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    Patronin der Klarissen

    Die heilige Colette Boillet ist nicht nur die Schutzheilige der Städte Corbie, Gent und Poligny, sondern auch der Klarissen, der Dienstmägde und Zimmerleute. Außerdem wird sie gegen Fieber, Augenleiden, Kopfschmerzen und Unfruchtbarkeit sowie für eine glückliche Geburt angerufen. Wie so oft ist der Ursprung all dieser Patrozinien im Lebenslauf der Heiligen zu finden.

    Die heilige Colette Boillet ist nicht nur die Schutzheilige der Städte Corbie, Gent und Poligny, sondern auch der Klarissen, der Dienstmägde und Zimmerleute. Außerdem wird sie gegen Fieber, Augenleiden, Kopfschmerzen und Unfruchtbarkeit sowie für eine glückliche Geburt angerufen. Wie so oft ist der Ursprung all dieser Patrozinien im Lebenslauf der Heiligen zu finden.

    Colettes Eltern waren lange Zeit kinderlos geblieben. Nachdem sie den heiligen Nikolaus um seine Fürsprache gebeten hatten, wurde Colettes Mutter schließlich doch noch im hohen Alter schwanger. Die am 13. Januar 1381 in der nordfranzösischen Picardie gelegenen Stadt Corbie geborene Tochter eines armen Zimmermanns wurde aus Dankbarkeit ihrem Fürsprecher gegenüber auf den Namen Nicolette getauft, von allen aber Colette genannt. Colette wuchs zu einem frommen Mädchen heran, das nach dem Tod seiner Eltern Aufnahme in mehreren Kongregationen fand, diese aber immer wieder verließ, da deren Ordensregeln Colette nicht streng genug erschienen. So lebte sie zunächst vier Jahre lang als Einsiedlerin in der Nähe der Klarissen-Abtei von Corbie, bis sie 1406 den Klarissen beitrat.

    Durch eine Vision erfuhr Colette, die sich eine „niedrige Magd des Herrn“ nannte, dass dieser Orden, dessen mangelnde Disziplin sie entsetzte, eine Reform dringend benötigte, um zur ursprünglichen strengeren Regel zurückzukehren. Zunächst zweifelte sie am göttlichen Ursprung dieser Vision. Sie wurde stumm, dann auch blind, bis sie doch bereit war, ihre Mission auf sich zu nehmen. Nachdem sie die päpstliche Genehmigung erhalten hatte, den vom heiligen Franziskus und der heiligen Klara ins Leben gerufenen Orden zu reformieren, gründete sie in Frankreich, Belgien, Flandern und Deutschland achtzehn Klöster. Die Schwestern der neuen Häuser wurden als Colettinnen bezeichnet. Außer in den genannten Ländern existieren Gemeinschaften des Ordens noch heute in Irland, Norwegen, Japan, Spanien, Großbritannien, in den USA und auf den Philippinen.

    Colette starb am 6. März 1447 in einem Kloster in Gent. Sie wurde 1740 selig- und 1807 heiliggesprochen.