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    Personalien

    Kardinal Eusebio Oscar Scheid (Foto: KNA), deutsch-brasilianischer Alterzbischof von Rio de Janeiro, wird am Samstag 80 Jahre alt. Von 2001 bis 2009 leitete Scheid die Diözese am Zuckerhut, die mit rund vier Millionen Katholiken zu den größten der Welt zählt. Mit dem Erreichen der Altersgrenze verliert Kardinal Scheid sein Recht zur Papstwahl. Bei einem Konklave wären damit künftig noch 119 der 211 Kardinäle stimmberechtigt. Bei Brasiliens Katholiken war Scheid wegen seiner deutlichen Worte zur sozialen und politischen Lage sehr geschätzt. Als einer der ersten beklagte der Kardinal, dass Millionen Slumbewohner dem Terror von Gangsterbanden ausgeliefert seien. Diese Milizen entwickelten sich mehr und mehr zu einem „Staat im Staate“. Zudem gehörte Scheid zu den schärfsten kirchlichen Kritikern der Korruptionsskandale um die Regierung des international angesehenen Luiz Inacio Lula da Silva. Der in Concordia im Staat Santa Catarina geborene Deutsch-Brasilianer, dessen Vorfahren im neunzehnten Jahrhundert aus der Gegend von Tholey im Saarland nach Brasilien auswanderten, ist Mitglied der missionarischen Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (SCI). Scheid studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana und wurde 1960 in Rom zum Priester geweiht. Zu Beginn seiner Laufbahn als Theologieprofessor lehrte er von 1964 bis 1965 für kurze Zeit unter dem berühmten Bischof Helder Camara (1909–1999) am Priesterseminar in Recife. Nach seiner Bischofsweihe 1981 war Scheid Bischof von Sao Jose dos Campos; 1991 übernahm er die Leitung der Erzdiözese Florianopolis. Kardinal Scheids Nachfolger in Rio, Erzbischof Orani Tempesta (62), kann nach dessen Ausscheiden aus dem Kreis der Papstwähler und als Gastgeber des kommenden Weltjugendtages bald mit der Verleihung der Kardinalswürde rechnen. Der Weltjugendtag findet im August 2013 in Rio de Janeiro statt; dazu wird auch Papst Benedikt XVI. erwartet.

    Der anglikanische Erzbischof David Moxon vertritt künftig seine Kirche beim Vatikan. Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury und Ehrenprimas der Anglikaner, ernannte den 61-jährigen neuseeländischen Kirchenmann zum Repräsentanten beim Heiligen Stuhl und Leiter des Anglikanischen Zentrums in Rom. Der Amtsantritt ist nach offiziellen Angaben für Mai 2013 vorgesehen. Mit dem Wechsel nach Italien gibt Moxon die Leitung des Bistums Waikato ab, die er neunzehn Jahre lang innehatte. Er folgt auf den Australier David Richardson (66), der das Amt fünf Jahre lang ausübte. Moxon ist bereits seit 2010 als Ko-Vorsitzender der Internationalen Dialogkommission der anglikanischen und römisch-katholischen Kirche (ARCIC III) auf höchster Ebene ökumenisch engagiert. Der katholische Bischof von Hamilton, Denis Browne, in dessen Kathedrale Moxon 1993 zum Bischof geweiht wurde, beglückwünschte laut Medienberichten seinen Amtskollegen zu der Ernennung, sprach aber auch von einem Verlust für die Ökumene vor Ort. Der am 6. September 1951 geborene Moxon studierte Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie, bevor er Priester wurde. In der Seelsorge setzte er sich unter anderem für eine stärkere Berücksichtigung der Kultur der Maori ein. Er ist selbst mit einer Maori-Frau verheiratet. Als Erzbischof war er für die europäisch geprägte Region Tikanga Pakeha zuständig.