der Leiter den vatikanischen Justizministeriums, Kardinal Francesco Coccopalmerio, sowie sein Vorgänger Kardinal Julian Herranz, ferner der Präfekt der Bildungskongregation Zenon Grocholewski und der frühere Leiter des vatikanischen Güterverwaltung Attilio Nicora. Die Mitgliedschaft in dem Gremium ist nebenamtlich. Franziskus hatte das Gremium bereits im November ins Leben gerufen; seine Besetzung wurde aber erst jetzt bekannt gegeben. Der Ausschuss soll Einsprüche gegen Entscheidungen der Glaubenskongregation behandeln. Dies soll nach vatikanischen Angaben die bislang damit befassten Kardinäle der Glaubenskongregation bei ihren monatlichen Sitzungen entlasten. Die Zahl der Fälle liegt bei vier bis fünf pro Monat. Seit dem Jahr 2001 ist die Glaubenskongregation für alle „schwerwiegenden Straftaten“ („delicta graviora“) zuständig, zu denen neben sexuellem Missbrauch von Minderjährigen auch der Bruch des Beichtgeheimnisses zählt. Damals hatte eine Welle von Vergehen von Klerikern insbesondere in den USA die Kirche stark belastet. Der seinerzeitige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, hatte sich für eine härtere Verfolgung und umfassende Aufklärung solcher Taten eingesetzt. Das neue Gremium kann nach vatikanischen Angaben im Fall von einfachen Priestern eigene Entscheidungen treffen. Für Untersuchungen gegen Bischöfe bleibt indessen die reguläre Kardinalssitzung zuständig. Das Kollegium werde die Kongregation in gewissen Abständen informieren.

    Abermals hat in der katholischen Kirche ein Bischof nach einem langen Streit um seinen Führungsstil sein Amt niedergelegt. Papst Franziskus nahm am Donnerstag das Rücktrittsgesuch von Jean-Marie Le Vert (55) von der Leitung des bretonischen Bistums Quimper an. Dies wurde am Donnerstag im Vatikan und in Paris von der Französischen Bischofskonferenz mitgeteilt. Übergangsweise leitet der emeritierte Bischof von Langres, Philippe Gueneley (76), das Bistum im äußersten Westen der Bretagne. Ihn hatte der Papst bereits im vergangenen Mai zum Administrator eingesetzt und Bischof Le Vert in einem ungewöhnlichen Schritt bis auf weiteres „auf eigenen Wunsch“ von der Ausübung seines Amtes entpflichtet. Wie die katholische Tageszeitung „La Croix“ am Donnerstag berichtete, schwelten seit langem Konflikte zwischen örtlichen Seelsorgern und Vertrauten des Bischofs. Letzteren soll er mehr Entscheidungsbefugnisse eingeräumt haben als den offiziellen Leitungsgremien im Bistum. Dagegen hätten Teile des noch immer sehr zahlreichen und traditionell eigenwilligen bretonischen Klerus rebelliert, heißt es in der Regionalzeitung „Le Telegramme“. Schon bald habe es zwischen dem Bischof und vielen seiner Priester keine Verständigungsmöglichkeit mehr gegeben. Le Vert war 2005 zunächst Weihbischof in Meaux geworden. 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Bischof von Quimper.